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Palästina · 1903-01-01 · Heft 3-6 · p. Seite 213

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Journal
Palästina
Volume
2 (1903-1904)
Issue
Heft 3-6
Article
El-Arisch
Date
1903-01-01
Page
Seite 213 (sequence 2)
Language
German
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— 213 — Minder eifrig bestrebt waren die Gegner der von Trietsch in die zionistische Bewegung gebrachten Anregung, die Absurdität der Sache zu beweisen, als vielmehr, sie bloss zu behaupten. So etwa war die Situation, als das zionistische Aktions-Komitee in Wien, seinem Namen Ehre machend, im Laufe des vergangenen Jahres eine Expedition zur Untersuchung des strittigen Gebietes aussendete, nachdem es sich der Unterstützung der ägyptischen Regierung versichert hatte. Es ist allgemein bekannt, class die Unternehmung ausser dem erhebenden Beweise des guten Willens Englands das Resultat ergab: es sei von einer Besiedelung jenes Gebietes abzusehen, weil die ägyptische Regierung es ablehnen müsste, dem Nil die zur Bewässerung der pelusinischen Ebene nötige Wassermenge zu entziehen. So erfreulich die Initiative des zionistischen Aktions-Komitees auch war, so bedauerlich ist es, dass diese Körperschaft bisher nicht in die Lage kam, ihr Material in dieser Sache zu veröffentlichen.*) Denn allein die volle Einsicht in den Bericht der sachverständigen Augenzeugen vermag Gewissheit zu bringen. Und der Gewissheit wird sich jeder beugen, sicherlich auch Herr Trietsch. *) Anmerkung der Redaktion. Es ist zu hoffen, dass dieses eigentlich doch recht befremdliche Schweigen baldigst gebrochen werde. Es geht ganz und gar nicht an sich in einer solchen Sache, mit Erklärungen zu begnügen, die in keiner Weise sachlich substantiiert sind —- besonders wenn, wie in diesem Falle, von anderen Seiten durchaus an den hoffnungsvollen Voraussetzungen festgehalten wird, die seinerzeit die zionistische Parteileitung veranlasst hatten, eine ziemlich umfangreiche Expedition zu entsenden und allenthalben Hoffnungen zu erwecken. Geschah doch die Vorbereitung des letzten Kongresses ganz unter, dem Zeichen der El-Arisch-Aktion! (s. „Die Welt", Leitartikel vom 12. Juni 1903 „Zur Lage" und vom 19. Juni „Verboten" — Uganda konnte damals absolut nicht gemeint gewesen sein, denn erstens war es viele Wochen vor Clement Hill's Brief an Mr. Greenberg, und dann hiess es dort hinsichtlich der bevorstehenden grossen Aktion: „Die zionistische Bewegung hat ein festes Programm. Innerhalb seines TJmfanges liegt die Möglichkeit unserer Betätigung. . . ." Da ist denn doch jeder Zweifel ausgeschlossen, wenn auch öffentlich und von ganz offizieller Seite El-Arisch nicht direkt genannt worden sein dürfte. Was anderes aber konnte gemeint gewesen sein!) Es ist auch zu bedenken, dass doch die Sinai-Halbinsel durchaus jeder Forschungoffen steht und es wäre sehr bedenklich, wenn eines Tages irgend wer auf Grund neuer Untersuchungen Resultate veröffentlichte, die sich mit dem, was von zionistischer Seite so angedeutet wurde, nicht decken! — Zudem ist doch soviel von der früheren erwartungsvollen Stimmung übriggeblieben, dass man in weiten Schichten der zionistischen Gefolgschaft auf El-Arisch wartet. Man hat die Sache den Massen sympathisch gemacht und nun wollen sie keine Geheimnisse sondern Taten. Möge man sich vor Augen halten, dass eine weitere Geheimhaltung der Materialien dazu führen könnte, dass eine neue Expedition nach El-Arisch geht! —■ —

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