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Palästina · 1903-01-01 · Heft 3-6 · p. Seite 240

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Journal
Palästina
Volume
2 (1903-1904)
Issue
Heft 3-6
Article
Eisenbahnverkehrswege und -Projekte in Palästina [Nachricht]
Date
1903-01-01
Page
Seite 240 (sequence 2)
Language
German
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- 240 — später an die Konia—Bagdad-Linie angeschlossen werden und ist deshalb normalspurig. Es sind mit der neuen Linie bereits erhebliche Getreidemengen aus der Gegend von Horns und Hama, weiche früher mit Kamelen nach Tripolis transportiert wurden, nach Beirut befördert und nach Einlagerung nach Bedarf von dort aus verschifft worden. Die Netto - Betriebsergebnisse der Beirut—Damaskus - Bahn waren 1901 2 305 200 Frk. (= -f 115 832 Frk. gegen 1900). Der Ueberschuss gegen 1900 dürfte von den bedeutenden Materialtransporten für die Hedschasbahn herrühren, die auch 1902 und im laufenden Jahre fortdauerten. Der Bau der sogenannten Hedschasbahn (Damaskus—Mekka) ist 1902 gut fortgeschritten. Die Erd- und Mauerarbeiten sind auf einer Länge von 370 km fertiggestellt, der Schienenstrang ungefähr bis km 277 gelegt (Damaskus—Derät 123 km, Derät—Amman 100 km, Amman — Ziza gegen 40 km und 14 km Abzweigung Derat — Mzerib, der Endstation der französischen Häuranbahn). Zur Zeit (September 1903) ist die Bahn bis zur Station Ziza (267 km von Damaskus, 154 km von Mzerib) fahrbar und bis Amman (223 km von Damaskus, 114 km von Mzerib) in Betrieb. Abgesteckt ist sie bis Maän (480 km von Damaskus, etwa 125 km von der Nordspitze des Meerbusens von Akaba). Die bisher gebaute Strecke von 370 km, die 252 Brücken und einen. Tunnel enthält, stellt ungefähr ein Drittel des Weges von Damaskus nach Medina dar und ist bei einer Bauzeit von 29 Monaten eine sehr bemerkenswerte Leistung, "besonders da die Materialzufuhr erschwert ist. Die Einnahmen des Baufonds, der grundsätzlich aus freiwilligen Beiträgen der Mohammedaner, zum Teil allerdings auch durch die Erträgnisse einiger eigens dazu geschaffener Abgaben und einiger Finanzoperationen gebildet wird, ergaben nach türkischen Blättern bisher 103 346 542 Piaster (d. i. gegen 19 Millionen Mark), darunter fast 2/3 von freiwilligen Beiträgen herrührend; die Ausgaben betrugen 56 540 773 Piaster (d. i. 10,4 Millionen Mark). ' An rollendem Material sind türkischen Quellen zufolge bisher 18 Lokomotiven und 153 Waggons beschafft und 20 weitere Waggons bestellt worden. Inzwischen hat die türkische Regierung auch die Bahnlinie Haifa—Mzerib in Angriff genommen. Die Konzession für dieselbe (als Linie Haifa—-Damaskus) war 1891 dem ottomanischen Untertan Joseph Elias Effendi in Gemeinschaft mit dem englischen Unternehmer Robert Pilling erteilt und von diesen der englischen Syrian Ottoman Railway Company, an deren Spitze der Besitzer der Thames Iron Works, Mr. Hills, stand, und deren Kapital 600 000 £ betrug, mit dem Vorrecht für den Bau eines Hafens in Haifa oder Akka sowie mit gewissen Exploitationsrechten abgetreten worden. Der Bau (als eingeleisige Normalspurbahn) begann? im Dezember 1902, ruhte aber nach Fertigstellung von 8 km infolge von Emissionsschwierigkeiten. Nach einer fruchtlosen Verlängerung der vierjährigen Frist, binnen deren die Bahn vertragsmässig gebaut sein musste, um drei Jahre und einem 1897. gemachten vergeblichen Versuche, die Arbeit wieder aufzunehmen, war die Konzession (1898) verfallen. Im Vorjahre ■ übernahm die türkische Regierung das Unternehmen gegen Zahlung von 155000 Ltq. an Mr. Hills. Im April d. J. wurde der Bau wieder aufgenommen und die erste Strecke von 15 km am 8. Mai d. J. fertiggestellt. Der Bau wird von deutschen Ingenieuren ausgeführt. Als Arbeiter werden, wie bei der Hedschasbahn, Landesbewohner, vorwiegend Soldaten, jedenfalls keine europäischen Arbeiter verwendet. Für den 1. April 1904 ist die Betriebseröffhung auf den ersten 60 km (bis Beisan, in der Nähe des Jordans) zu erwarten. Zur Zeit (August 1903) verkehren Arbeiterzüge bis zum km 25. Die Bahn überschreitet beim km 76 den Jordan und wird eine Länge von ca. 160 km haben. Sie soll nach dem neuesten Plan nicht bei Mzerib, sondern weiter südlich bei Derat in die Hedschasbahn einmünden. (Nach einem Berichte des Kais. Konsulats in Beirut.) # Der neue Hafen von Farriagusta (Cypern). Die Arbeiten an dem neuen Hafen von Famagusta werden aller Voraussicht nach gegen Ende dieses Jahres beendet sein. Der Hafen hat in seinem inneren Bassin eine Fläche von 500 X 800 Fuss und ist 24 Fuss tief. Der Hafeneingang befindet sich nördlich unmittelbar am Lande und ist 150 Fuss breit. Der Quai bietet Raum für 4—5 grosse Schiffe und ist mit einem Geleise versehen, derart, dass Güterwagen direkt vom Schiff aus geladen werden und mittels der bis ebenfalls Ende dieses Jahres herzustellenden Eisenbahn in Nicosia, der Hauptstadt der Insel, einlangen können. Bei der Konstruktion des Hafens hat man im wesentlichen die Reste der alten venezianischen Bauten benutzen können. Zurzeit wird nur der innere Hafen ausgebaut. Der äussere ist so gross, dass er die ganze britische Mittelmeerflotte fassen

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