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Palästina · 1903-01-01 · Heft 3-6 · p. Seite 155

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
2 (1903-1904)
Issue
Heft 3-6
Article
Die ägyptische Zigarettenindustrie
Date
1903-01-01
Page
Seite 155 (sequence 1)
Language
German
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— 155 — DIE AEGYPTISCHE ZIGARETTENINDUSTRIE.*) (Bericht des Kais. Deutschen Konsulats in Kairo.) Die von Jahr zu Jahr steigenden Ziffern der Tabakeinfuhr und der Zigarettenausfuhr legen Zeugnis ab von der in beständig zunehmender Bewegung begriffenen Bedeutung der ägyptischen Zigarettenindustrie. In Aegypten darf seit dem Jahre 1890 — Dekret vom 25. Juni 1890 — kein Tabak, mehr gebaut werden. Die ägyptische Zigarettenfabrikation ist daher für ihr Rohmaterial ausschliesslich auf die Einfuhr angewiesen, und zwar bezieht sie den Tabak vorzugsweise aus der Türkei, insbesondere aus Macedonien und der Umgegend von Smyrna, und einen kleinen Teil auch aus Griechenland und Bosnien. Die besten Zigarettentabake kommen aus Xanthi, Kawalla und Yenidsche. Sie kosten bis zu 1 Lst. und mehr die Oka (5/4 kg). Die geringwertigeren Qualitäten sind schon von 8 Piastern pro Oka an zu haben. In der Zigarettenfabrikation wird niemals eine Tabaksorte rein verarbeitet, sondern es werden stets mehrere gemischt. Auf der Mischung beruht die Güte der Zigaretten und in der Kunst der Mischung das Geheimnis der Fabrikation. Die Tabaksmischer — ausnahmslos Griechen — werden mit Gehältern von 10 bis 20 Lst. monatlich, ausnahmsweise auch wohl noch höher besoldet. *) Wir bringen diesen Artikel, um damit eine Illustration zu den grossen industriellen Möglichkeiten des Orients zu bieten. Ausserdem aber soll im speziellen damit gezeigt werden, wie wenig eine Industrie an die lokale Produktion der Rohstoffe oder sonstigen Materialien gebunden zu sein braucht. So wie die hier geschilderte werden sich noch viele Industrien findan lassen, die in Gegenden ohne das zu verarbeitende- Rohprodukt, ohne Heizmaterialien auch ohne den verhältnismässig grossen Wasservorrat, den eine landwirtschaftliche Kolonisation brauchen würde, gedeihen könnten. Dies ist speziell auch im Hinblick auf das äg}rptische Stück von Palästina, auf El-Arisch gesagt. Die Redaktion.

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