Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 1 (1902)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1902)
- Article
- Die Smaragd-Minen am Roten Meer [Nachricht]
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 46 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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— 46 - etwas südlich von Cofu am Nil, entlangzieht. Diese, wie viele andere Teile dieser Region — z. B. die Porphyrbrüche von Jebel Dokhan — waren vor ungefähr 20 Jahrhunderten besser bekannt und dicht bevölkert. Nur kürzlich haben einzelne Forscher nach langen Zwischenräumen ihren Weg nach den Schatzkammern des alten Aegypten gefunden. Es ist unbestimmt, wann der Smaragd zuerst von den Herrschern als Schmuck getragen wurde, auch ist es unaufgeklärt, ob jene grossen, klaren, grünen Steine, welche die ägyptischen Tempel zierten, wirklich Smaragden waren. Jedoch kann man annehmen, dass dieser Edelstein, der seiner herrlichen Farbe wegen des Schleifens weniger bedurfte als andere, in einem frühen Zeitalter zum königlichen Schmuck gehörte. Jedenfalls ist es gewiss, dass die Römer ihn gekannt haben, und von den jetzt neu entdeckten Minen wurden ehemals die Schätze zum Schleifen nach der Hauptstadt geschickt. Diese Minen der nördlichen Ethbai scheinen seit dem Verfall Roms unberührt geblieben zu sein. Nach den Aussagen eines' Mr. Mac Allister sind die Werke nur schmale, mitunter sehr lange Gänge oder Furchen, die in die Smaragd tragenden Zellen geschnitten sind. Viele verstreute Trümmer von Wohnungen, Wacht türmen und Grabmälern sind noch zu sehen, ausserdem einige Ansiedelungen. Hier lebten ohne Zweifel die Minen-Arbeiter, und die verschiedenen Bauarten deuten an, dass dieselben hier lange beschäftigt waren. Einige Behausungen sind nur roh zusammengeschlagene Hütten; andere sind mit etwas mehr Sorgfalt gebaut, während wieder andere gut abgefestigt sind. Mr. Mac Allister fand auch drei aus Stein gebaute Tempel. Er meint, dass die Säulen, obgleich von primitivem Stil, einen ägyptischen Entwurf verraten, mit Spuren griechischen Einflusses. Eine enthält sogar eine verblichene Inschrift in dieser Sprache.. Zerbrochene Thonsachen liegen umher, aber nichts verrät, dass diese Gegend aus anderen als geschäftlichen (wissenschaftlichen?) Gründen besucht wird. Man nimmt an, dass hier eine sesshafte Bevölkerung wohnte, und dass Reisende häufig vorübergezogen sein müssen, denn ' an einer Stelle sind viele Zeichnungen von Menschen, Tieren und Stammes-Abzeichen eingekratzt. Einige dieser Figuren sind scheinbar viel älter als andere, aber zum grossen Teil erinnern sie an die Sinaischen Inschriften, welche man bis vor etwa vierzig J ahren für Reliquien des Israelitischen Auszugs hielt. * Die Verhandlungen mit der Direktion der Anatolischen Bahnen behufs Erlangung der endgiltigen Erlaubnis zur Herstellung der Bagdad-Bahn haben bereits ein sehr beachtenswertes Ergebnis gehabt. Die Vertreter der Gesellschaft machten den türkischen Bautenminister darauf aufmerksam, dass die jüngsten Vorgänge bei Koweit den Wert der Bahn sehr in Frage gestellt hätten, da die etwaige Besetzung Koweits durch eine auswärtige Macht der Bahn unschwer den Zugang zum Persischen Meerbusen abschneiden könne. Der Minister antwortete darauf, dass die Regierung des Sultans hinreichende Vorkehrungen getroffen habe, um die türkische Oberhoheit über Koweit unter allen Umständen sicher zu stellen. Im Hinblick hierauf habe der Sultan auch soeben den bisherigen Civil- Gouverneur von ßassorah, Edhem Pascha, durch den General Mustafa Nuri Pascha ersetzt, welcher diese Stellung als Militärgouverneur und mit weit grösseren Vollmachten ausfüllen werde. Der letztgenannte war bisher Vali von Usküb, wo er sich durch seine strenge und energische Amtsführung bei der christlichen Bevölkerung nicht gerade beliebt gemacht hat. Am Persischen Meerbusen aber ist ein rücksichtsloser und durchgreifender Charakter sehr vonnöten, zumal da es ziemlich feststeht, dass der bisherige Gouverneur Edhem Pascha (der mit dem bekannten Heeresführer Edhem Pascha nichts gemein hat) für englisches Geld sehr zugänglich war, und dass ihm deshalb an der Verschärfung des Koweit-Streitfalles ein wesentlicher Teil der Schuld beizumessen ist. (Leipziger Tageblatt. 22. 10. 1901.) * Syrische Bahnen. Aus Konstantinopel wird uns geschrieben: Bekanntlich hat die französische Gesellschaft der Syrischen Bahnen schon seit längerer Zeit die Teilstrecke Damaskus—Mezrib (103 km) in Betrieb. Von der türkischen Mekkabahn wird nun eine Parallellinie Kademi— Scherif—Deraa gebaut. Da nun diese der erstgenannten französischen Strecke Konkurrenz machen dürfte, hat die genannte Gesellschaft gegen diesen Bau notariell protestiert und den Bescheid erhalten, sich, da sie nach dem Bedingnisheft der Konzession der türkischen Gerichtsbarkeit untersteht, an das türkische Gericht zu wenden. Die französische Gesellschaft hat der türkischen Regierung auch schon einen Verkaufsantrag gemacht. Die durch den türkischen Botschafter in Paris Munir Bey geführten Unterhandlungen führten jedoch zu keiner Einigung. Auf den verlangten