Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 1 (1902)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1902)
- Article
- Die Bibliographie des Komitees zur wirtschaftlichen Erforschung Palästinas
- Date
- 1902-03-01
- Page
- Seite 120 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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welche man in den entlegensten Ländern, welche an sich uns gar nichts angehen, mit Industrie und Kulturen gemacht hat, die sich auch für Palästina und seine Nachbarländer eignen. Nicht weniger als der ganze Erdkreis interessiert uns von diesem Gesichtspunkte aus. Es ist unmöglich, heutzutage ein Land oder irgendwie begrenztes Gebiet aus seiner Umgebung herauszuschneiden und allein zu betrachten. Als Importländer für palästinensische Erzeugnisse kommen fast alle Kulturländer heute schon in Betracht und werden bald in noch höherem Grade in Betracht kommen. Für die Einzelkulturen und Industrien ist es aber unbedingt erforderlich, alles zusammenzutragen, was uns zur Beurteilung des betreffenden Erwerbszweiges und seines Wertes auf dem Weltmarkt nötig ist. Es genügt auch nicht, räumlich allein in unserer Betrachtung über Palästina und seine Nachbarländer hinauszugehen, sondern zeitlich über die Gegenwart. Die momentanen Marktverhältnisse irgend eines Artikels geben kein Bild über die Chancen etwaiger Neueinrichtungen, wenn nicht bis zu einem gewissen Grade die bisherige Entwickelung — sozusagen die Geschichte des Produktes — bekannt ist. Nur aus Kenntnis aller dieser Faktoren lässt sich ein einigermassen zuverlässiges Urteil konstruieren. Um das Gesagte mittels eines praktischen Beispiels zu erläutern, verweisen wir auf den in diesem Hefte erschienenen Aufsatz: „Ueber die Kultur des Seidenbaus in Palästina." Diese vorzügliche Arbeit, welche demnächst auch separat und mit einigen Zusätzen erscheinen soll, ist das Muster eines nach jeder Richtung wohlvorbereiteten Vorschlages. Nichts fehlt, um ein vollständiges Bild über Lage und Tendenz des Seidenmarktes zu geben. Und erst auf diesen sicheren Unterlagen baut sich der eigentliche Vorschlag auf. Ebenso wie es hier in einem Beispiel gegeben ist, sollten wir durch unsere Bibliographie in die Lage versetzt sein, über jede Industrie oder Kultur so viel zuverlässige Einzelheiten jederzeit zusammenzustellen, dass aus denselben sich ein vollständig klares Bild ergiebt. Unsere Bibliographiezettel sind so eingerichtet, dass ausser allen nötigen Angaben noch eine Uebersicht gegeben ist, in welcher jeder Artikel und jede Notiz nach Schlagwörtern gekennzeichnet sind. Zum Beispiel wird ein englischer Konsularbericht über Palästina eine Liste von Schlagwörtern ergeben, in der einerseits die darin enthaltenen' Orte, andererseits die Export- und Importartikel angegeben sind. Noch ein weiteres Beispiel: Uns interessiert für Palästina die Kultur des Oelbaumes. Von diesem Gesichtspunkte sammeln wir alles, was über die Marktverhältnisse von Oel, eingemachten Oliven, Seife u. s. w. irgend vorzufinden ist. Wir registrieren gleichfalls alles, was über Behandlung des Baumes und seiner Produkte, über seine Verwendungsarten, Maschinerien u. s. w. sich irgendwo findet. Es ist klar, dass eine solche Bibliographie sich nicht in allen ihren Teilen zur Veröffentlichung in extenso eignet. Nicht nur, dass das Titelverzeichnis nach vielen Tausenden zählt, so dass seine Veröffentlichung erhebliche Kosten verursachen würde, sondern auch die fortwährende Ergänzung und Vergrösserung des Materials wird es ausserordentlich schwer machen, zu irgend einem Zeitpunkt den ge-