Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 2 (1903-1904)
- Issue
- Heft 1-2 (1904.None.1903)
- Article
- Die Jüdische Orient-Kolonisations-Gesellschaft
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 51 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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— 51 — Deutschland und Samos, die vergleichsweise herangezogen sind, eine Bevölkerungsdichte von 100 und 101 per Quadratkilometer und Malta gar die 51f2 fache Bevölkerungsdichte aufweist, so wird es klar, dass in Palästina (21 per Quadratkilometer) noch viel Raum für intelligente Siedlungsfähigkeit ist. Wenn Palästina der jüdischen Einwanderung verschlossen ist, so zeigt der Hinweis auf das englische Cypern und den anglo-ägyptischen Sinai und Wadi- El-Arisch, dass dieser Umstand uns nicht zur Untätigkeit zwingt. Die Ziffern für Syrien und Klein-Asien sowie die sehr hohen Ziffern der christlichen Autonomie Libanon sind der Vollständigkeit wegen gegeben. Aus dem Text der mir vorliegenden Scha'are Zion-Drucksache sei folgendes wiedergegeben: „Es kommen (solange es keine Möglichkeit gibt, in Palästina selbst eine Kolonisation in grösserem Umfange und auf freiheitlicher Basis zu bewerkstelligen) in erster Linie Cypern und die südwestlichen Grenzländer Palästinas in Betracht, die unter englischer bezw. ägyptischer Verwaltung stehen. Hier, auf zum Teil ehemals jüdischem Boden, unbeengt durch rechtliche Beschränkungen oder durch eine Uebermacht fremdnationaler Einflüsse, und in stetem Konnex mit der alten und zukünftigen Heimat unseres Volkes, könnten die Ansiedler nicht bloss zu wirtschaftlicher Unabhängigkeit gelangen, womöglich auf genossenschaftlichem Wege, sondern auch Zentren jüdischen Lebens und jüdischer Kultur bilden..... Bevor jedoch eine Kolonisation in den genannten Ländern unternommen wird, ist es erforderlich, eingehende Informationen über die politischen, wirtschaftlichen und anderen einschlägigen Verhältnisse dieser Länder zu erlangen. Der Verein „Scha'are Zion" hat es daher zu seiner nächsten Aufgabe gemacht, mit Hilfe gleichstrebender Vereine eine Expedition von Fachmännern dorthin zu entsenden, worauf dann, falls sich geeignete Resultate ergeben, zur Ausarbeitung eines praktischen Aktionsplanes geschritten werden soll." Seither ist — wenn auch nicht von dem gleichen Kreise aus, doch zum Teil von denselben Personen und ganz von denselben Gesichtspunkten aus — an der Beschaffung der Informationen und der Popularisierung der Palästinakunde vieles geschehen. Auch die Begründung der Palästina-Zeitschrift sowie des Komitees und des Vereins zur wirtschaftlichen Erschliessung des Landes gehören mit hierzu. — Und was die Entsendung einer Expedition betrifft, so ist es dem beharrlichen Hinweis auf den hier zum erstenmal betonten palästinensischen Charakter des ägyptischen Grenzgebietes gelungen, gerade vonseiten der Körperschaft die Ausführung dieses Vorschlages zu erzwingen, die die nächste dazu hätte sein müssen und durchaus die letzte sein wollte. — :-- Der Verein Scha'are Zion hat — als Verein — kein langes Leben gehabt. Aber die Begründer des damaligen Vereins haben seinen Ideeninhalt nicht mit seiner äusseren Form sterben lassen, sondern mit dem theoretischen Teil des Programms nunmehr auch dem praktischen die Verwirklichung folgen lassen in der Begründung der Jüdischen Orienl-Kolonisations-Gesellschaft. 4*