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Palästina · 1903-01-01 · Heft 3-6 · p. Seite 157

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
2 (1903-1904)
Issue
Heft 3-6
Article
Die ägyptische Zigarettenindustrie
Date
1903-01-01
Page
Seite 157 (sequence 3)
Language
German
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— 157 — angetrieben. Die besten Sorten von Zigaretten werden in allen besseren Fabriken mit der Hand gerollt und die Papierhülse sodann mit der Hand zugeklebt, während bei den geringeren Sorten der Tabak in die bereits zugeklebte "fertige Papierhülse mit Hilfe einer mechanischen Vorrichtung hineingestopft wird. Bei der letzterwähnten Art der Arbeit, die unter der Bezeichnung „Macaroni" gangbar ist, liegen die Tabakfäden natürlich nicht so gleichmässig nebeneinander wie bei der ersteren; Der Brand der Zigarette ist infolgedessen nicht ganz so gleichmässigv auch soll der Geschmack weniger rein sein. Naturgemäss gehört zu dem Rollen der Zigaretten mit der Hand eine grössere Geschicklichkeit als zu dem mechanischen Stopfen. Die Handarbeiter werden dementsprechend für das gleiche Quantum Zigaretten besser bezahlt als die „Macaroni"-Arbeiter. Da sie aber in derselben Zeit bedeutend weniger fertigzustellen in der Lage sind als die letzteren, so ist ihr Wochen- und Monatsverdienst in der Regel geringer. Ein tüchtiger Zigaretten-Roller kann in der Stunde bis zu 150 Stück Zigaretten, selten mehr, herstellen und erhält für jedes- Tausend 6 bis 7 Franken. Er kann also bei 10 stündiger Arbeitszeit bis zu 10 Franken pro Tag und monatlich bis zu 250 Franken verdienen. Ein „Macaroni" - Arbeiter erhält dagegen durchschnittlich 20 Piaster (5 Franken) pro tausend Stück und kann in der Stunde 200 bis 250 Stück herstellen. Er würde mithin einen Tagesverdienst von 15 Franken erreichen können. Dabei muss jedoch in Betracht gezogen werden, dass die Zigarettenarbeit die Nerven ziemlich stark angreift und wegen des in die Lunge eindringenden feinen Tabaksstaubes leicht Lungenleiden zur Folge hat. Die wenigsten Arbeiter arbeiten daher 10 Stunden täglich. Es steht ihnen frei, die Arbeit zu verlassen, wann es ihnen beliebt. Die Arbeiter sind in den grösseren Betrieben überwiegend Griechen: und Armenier, in den kleineren Syrier und Aegypten Weibliche Arbeiter werden nur zum Lesen des Tabaks verwendet. Die allergrössten Betriebe beschäftigen bis zu 200 Zigarettenarbeiter und mehr. Fabriken mit mehr als 100 Zigarettenarbeitern gibt es jedoch in Kairo nur etwa 5, mit mehr als 20 vielleicht 30 bis 35, während die Anzahl der Zigarettenherstellungsstätten überhaupt wohl auf mehrere hundert zu veranschlagen sein dürfte. Angeblich soll es in Kairo 5000 Zigarettenarbeiter geben. Die Jahresproduktion einer der bekanntesten und grössten Firmen' wird mit 115 bis 120 Millionen angegeben, was einer Tabaksmenge von 140 000 bis 150 000 kg entsprechen würde. Die meisten Zigarettenfabriken verarbeiten nur etwa 4 bis 5 verschiedene Mischungen, die aber wiederum in den verschiedensten,

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