Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 2 (1903-1904)
- Issue
- Heft 3-6
- Article
- El-Arisch
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 216 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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— 216 — Dem steht freilich entgegen, „dass der ganze Distrikt sich selbst erhält, indem die Einwohner von dem leben, was in der Umgegend erzeugt wird". Doch erfährt das sofort wieder eine Einschränkung dahin, „dass die Mehrzahl des Volkes einen sehr ärmlichem Eindruck macht und in jämmerlichen Schlammhütten lebt".*) Und an andererStelle in einem der Berichte heisst es: „Zehntausende von Kamelen machen jährlich in El-Arisch auf dem Wege nach Aegypten via Kantara zum Verkaufe Halt", und ferner, „es sind dort (in Katia) 33 000 Palmenbäume, deren 960 Eigentümer verschiedenen Stämmen angehören. Während der Dattel-Ernte, die von Anfang- September bis Ende November dauert, kampieren ungefähr 10000 Weiber und Kinder unter den Bäumen, um die Früchte einzusammeln". Weiterhin ist charakteristisch, was Major Rycroft in seinem Berichte (Palästina I S. 194) wörtlich sagt: „Die Wüste vom Suez-Kanal bis El-Arisch ist vielen bösen Sandstürmen unterworfen, welche von den Arabern sehr gefürchtet werden und oft einige Tage anhalten, was ich aus eigener Erfahrung bestätigen kann." Das alles gilt von der Westseite von El-Arisch — wie ist es mit den anderen Himmelsrichtungen bestellt? Vom Süden sagt derselbe Major Rycroft, der ausgezogen war, um eine von Wanderdünen freie Verbindung vom Suez-Kanal nach El-Arisch im strategischen Interesse zu finden und dies im weiten Bogen südlich von der oben erwähnten Karawanenstrasse Kantara— Katia—Salzebene—El-Arisch versuchte.--Von diesem Landstrich sagt er "also: „Die Gegend südlich von El-Arisch ist hauptsächlich wellenförmige Wüste, die nach Süden schräg aufsteigt und mit ziemlich viel Gras und niedrigem Gestrüpp bewachsen ist." Weiter südlich und südwestlich findet er im Gebiete des Wadi-Surr, der in den Wadiel-Arisch mündet, „verschiedene gute alte Brunnen und Zisternen, Reste ehemaliger Besiedelung (aus ptolemäischer Zeit), gute Grasplätze, ständige Wohnplätze des Terebin - Stammes der Beduinen, reiche Weiden, welche von grossen Herden der Nachbarschaft besucht und nachdem mit Winterroggen und Gerste bepflanzt werden". Von der Begrenzung im Norden, d. i. der Küste, liegen keine weiteren Berichte vor, „als dass zwischen Port Said und El-Arisch In den Artikeln, die in dieser Zeitschrift über die Ei-Arisch-Frage erschienen waren, war das Hauptgewicht auf den letzteren, also den kleinsten, aber zionistisch-einwandfreien Landstrich gelegt worden, und von dem weiteren Gebiet war nur vergleichsweise und nebenher die Rede gewesen. — Es kann mit Genugtuung konstatiert werden, dass seit dem Erscheinen dieser ersten Artikel ein sehr erheblicher Umschwung der zionistischen öffentlichen Meinung zu Gunsten eines „grösseren Palästina" sich vollzogen hat. *) Dies zwingt nicht zu Schlüssen auf die Beschaffenheit des Landes. Im reichen Niltal lebten die Fellachen genau ebenso jämmerlich.