Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 2 (1903-1904)
- Issue
- Heft 1-2 (1904.None.1903)
- Article
- Einleitung
- Date
- 1903-01-01
- Page
- 3 (sequence 1)
- Language
- German
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EINLEITUNG. Zur Einführung in den ersten Jahrgang dieser Zeilschrift haben wir vor etwas über Jahresfrist die Gesichtspunkte dargelegt, von denen aus wir die Gründung der Zeitschrift für nötig hielten. Wir haben ein Programm aufgestellt und gewisse Versprechungen gemacht. Wir halten es deshalb für angebracht, jetzt zu Beginn des neuen Jahrganges, zu prüfen, ob die leitenden Gesichtspunkte sich verändert haben, ob dementsprechend unser Programm modifiziert werden muss, und inwieweit wir unsere Versprechungen erfüllt oder hinter ihnen zurückgeblieben sind. Die Notwendigkeit, ein einwandsfreies Land für den Strom der jüdischen Auswanderer zu suchen, ist im vergangenen Jahre wenn möglich, noch grösser geworden. England, Amerika und neuerdings auch Südafrika schliessen sich immer mehr gegen die jüdische Einwanderung' ab. Und wenn dieser Abschluss sich auch nicht immer in gesetzgeberischen Massnahmen äussert, so ist er dadurch keineswegs weniger wirksam. Wenn wir hören, wie" im New-Yorker Ghetto die jüdische Bevölkerung bei der Ausübung einer gewiss ein wandsfreien Handlung — beim Begräbnis ihrer Toten — in einer aller Gesittung hohnsprechenden Weise gestört wird, wenn wir hören, wie die Strassenjugend des freiesten und aufgeklärtesten Landes der Welt es bis zu Mord und Totschlag an ihren andersgläubigen und stammestremden Nachbarn gebracht hat, wenn die langen Verhandlungen der Londoner Fremden-Kommission — wenn auch sicherlich unbeabsichtigter Weise — meist gehässigen Darstellungen über den Wert des eingewanderten jüdischen Elements eine verhängnisvolle Publizität gegeben haben, und wenn, dem Beispiel des Mutterlandes vorauseilend, Südafrika sich der jüdischen Einwanderung verschlossen hat, so haben wir in einigen wenigen markanten Zügen die Richtigkeit unserer Argumentation aufs neue und nur allzusehr bestätigt gesehen. Andererseits scheint die Fortführung und Ausgestaltung unserer Arbeiten um so nötiger, als trotz aller Anerkennung der Notwendigkeit solcher Vorarbeiten sich doch nirgend anderwärts ein ernst zu nehmendes Interesse herausgebildet hat. Der Kreis von Männern, die durch ihre Mitarbeit das Zustandekommen dieser Zeitschrift ermöglicht haben, 1*