Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 2 (1903-1904)
- Issue
- Heft 1-2 (1904.None.1903)
- Article
- Die Wiedererweckung von Chaldäa [Nachricht]
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 110 (sequence 2)
- Language
- German
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— 1 10 — Lauf verschlammte, das Kanalnetz verfiel vollständig, und jetzt ragen die Ruinen von Opis und andere Trümmermassen als Inseln aus der Wüstenebene empor, die gänzlich jedes Pflanzenwuchses bar ist. Willcox schätzt, dass in diesem Gebiet l1/^ Million Acker englischen Masses (1 Acker ca. 4000 Ouadratmeter) von erstklassigem Boden in einem Wert von 720 Millionen Mark durch eine einmalige Ausgabe von 160 Millionen Mark gewonnen werden können und an jährlichen Zinsen 76 800 000 Mark ergeben würden. Ausserdem würde noch eine Fläche von U/2 Millionen Ackern weniger fruchtbaren Landes entstehen, die ebenfalls der Kultur unterworfen werden müssten. Das Beispiel Aegyptens lehre, dass, von den Zahlen abgesehen, solche Rechnungen nicht ohne eine tatsächliche Grundlage sind. Die Bodenkultur in Aegypten hat in den letzten Jahrzehnten schon ganz ausserordentlich zugenommen und wird nach Ansicht von Willcox durch die neusten grossartigen Damm- und Kanalarbeiten eine Höhe erreichen, die selbst in den Zeiten der Pharaonen ihresgleichen nicht gehabt hat. (Echo der Gegenwart, Aachen 9. 6. 1903.) * Die Tabakernte auf Porto Rico im Jahre 1902. Die Tabakernte Porto Ricos betrug im Jahre 1902 ungefähr 35000 Ctr., wovon ca. 6000 Ctr. nach Deutschland und Spanien und 5000 Ctr. nach den Vereinigten Staaten ausgeführt wurden, während der Rest auf der Insel konsumiert wurde. Die Qualität des in Porto Rico geernteten Tabaks lässt noch zu wünschen übrig, dürfte sich aber zweifelsohne durch eine wirklich rationell betriebene Kultur bedeutend verbessern lassen. Es sind im Jahre 1902 seitens der Porto-Rican- American-Tobacco Company zum erstenmal Versuche angestellt worden, um unter Bedeckung der betreffenden Ländereien mit einer besonders geeigneten Tuchart (sogenanntes cheese-cloth) ein besseres Produkt zvl erzielen. Die bis jetzt erlangten Resultate, die allerdings noch nicht als endgültig zu betrachten sind, haben sowohl in der Quantität wie in der Qualität befriedigt. Allerdings sind die Auslagen einer solchen Kultur, namentlich durch die Anschaffung des Tuches, im ersten Jahre sehr gross; sie sollen sich auf fast 3000 M. pro Acre (euerda) gestellt haben. Es sind aber begründete Hoffnungen vorhanden, dass sich •dieses System bezahlt machen wird. Auf Aeckern bedeckten Landes sind etwa 60% mehr Tabak erzielt worden als von denjenigen Ländereien, die dem ungeschwächten Sonnenlichte und Regen ausgesetzt waren Ebenso hat die Qualität bedeutend gewonnen, indem die Ausbeute 85% Deckblatt-Tabak ergab, welcher Preise von 100 bis 150 Cents Gold pro 100 lbs bringen dürfte. Das Hauptabsatzgebiet für Porto Rico- Tabak sind die Vereinigten Staaten, und zwar gelangt derselbe in Form von auf der Insel hergestellten Cigarren zur Ausfuhr, während Rohtabak verhältnismässig weniger in Frage kommt. Die Preise für Zigarrentabak schwankten zwischen 10 bis 30 Cents Gold pro Pfund, wohingegen die Schneide-Tabake (boliche) auf etwa 4 bis 6 Cents bewertet waren. Diese letzteren gehen teilweise nach Deutschland. Der Handel in Tabak, Zigarren etc. liegt zum grössten Teil in den Händen einer amerikanischen Gesellschaft, der Porto- Rican American Tobacco Compan}^ (ein Zweigunternehmen des Trusts). Diese Fabrik beschäftigt ca. 1000 Leute und bezahlt Arbeitslöhne von 6 bis 10 $ pro 1000 Zigarren, je nach Klasse. Sie fabriziert ca. 360 Millionen Zigaretten, gleich etwa 80% des für den Konsum der Insel in Frage kommenden Quantums An Zigarren stellt sie etwa 60 Millionen Stück her, und zwar meist billigere Sorten, wie sie in den Vereinigten Staaten gewünscht werden. Dies macht etwa 45 % der ganzen Ausfuhr aus. Die Ausfuhr war am stärksten in den Monaten Januar bis April mit ca. 25 Millionen Stück. Der Export im Jahre 1902 bewertete sich auf 2192790 $ gegen 786 259 $ im Jahre 1901. (Nach einem Berichte des Kais. Konsulats in San Juan.) ❖ Malaria in Ismailia und Suez. Major Ross, der im Auftrage der Compagnie des. Seekanals von Suez die Ursache des Auftretens von Malaria in Ismailia, sowie Suez und Port Said studiert hatte, konstatierte, dass in Ismailia die Malaria ausschliesslich durch Stiche der Mosquitos — der Anopheles — verbreitet wird. Bei der näheren Untersuchung des Aufenthaltsortes der Larven des Insektes stellte es sich heraus, dass der Süsswasserkanal, der der Stadt Wasser zuführt, kein einziges Insekt enthielt. Dies erklärt Ross durch den Umstand, dass überall dort, wo das Wasser tief genug ist, um Fische aufzunehmen, die Larven von den Fischen vernichtet werden. Man fand die Larven nur in den flachen Pfützen, die die Stadt umgeben, besonders in einer beim Schlachthaus, an der Brunnenkresse kultiviert wird. Ebenso wurden einige Larven in einer künstlichen Fontäne im europäischen Viertel gefunden. Als Mittel gegen die Krankheit empfiehlt Ross die Vernichtung der Mosquitos, was in Ismailia sich leicht durch die Drainierung