Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 1 (1902)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1902)
- Article
- Die Zukunft des Seidenbaues in Palästina
- Date
- 1902-03-01
- Page
- Seite 147 (sequence 25)
- Language
- German
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147 — Hier ist es zu allererst Brussa, welches als bedeutendster Produktionsort seit vielen Jahren die erste Stelle einnimmt. Weitere Produktionscentren von geringerer Bedeutung sind Ponderma und Ismid. Schon zu Anfang des 19. Jahrhunderts entwickelte sich der Seidenbau von Brussa. In den vierziger Jahren des vorigen Jahrhunderts gründete man in Brussa die erste Seidenspinnerei. Im Jahre 1850 zählte man schon 85 Spinnereien. Fünf Jahre später erreichte die Ernte schon 512800 kg Seide im Werte von 26460000 Frcs. Eine solche Ernte wurde seitdem nicht mehr gesehen, denn 1856 brach schon die Pebrineseuche aus. Im Jahre 1864 erzeugte man noch 192440 kg Seide im Werte von 12027 254 Frcs. Aber im Jahre 1880 produzierte man nur noch für 9121392 Frcs. Seide. Es ist die allerniedrigste bis nun in Brussa erlebte Ernte. Von da ab beginnen die jährlichen Ernten zu steigen. Die folgende Tabelle giebt uns die Ernten von frischen Kokons, die Erzeugung von Samen etc. für das Vilayet von Brussa in den Jahren 1891 — 1898 an. Tabelle XIII. Die Seidenproduktiön des Vilayets von Brussa.1) Jahre Ernte von frischen Kokons in Wert an Frcs. AnsgeführteMengen der erzeugten einheimischen Samen Oertlicher Verbrauch an Seide Exportierte Rohseide Mittlerer Preis der Rohseide Exportierte trockene Kokons Seidenabfälle exportiert kg . Unzen kg kg kg kg kg 1891 3 426027 10063255 998 _ 44 _ __ 1892 4324670 12626375 20317 14896 281568 46 147428 277025 1893 4610584 15796397 41947 20232 283519 51 98755 257 944 1894 4581 106 119b0786 44179 19381 316825 37 79391 247008 1895 .3 439984 10 236384 189239 14810 304416 39 46242 256365 1896 5386119 13177 868 218106 11751 382080 35 85864 299360 1897 4 207400 11098000 221879 22 585 282476 — 44655 — 1898 3426200 — — — — — — — 1899 — — 402412 — — — — — Diese Tabelle zeigt uns, wie die Seidenproduktion im Vilayet von Brussa stetig wächst (abgesehen von den geringen, durch die Seidenkrise verursachten Schwankungen). Zugleich überzeugen wir uns aus dieser Tabelle, dass die Samenerzeugung hier ausserordentliche Dimensionen erreicht hat. Während Brussa früher 120 000 Ltq. jährlich an Frankreich für Samen abzugeben hatte, erzeugt es seinen eigenen Verbrauch vollauf und exportiert ausserdem ganz bedeutende Mengen davon ins Ausland, besonders nach Turkestan und Persien. Brussa erhält jetzt über 1500000 Frcs. für Samen. Man ging sogar so weit, dass man im Jahre 1898 zu viel Samen ausführte, so dass für J) N. Verney et G. Dambmann, Les puissances etrangeres dans le Levant, en Syrie et en Palestine, Paris 1900, S. 652, B. C. C. C. No. 100 1895, No. 113 1896, No. 122 1897, No. 138 1898, No. 162 19u0.