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Palästina · 1902-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1902) · p. Seite 236

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Journal
Palästina
Volume
1 (1902)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1902)
Article
Eine italienische Kolonisationsgesellschaft für Tripolis und Cyrenaika [Nachricht]
Date
1902-05-01
Page
Seite 236 (sequence 1)
Language
German
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— 236 — KLEINERE NOTIZEN. Eine italienische Kolonisationsgesellschaft für Tripolis und Cyrenaika. (Oestem Monatsschr. f. d. Orient. Mai 1902.) Der palermitanische Grossunternehmer (Bankier, Rheder, Schiffsbauer) Florio beschäftigt sich augenblicklich mit der Gründung einer .italienischen Kolonisationsgesellschaft, welche die Besiedelimg von Ländereien in Tripolis und der Cyrenaika durchführen soll. Er hat während einer kürzlich unternommenen Bereisuhg dieser Gebiete ausgedehnte, unbebaute Terrains erworben. Das Nominalkapital der Gesellschaft ist auf 100 Millionen Lire angesetzt, soll aber erst allmählich voll eingezählt werden. Die definitive Konstituierung der Gesellschaft wird dann erfolgen, wenn ihr (wie von dem Begründer zuversichtlich erwartet wird) die türkische Regierung die Konzession gewährt, die unbebaut liegen gelassenen Terrains in den genannten Gebieten ohne die - Zahlung einer, Kauf summe durch 90 Jahre exploitieren zu dürfen. Es soll von der Gesellschaft alljährlich eine bedeutende Anzahl italienischer Landleute (angeblich 50 000 bis 60 000) nach Türkisch-Nordafrika gebracht werden. * Wirtschaftliches aus Aegypten. (Aus dem Berichte des k. k. Konsulats Kairo für d. 1. Quartal 1902, 1. Spalte 4. Absatz.) Oesterr. Monatsschr. f. d. Orient. Juni 1902. In Umross am Roten Meer wurden von einer Privatgesellschaft Schärfungen nach Gold gemacht. Man fand Spuren einer altertümlichen Gi'ube, welche eine Tiefe von 125 Fuss erreichten. Dort stiess man auf eine Schicht goldhaltigen Quarz, welche, je tiefer gegraben, desto grösser sich erwies. Der untersuchte Quarz (38 Muster) ergab durchschnittlich weniger als eine Unze Gold per t. Es waren jedoch Muster mit 2—5 und sogar 10 Unzen per t. Mit ähnlichen Erhebungen beschäftigt sich im Sudan eine andere Gesellschaft, deren Thätigkeitsgebiet sich südlich vom Wadi- Halfa befindet. * Ueberdies hat die ägyptische Regierung, um die Schwammfischerei vernünftig zu fördern, den interessierten Staaten zur Kenntnis gebracht, dass sie eine Fischerkolonie in Marsa Matrouh, ca. 210 km westlich von Alexandrien am Mittelländischen Meere, gründet. Dieser Punkt ist wegen der ergiebigen Fischerei genügend bekannt. Marsa Matrouh ist ein guter Naturhafen. Fremden Fischern wird erlaubt werden, die Fischerei während der Periode von 5 Sommermonaten, von Ostern bis September, auszuüben. Die Kolonisten werden das ganze Jahr fischen können. Die Gegend von Marsa Matrouh ist sehr produktiv, und nachdem die ganze Küste bis zur Grenze von Tripolis als reich an Schwämmen bekannt ist, so wird es an Kolonisten nicht fehlen. Eine Reihe von Begünstigungen wurde den Kolonisten zugesichert, so die Schenkung von 2 Fedden-Grundstücken, Steuerfreiheit durch 2 Jahre, ausnahmsweise!" Bau von Häusern für die Kolonisten unter gewissen Bedingungen, namentlich der Verpflichtung des längeren Bleibens in der Kolonie (5 Jahre). Die Kolonisten werden eingeladen, sich, schon am 1. Oktober zu melden. Bekanntlich bilden die Schwämme den Gegenstand eines schwanghaften Handels. Man unterscheidet im Handel Toilette- . schwämme, Schwämme für Haus und Wirtschaft und Industrieschwämme. Die drei wichtigsten Märkte sind Paris, London (für feine Sorten) und Triest Die feinsten Qualitäten stammen aus Tripoli (Syrien), vom griechischen Archipel, von der sicilianischen Küste, die Industrieschwämme liefern die Antillen. * Die Burg des Königs Salomo. Der Professor an der evangelischen Fakultät in Wien, Herr Dr. Sellin, ist gegenwärtig auf einer wissenschaftlichen Forschungsreise durch Palästina begriffen, die er mit Unterstützung der Akademie der Wissenschaften unternommmen hat. Von Dr. Sellin ist nun letzter Tage ein Bericht eingelaufen, der ausführliche Angaben über die Funde und Entdeckungen des Gelehrten enthält. Der Forscher, so teilt das Neue Wiener Tagblatt mit, ist bei einer der von ihm vorgenommenen Grabungen auf die Burgmauern eines salomonischen Schlosses gestossen; auch das Festungsthor desselben wurde gefunden. Ausser diesem historisch bedeutsamen Funde gelang auch bei der Freilegung einer Begräbnisstätte isralitischer Kinder die Entdeckimg eines aus dem Naturfelsen herausgearbeiteten Altars. Die Festungsmauern in Taanak, die Sellin gleich am Beginne seiner Expedition fand, wurden thatsächlich als die Umfangsmauer der alten kanaanitischen Stadt festgestellt.

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