Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 2 (1903-1904)
- Issue
- Heft 3-6
- Article
- Über Oliven-Kultur in Palästina
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 128 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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— 128 — Ferner aul Seite 76: „. . . Die Zahl der Olivenbäume, welche bei Ladikije in Nordsyrien seit Beginn des vierten Jahrzehnts dieses Jahrhunderts bis zum Frühjahre 1881 durch die Christen, welche mehr und mehr vom Getreidebau zur Baumzucht übergehen, angebaut worden sind, ' schätzt man auf ungefähr 250 000 Stück. Alte, den Muslimen gehörige Oelbäume gab es dort im Jahre 1881 nur etwa 1000 Stück. ..... Um das Jahre 1875 wurden in Syrien durchschnittlich jährlich sechs Millionen Oka (44 Oka "= 56 kg) oder 7 636 363 kg Olivenöl erzeugt. Da sich der Preis für die Oka auf 5,5 bis 8 Piaster (ä ca. 17 Pfennige) stellt, so berechnet sich der Wert der angegebenen Oelmenge auf 5 610 000 bis 8 160 000 Mark. Seitdem hat die erzeugte Olivenölmenge durch Neuanpflanzungen unzweifelhaft noch zugenommen. Von dem gewonnenen Oel wird etwa die Hälfte in den zahlreichen Seifenfabriken Syriens......verwertet, ein Viertel als Speise- und Brennöl verwendet und ein Viertel nach Aegypten, Oesterreich', Italien, Frankreich und England ausgeführt." Hierzu möchten wir bemerken: Die obigen Ertragsziffern sind zwar niedriger als viele andere durchaus zuverlässige Ziffern, aber doch wesentlich höher als von unseren Palästinensern meist für möglich gehalten wird. Es wäre dringend zu wünschen, dass man jüdischerseits baldigst die notwendigen Schritte tut, um sich die besten Erfahrungen der nach modernen Methoden arbeitenden Olivenländer zu eigen zu machen. Die Olivenkultur ist sicher eine der aussichtsreichsten für Palästina — wie bekannt, liegt diese Erkenntnis auch dem Plane zu Grunde, wonach auf den Ländereien des National-Fonds zunächst und vornehmlich Oliven-Kultur betrieben werden soll. Je näher nun der Anfang dieser Tätigkeit liegt, umso dringender werden die oben genannten Vorstudien. Es ist auch nicht zu übersehen, welcher Nutzen unserem Kolonisationswerke erwachsen würde, wenn diese Vorstudien und die darauf einsetzende praktische Tätigkeit wirklich ein Resultat ergeben würde, . dass den obigen Angaben Anderlind's auch nur emigermassen entspräche. Sicher ist keine andere landwirtschaftliche Betätigung auch nur annähernd so aussichtsreich für den speziellen Fall der jüdischen Kolonisation im Orient (siehe auch Artikel in „Palaestina", I. Jahrgang, S. 211—227).