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Palästina · 1903-01-01 · Heft 3-6 · p. Seite 161

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
2 (1903-1904)
Issue
Heft 3-6
Article
Aus Kleinasien und Syrien
Date
1903-01-01
Page
Seite 161 (sequence 2)
Language
German
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- 161 — industrie an der Westküste Kleinasiens hinlenken. Wenn auch schon auf Mytilene wie an anderen Punkten der anatolischen Küste eine Anzahl von Oelfabriken vorhanden ist, die mit hydraulischen Pressen und Filtern ein gutes Speiseöl herstellen, so wird doch noch der grösste Teil der Ernte in primitivster Weise in einfachen. Mühlen verarbeitet. Diese sind nicht imstande, den vollen Oelgehalt der Frucht auszuziehen, sondern liefern, da es bei dieser Art der Herstellung sehr an Sauberkeit gebricht, ein minderwertiges Oel, das schnell ranzig wird. Ich habe seiner Zeit Gelegenheit gehabt, die Entwickelung der tunesischen Olivenölindustrie aus nächster Nähe zu beobachten. Das Herstellungsverfahren war damals das gleiche wie jetzt in der Türkei, und das tunesische Olivenöl war, zumal auch betrügerische Manipulationen der Ablader nicht fehlten, auf dem europäischen^ Markte geradezu perhorresziert. Seitdem sind an allen Produktionsorten der Kegentschaft zahlreiche Fabriken durch europäische, meist französische Gesellschaften errichtet worden, die ein vortreffliches, schmackhaftes Speiseöl gewinnen, das jetzt im Handel eine wichtige Stelle einnimmt, besonders nachdem die Olivenpflanzungen eine merkliche Erweiterung und gleichzeitig eine sachgemässe Pflege erfahren haben. Die türkische Regierung kennt die hier noch ungehoben ruhenden Schätze sehr wohl und ist mit allen Mitteln bemüht, diesen Zweig der heimischen Produktion, der in anderen Ländern des Mittelmeeres einen so reichen Ertrag liefert, zu heben. Um diesen Zweck zu erreichen, sind jetzt als Massregeln in Aussicht genommen worden: Anleitung und Unterstützung der Produzenten, Gründung grosser, moderner Raffinerien, Gewinnung neuer Absatzgebiete für das produzierte Oel, Ahndung der Verfälschungen des Oeles durch Zwischenhändler und Exporteure mittels Geldstrafen von 5 bis 25 türkischen Pfund, Einführung der Banderolle für Oelgefässe, sanitätspolizeiliche Untersuchung oder von den Produzenten verwendeten Oelgeiässe und Errichtung einer chemischen Untersuchungsanstalt für Speiseöle. Die Regierung kann zur Hebung und Ausdehnung der Betriebe nur die Anregung geben, die geschäftliche Ausführung muss der privaten Initiative überlassen bleiben. Sicherlich bietet sich gerade jetzt hier dem deutschen Unternehmungsgeist ein aussichtsvölles Feld erfolgreicher, gewinnbringender Tätigkeit. — Der direkte Bezug Deutschlands an Olivenöl aus der asiatischen Türkei betrug im Jahre 1901 804 200 kg. Im engen Zusammenhange mit der 0eler2eugung steht die Seifenfabrikation, die mit englischer und belgischer Soda arbeitet; in vierzig grösseren und kleineren Siedereien werden jährlich gegen 40 000 dz hergestellt und zum grössten Teil zur Ausfuhr gebracht. Ferner sind zwei Oelfabriken mit den Einrichtungen ausgestattet, um auf chemischem 4

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