Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 1 (1902)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1902)
- Article
- Palestine Exploration Fond [Nachricht]
- Date
- 1902-03-01
- Page
- Seite 164 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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— 164 — Temperatur - Unterschied während eines einzelnen Tages fällt mit 21,6 Graden auf einen Tag des Juni. Der grösste Regenfall des Jahres 1901 kam auf den Januar mit 7.42 Zoll. Vom 18. Mai bis 2. Oktober, also 137 Tage hintereinander, fiel kein Regen. Die ganze Regenmenge des Jahres war 17 42 Zoll, also 9,66 Zoll weniger als der Durchschnitt der letzten 40 Jahre. Die Gesamtzahl der Regentage war 40, oder 15 weniger als obiger Durchschnitt. Weiter behandelt die gleiche Publikation einen Vortrag über „Moskitos und Malaria- Fieber in Palästina" von Sir Charles Wilson. Der genannte Forscher empfiehlt dringend den Gebrauch von Moskito- Netzen für die Schlafstätten. Dies sei eine Vorsiehtsmassregcl, welche kein Reisender in Palästina während der ungesunden Monate des Jahres ausser acht lassen sollte. Ueber die Frage, ob das Pflanzen von Eukalyptus ein geeignetes Mittel zur Bekämpfung der Malaria sei, findet sich in dem erwähnten Vortrag folgendes: In Chederah, einem sehr ungesunden Orte, sind grosse Mengen von Eukalyptus gepflanzt worden, um die Malaria zu bekämpfen. Hierüber sagt Dr. Cropper: „Nach meiner Ansicht ist es klar, dass die Eukalyptus-Bäume nicht das Mindeste genutzt, sondern eher geschadet haben.. Hätte man den halben Betrag, der für das Pflanzen ausgegeben wurde, auf die Ausführung von hydraulischen Werken ausgegeben, so würde der Platz jezt zweifellos gesünder sein müssen." An anderer Stelle sagt er: „Unser Zelt stand zwei Tage lang unter den Eukalyptus-Bäumen (Eucalyptus rostrataund Eue. resinifera, da das Klima lür Eue. globulus nicht geeignet war). Moskitos, und zwar fast ausschliesslich anopheles maculipennis und anopheles superpictus mit sehr wenigen Culex, waren häufig und konnten fast stets in unserem Zelt gefunden werden, dessen dunkelblaues Leinen ihnen ein Unterkommen bot, ebenso wie die trockenen Gräser unter dem Eukalyptus, wo man sie immer finden konnte." Sir Charles Wilson fügt hinzu, es wäre interessant zu wissen, ob sich" der Baum anderwärts, wo man Eukalyptus als Schutz gegen Moskitos gepflanzt hat, ähnlich nutzlos erwiesen habe. Möglicherweise eignet sich Eucalyptus globulus besser als die Art, mit denen Dr. Cropper seine Erfahrungen gemacht hat. * Absatz von Automobilen nach Syrien und Palästina. Nach Ansicht des Konsuls der Vereinigten Staaten von Amerika in Beirut durften Syrien und Palästina ein Absatzfeld für Automobile sein. Die genannten Länder, welche zur Zeit über nur unzureichende Eisenbahnen verfügen, werden in neuerer Zeit vielfach von Ausländern besucht; so gehen, ganz abgesehen von den nach Tau-enden zählenden Pilgern, jährlich etwa 750 Touristen über Beirut nach Baalbeck (Heliopolis) und Damaskus, die doppelte Anzahl durchwandert Palästina. Für den Absatz von Automobilen würde vornehmlich Beirut in Frage kommen, da das Binnenlaud wegen der Armut der Bewohner so teure Beförderungsmittel schwerlich in nennenswerther Menge aufzunehmen vermag. Die einzuführenden Maschinen müssten wegen des bergigen Geländes, durch welches die Landstrassen vielfach führen, von starker Bauart sein. Bemerkt sei, dass in neuerer Zeit viel zur Ausbesserung der Wege im Lande geschieht; zur Zeit wird eine neue Landstrasse zwischen Beirut und Sidon gebaut (Nach The Board of Trade Journal.) * Zwei interessante Weltkarten sind soeben im Verlage von Freytag & Berndt, Wien, erschienen: „Der Weltverkehr" und „Die Konkurrenz-Verhältnisse am Weltmarkt". Die erste Karle zeigt die Eisenbahn-, Dampfer-, Post- und Telegraphenlinien und bezeichnet u. a. auch sämtliche Orte mit deutschen und österreichisch-ungarischen Konsulaten. Die Angaben über Ein- und Ausfuhr der verschiedenen St aten sind dem Werke Freytag, „Export-Atlas für Welthandel und Industrie" (gleicher Verlag) entnommen. In farbiger Darstellung sind die wichtigsten Handelsartikel nach Staaten und Umfang der Ein- und Ausfuhr behandelt. Weitere Tabellen zeigen die Entwicklung des auswärtigen Handels der verschiedenen Staaten seit 1889 und den Wert der Gesamt- Waaren-Ein- und Ausfuhr. Interessant ist auch eine Nebenkarte, welche die Verbreitung der wichtigsten europäischen Verkehrssprachen auf der Erde zeigt. Die zweite Karte giebt in ihrem Gesamtkartenbild einen klaren Ueberblick über die heutigen Konkurrenzverhältnisse am Weltmarkte. Aus 6 Ncbenkärtchen geht der prozentuale Anteil des Deutschen Reichs, Englands, Frankreichs, Oesterreich-Ungarns, der Niederlande und der Vereinigten Staaten an dem Gesamthandel aller Länder der Erde hervor, wodurch die wirtschaftliche Abhängigkeit der einzelnen Länder von den Haudelsmächten vortrefflich illustriert wird.