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Palästina · 1902-01-01 · Heft 1 (Januar 1902) · p. Seite 44

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Journal
Palästina
Volume
1 (1902)
Issue
Heft 1 (Januar 1902)
Article
Bagdad-Eisenbahn [Nachricht]
Date
1902-01-01
Page
Seite 44 (sequence 2)
Language
German
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— 44 — meter. Letzterer Punkt ist derjenige, der den Abschluss der Konvention in erster Linie er (Berliner Börsen-Courier v. 30. 10. 1901.) * Jüdische Kolonisten in Palästina. Während der letzten 20 Jahre sind von Juden in Palästina 51 540. Hektar Land erworben und auf denselben 20 Dörfer und 13 Plantagen errichtet worden. In den Kolonien leben in 708 nach europ. Muster errichteten Steinhäusern 1205 Familien mit 4935 Seelen. 4340 Hektar sind dem Getreide-, 2367 Hektar dem Wein-, 1330 dem Obst- und 245 dem Gemüsebau gewidmet. Der Viehstand zählt 1575 Stück Arbeitsvieh, 1171 Kühe und 2586 Ziegen Und Schafe. Die Einnahme der Winzer beträgt zwischen 610 und 245 Frcs. pro Hektar. Die Kolonisten sind meist aus Russland eingewandert. (Prager Tagblatt v. 2. 11. 1901.) * Das Assuan-Reservoir. Das grösste Werk, welches in Aegypten seit Erbauung der Pyramiden unternommen ist, ist zweifelsohne das Assuan-Reservoir, welches kürzlich, nach jahrelanger Ueberlegung, durch die englische und ägyptische Regierung begonnen ist. In vieler Hinsicht verdunkelt der ungeheure, den Nil quer absperrende Damm unserer heutigen Ingenieure die Denkmäler der Pharaonen. Die Schwierigkeiten des neuen Unternehmens sind bedeutend grösser wie die ihrer Vorgänger im Altertum und während die Pyramiden, soweit wir wissen, lediglich der Eitelkeit und der Ruhmsucht ihrer Stifter ihren Ursprung verdanken, ist das Assuan-Reservoir ausschliesslich dem allgemeinen Nutzen und der Wohlfährt der steuerbelasteten Fellahs geweiht. ,v- Der Ruhm, dieses wohlthätige Werk ins Leben gerufen und ausgeführt zu haben, gebührt ohne Frage England. Englische Staatsmänner wie Lord Cromer und Sir William Garstin haben es geplant, zwei so hervorragende Ingenieure wie W. Willeocks und Benjamin Baker haben den Entwurf gemacht, die Firma John Aird hat die Ausführung und das englische LIaus Einest Cassel die Finanzierung übernommen. Der Damm überschreitet den Nil an einer Stelle wo der erste Katarakt in einen engen, von hohen Felsen begrenzten Schlund hinabstürzt. Das oberhalb des Dammes aufgestaute Nilwasser bildet einen weiten See für pen Gebrauch in der Trockenzeit. Der auf einer festen Granitunterlage aufgemauerte Damm ist undurchlässig und wird von 140 Unterschleusen und 40 Oberschleusen durchbrochen, deren erstere hauptsächlich zur Verhütung einer Verschlammung des Reservoirs dienen. Die Länge des Dammes beträgt 114 Meile, seine Höhe 345 Fuss über dem Niveau des Nils bei niedrigem Wasserstand. An seiner Basis ist er 80 Fuss breit, am oberen Ende, über welches ein Fahrweg führt, 23 Fuss breit. An der Süd- oder Reservoirseite ist er sanft abgeflacht, um dem enormen Wasserdruck besseren Widerstand zu leisten, auf der Nordseite steil, senkrecht abfallend. Die oberen Schleusen sind mit Gusseisen-Platten verkleidet und ebenso wie die meisten unteren Schleusen mit Drehthoren versehen. Während der Flutzeit stehen sie ganz offen, um das Nilwasser durchzulassen, dessen Abflussmenge um diese Zeit manchmal 14 000 Tonnen Wasser in der Sekunde beträgt. Das Reservoir kann mehr wie 1000 Millionen Tonnen Wasser' fassen. Die Flutzeit, während welcher das Wasser fortwährend steigt, dauert von Juli bis Dezember. Von da bis März oder April bleibt es aufgestaut, um in der Trockenzeit (April bis Juli) zur Bewässerung des unteren Nilthaies verwendet zu werden. Am linken Flussufer wird ein Kanal gebaut, um die Schiffahrt nicht zu stören. Derselbe wird 49 Fuss breit angelegt und mit 4 Schleusen versehen, um den zur Flutzeit 69 Fuss betragenden Niveauunterschied zu überwinden. Die Schleusenthore sind ähnlich wie die im Nikaragua-Kanal einflügelig und drehen sich rechtwinklig rückwärts. Das Werk wird wahrscheinlich im Jahre 1903 (wie auch kontraktlich mit der Firma Cassel vereinbart) eröffnet werden. Die Vorteile dieses gemeinnützigen Unternehmens für die ägyptische Regierung im allgemeinen und für die Landwirt schaft im besonderen können nicht hoch genüg veranschlagt werden. Man hat berechnet, dass die durch die Nilstauung bewirkte Steigerung des Bodenwertes nicht weniger wie 46 Millionen;£ beträgt. Jeder bebaute acre Land wird jährlich ca. 6 £ mehr wert sein wie augenblicklich und es wird ein Leichtes sein, den in Kultur befindlichen 5 Millionen acres weitere 600 000 hinzuzufügen. Die Jahresproduktion würde um 12 600 000 £ und der Ertrag um 3 390 000 £ zunehmen. Die direkte jährliche Einnahme des ägj^ptischen Staatsschatzes würde ca. 850 000 £ betragen, während die ganzen Kosten des Unternehmens für Aegypten ein paar Millionen betragen. Allein in der kleinen Provinz Gizeh würde das unter Sommer ernte stehende

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