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Palästina · 1902-03-01 · Heft 3-4 (März 1902) · p. Seite 160

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Journal
Palästina
Volume
1 (1902)
Issue
Heft 3-4 (März 1902)
Article
Archiprêt [Nachricht]
Date
1902-03-01
Page
Seite 160 (sequence 1)
Language
German
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— 160 — KLEINERE NOTIZEN „Archipret". Die New-Yorker Zeitschrift „The Maccabaean" bringt unter dem Titel „Palästina, ein ödes Land" eine editorieile Notiz, bei deren Lektüre man stark an die berühmte Kriegsbereitschaft der französischen Armee vor 1870 erinnert wird. Wir eitleren folgendes: „Wir haben Vertrauen, weil wir eben die Thatsachen kennen, wir haben genügendes Interesse an den Grundlagen jüdischer Existenz, um alles zu wissen, was die Verhältnisse der Juden in Palästina und die Natur des Landes betrifft...... Die Führer der zionistischen Bewegung — (those responsible for the work of the movement) wissen nicht nur alle diese Dinge sondern noch viel mehr..... In militärischer Redeweise: es ist alles vorüberlegt und geplant „bis zum letzten Knopf" (to the „last button"). und wenn wir jetzt noch nicht „drüben*4 sind, so wird man sehen, dass — wenn wir gehen — der Marsch ordnungsmässig und diszipliniert sein wird und nach einem wohlgeregelten und sorgfältig ausgedachten System." Wir könnten an dieser amüsanten Auslassung stillschweigend vorüber gehen, wenn nicht durch dieselbe unsere und unserer Bestrebungen Existenz als überflüssig hingestellt würde. Naive Seelen, die alles Gedruckte wörtlich nehmen, könnten leicht auf die Idee verfallen, dass es besser sei sich auf die Archive des zionistischen Generalstabes zu verlassen, als ein in solcher Vollständigkeit vorhandenes und verarbeitetes Palästina-Material („to the lastbutton") nun nochmals zu sammeln und zu sichten. Es kann nicht klar genug und nicht scharf genug darauf hingewiesen werden, dass es den jüdischen Palästinabestrebungen — auch an massgebenden Stellen — noch durchaus an einer genügenden Kenntnis der orientalischen Verhältnisse gebricht. Wenn das letzte Communique der „Welt" von „Palästina und anderen Gebieten Kleinasiens" spricht, so ist das kein Lapsus, sondern ein Glied aus einer ganzen Kette von Unkenntnissen, was sich leicht beweisen liesse.— — — Die Verbreitung der Ansicht, dass alles bereit sei, halten wir nicht für eine verzeihliche Täuschung eines kritiklosen Publikums, sondern für ein ernstliches Hindernis für alle diejenigen Bestrebungen, welche die Verbreitung zuverlässiger Informationen über Palästina und seine Nachbarländer bezwecken. * Palästinaforschung und Palästinakolönisation im Progran m d«r demokratisch-zionistischen Fraktion. Wie einem Teile unserer Leser bekannt sein dürfte, hat die vor kurzem entstandene demokratisch-zionistische Fraktion im Juni d J. in Heidelberg einen Delegiertentag abgehalten und daselbst ihr Programm formuliert. Dem uns vorliegenden Fahnenabzug dieser interessanten und trefflich ausgearbeiteten Kundgebung entnehmen wir jene Stellen, welche sich auf die Palästinaforschung, auf kulturelle Arbeit in Palästina sowie auf das Kolonisationssystem beziehen. Wenn wir es auch vorläufig nur mit theoretischen Aeusserungen und Wünschen zu thun haben, so dürfen wir es doch nicht übersehen, dass die demokratisch-zionistische Fraktion die fortschrittlichsten und geistig leistungsfähigsten unter den jüngeren Elementen des Zionismus vereinigt hat, so dass eine praktische Bethätigung ihrer Anschauungen in der Zukunft wohl zu erwarten ist. Mit um so grösserer Genugthuung heben wir es hervor, dass die Fraktion die Notwendigkeit planmässiger Kolonisationsvorarbeiten in modernem Stil, denen unsere Thätigkeit gilt, voll begriffen hat und die Besiedelung Palästinas nur nach den Grundsätzen eines geläuterten Sozialismus vor sich gehen lassen will. Wir lassen die betreffenden Paragraphen des Programms folgen: § 11. Für das zukünftige Judenland soll grundsätzlich die Nationalisierung des Bodens angestrebt werden. § 12. Für die Kolonisation soll vor allem das assoziative Prinzip zur Geltung kommen. § 13. Zu den notwendigen Vorarbeiten des Zionismus gehört die Gesamterforschung des jüdischen Volkes, speziell auch mit Rücksicht auf die Zwecke der dereinstigen Kolonisierung in Palästina. § 14. a) Als erster Schritt für eine planmässige zionistische Thätigkeit ist die gründliche Erforschung Palästinas und seinerGesamtverhältnisse notwendig. b) Ein besonderes Studium erfordern die Kolonisationsformen und die kolonialpolitischen Fragen mit Beziehung auf ihre Anwendbarkeit in Palästina. c) Zum Zwecke der beständigen Erforschung aller Verhältnisse Palästinas und des Studiums der Kolonisationsformen soll derKongress ein eigenes volkswirtschaftliches Amt in Palästina

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