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Palästina · 1902-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1902) · p. Seite 193

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
1 (1902)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1902)
Article
Die Handelstaktik der Amerikaner in der Levante
Date
1902-05-01
Page
Seite 193 (sequence 5)
Language
German
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— 193 — direkte Verbindungen mit den Fabrikanten geschaffen haben, da lern er die Zollschwierigkeiten und die Handelsunkosten bei ihnen wahrscheinlich etwas geringer sind als in der Hauptstadt des Landes, so wird das erwähnte Musterlager nicht auf Konstantinopel beschränkt bleiben, sondern man will es auch auf die Provinzen ausdehnen, und die Verhandlungen betreffs Einrichtung von Filialen in Smyrna, Salonik und Beirut sind bereits beendet. Es sollen aber noch weitere Filialen in Südrussland, Aegypten, Griechenland und den kleineren Balkanstaaten errichtet werden. Jede Filiale enthält einen mit den Ortsverhältnissen genau vertrauten, bewährten einheimischen Kaufmann zum Leiter, welcher die Einkäufe bei der Centrale in Konstantinopel gegen bar oder angemessene Sicherheit besorgt und ihr für an Kunden gewährte Kredite haftbar ist. Zur Unterstützung wird ihm ein ebenfalls mit dem Bezirk vertrauter Reisender, welcher die Kunden aufsucht und kontrolliert, beigegeben. Wenngleich nun für alle diese Bestrebungen, besonders auch hinsichtlich der beabsichtigten Konkurrenz in Webewaren, noch sehr viel Zeit und Mühe aufgewendet und Erfahrungen gesammelt werden müssen, ehe eine erfolgreiche Arbeit einsetzen kann, so ist es doch für die Interessenten unserer beiden grössten Industrien nötig, das Vordringen der Amerikaner genau zu verfolgen. Die amerikanischen Einfuhrwaren haben meist einen grossen Vorzug, der bei den so gern zu Beanstandungen geneigten levantinischen Kaufleuten ausser ordenlich stark ins Gewicht fällt: sie sind genau nach Muster und Auftrag ausgeführt, so dass Bemängelungen und mit nicht richtiger Innehaltung des Musters begründete Forderungen von Preisnachlässen, wie sie hier so vielfach üblich sind, bei amerikanischen Waren kaum vorkommen. Zudem sind die amerikanischen Eisenwaren, besonders Werkzeuge, weil die meisten Fabriken nur einige, oder gar nur einen Artikel als Spezialität fabrizieren, vollendet solid und praktisch, schliesslich Eisen- und Webewaren ausserordentlich billig, weil die Unternehmungen mit grossem Kapital und rationell durchgeführter Arbeitsteilung arbeiten und geringe Frachten die Ausfuhr begünstigen. Der Wettbewerb wird also sehr heftig werden können, und es wird aller Anstrengungen seitens der deutschen Fabrikanten bedürfen, um nicht von den Amerikanern zurückgedrängt zu werden.

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