Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 1 (1902)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1902)
- Article
- Syrische Bahnen [Nachricht]
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 47 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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- Basra 3× ep/1044138
- Aleppo 2× ep/1047811
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- 47 — Preis, von 7 Millionen Francs wurden türkischerseits bereits 6,5 Millionen Francs geboten, dann aber wurden die Verhandlungen wieder abgebrochen, nachdem der Chefingenieur der Mekkabahn, Meissner, erklärt hatte, der Bau sei mit 30 000 bis 40 000 Francs per Kilometer zu bewerkstelligen. (Französischerseits wurden für diese Linie 10 300 000 Francs Obligationen ausgegeben.) Jetzt hat sich die Gesellschaft an die französische Regierung mit der Bitte gewendet, ihre Interessen in dieser Angelegenheit in Schutz zu nehmen. Es verlautet, dass diese Frage französischerseits schon anlässlich der Regelung der jüngsten Aktion offiziös berührt wurde. Nun hat aber der französische Geschäftsträger am 19. v. M. in einer formellen Note gegen die besagte Schädigung der französischen Interessen Protest eingelegt. * Die Bagdadbahn. Ausser der deutschen Bahnlinie nach Basra (am Zusammenflusse des Euphrat und Tigris) und dem Hafenorte Kuweit am Persischen Golfe existieren noch verschiedene andere Projekte für diese Gebiete. So plant angeblich ein grösseres englisches Syndikat eine direkte Ueber-Landbahn vom Mittelländischen Meere bis zum Persischen Golf in einer Länge von 2300 km. Dieselbe läuft von Alexandrette nach Aleppo, folgt dem rechten Euphratthale, kreuzt nach Hit hinüber, von dort nach Bagdad und Basra und zum Persischen Golf. Eine Verbindungslinie von Konieh zum Anatolischen Bahnsystem soll die Bahnen des Mittelmeeres und des Indischen Oceans direkt verbinden, so dass man nach Herstellung der projektierten Linie in einer Woche und nur durch die ■ Uebersetzung über den Bosporus unterbrochener Eisenbahnfahrt, von Deutschland nach dem Persischen Golf gelangen könnte. Wie man sieht, benutzt die Bahn in ihrem Endteile die von deutscher Seite projektierte Linie. Auch von russischer Seite ist in demselben Gebiete ein Bahnprojekt entworfen, und zwar stammt dasselbe von dem russischen Grafen Kapnist. Der Ausgangspunkt im Westen soll Tripolis in Syrien werden. Von hier aus soll die Bahn über den Libanon nach Horns gehen und weiter über Palmyra nach Rahaba am Euphrat. Von hier folgt sie dem Flusslaufe bis Hit, wo sie den Euphrat überschreitet. Von Jskanderieh zwischen Euphrat und Tigris, dort, wo beide Ströme sich einander auf 40 Kilometer nähern, soll ein Zweig über Bagdad und Chaikin nach der persischen Grenze gehen, ein anderer südwestlich nach den Wallfahrtsstätten der Schiiten, nach Kerbela und Nedschef. Die Hauptlinie setzt sich südöstlich über Kornea am Zusammenfluss des Euphrat und Tigris nach Basra fort und geht von hier noch in einem nach Osten geöffneten Bogen nach Kuweit am persischen Meerbusen. Die Linie schliesst sich in ihrem Endteile an das deutsche Projekt an. Aus allen diesen Projekten ergiebt sich, dass hervorragende politische und wirtschaftliche Kreise an der Erschliessung jener westasiatischen Gebietsteile thätig sind, welche Jahrhunderte lang so gut wie brach gelegen haben. (Flenshurger Nachrichten vom 24. 10. 1901.) * Der Berliner Lokal-Anzeiger schreibt: In England weiss man recht gut, dass eine Gefahr für die britischen Interessen in Indien und an den Küsten des Indischen Ozeans ledig-lich von der russischen Diplomatie und von russischen Truppen zu erwarten sein könnte. Man will aber in London die Erörterungen nach dieser Richtung nicht wachrufen und, da man die Absichten auf den Hafen von Koweit durchaus noch nicht aufgegeben hat, — der gestrige englische Ministerrat soll sich auch besonders mit der Koweitfrage beschäftigt haben — rückt man eine angebliche Begehrlichkeit des Deutschen Reiches nach politischen Vorteilen am roten Meere um so emsiger in die Diskussion. Die lediglich wirtschaftliche Bedeutung der Bagdadbahn, an der im übrigen auch französisches Kapital interessiert ist, wird absichtlich ausser Acht gelassen, um der deutschen Regierung annexionistische Pläne unterzuschieben. Heute geht uns folgendes Privattelegramm zu: London, 29. Oktober. Die Times meldet aus Konstantinopel: Die deutschen Förderungen bezüglich der Bagdad-Bahn sind folgende: eine Hauptbahnlinie von Brussa über Konia, Adana, Mosul bis Bagdad, ferner. Zweiglinien nach dem Golf von Iskanderun, nach Aleppo, (Jrfa, Hamrin und Kazinen mit Verlängerung nach Koweit, sodann ein Recht auf Anleguug von Dampferlinien auf dem Euphrat, Tigris und Schatt el Arab, sowie von Häfen dort, wo die Bahn die Küsten berührt, und von Minen innerhalb einer 20 Kilometer-Zone auf beiden Seiten der Bahn, mit noch vielen, kleineren Privilegien. Ferner verlangen die Deutschen eine Garantie von 13 000 Frcs. netto Verkehrseinnahme per Kilonieter, nach Abzug von 4500 Frcs. Betriebskosten. Letztere Forderung bildet das Plaupthindernis bei den Verhandlungen. Die Route der projektierten Bagdadbahn ist in ihren Hauptzügen längst bekannt,