Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 1 (1902)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1902)
- Article
- Fahrstrassen in Palästina [Nachricht]
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 43 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2379786-2379787-2379789--00071-2380262- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Haifa 1× ep/1047930
- Hebron 1× ep/1047559
OCR text
KLEINERE Fahrstrassen in Palästina. Nach einem kürzlich von dem amerikanischen Konsul in Jerusalem erstatteten Berichte ist einer der bedeutendsten Verkehrswege in Palästina derjenige zwischen Jerusalem und Nablus, dem alten Sichern. Jahrhunderte lang hat hier nur nin roher, an vielen Stellen steiniger Kameelpfad bestanden; erst im verflossenen Jahre hat man den Anfang gemacht, die beiden Plätze durch eine Fahrstrasse zu verbinden. Die ganze Strecke ist 38l/2 englische Meilen lang, wovon im Herbst vorigen Jahres ungefähr 9 Meilen bis Bire fahrbar gemacht waren. Der nächste in Bearbeitung genommene Abschnitt der Strasse ist 10 Meilen lang und geht bisDschildschilia; hier wird die Arbeit durch viele natürliche Hindernisse sehr erschwert. Die Baukosten werden durch Abgaben der Landbevölkerung der von der Strasse durchschnittenen Distrikte gedeckt. Eine andere Fahrstrasse giebt es zwischen Jerusalem und dem 40 Meilen entfernt liegenden Jaffa; dieser Weg hat sich früher in sehr schlechtem Zustande befunden und ist erst seit 1892 bequem für Wagen eingerichtet worden. Seit 1890 besteht noch ein 23 Meilen langer Fahrweg von Jerusalem nach Hebron, und 1898 ist die sich auf 22 Meilen erstreckende Fahrverbindung zwischen Jerusalem und Jericho fertiggestellt worden, deren Bau 10 Jahre gedauert hat. Das Jahr 1898 hat noch eine gute, für Fuhrwerk passierbare Strasse von Jerusalem bis auf den 4 Meilen entfernten Gipfel des Oelberges erstehen sehen. Fuhrwerke fahren noch von Jericho bis aus tote Meer und an den Jordan; Strassen sind hier jedoch nicht vorhanden, sondern die Wagen frhren querfeldein. Ebenso wird zwischen Jaffa und Haifa an der strassenlosen Küste und unter dem Fusse des Karmel entlang sowie von Jaffa nach Gaza gefahren. (Nach The Times of India.) * Ein agronomisch - kulturtechnisches Bureau in Palästina. Als höchst erfreuliches Zeichen der Zeit ist das Entstehen eines unabhängigen Bureaus für alle mit der Kölonisierung Palästinas verbundenen Arbeiten zu begrüssen. Es ist dies ein Werk der Privat-Initiative, an der es bis jetzt in der Palästinabewegung am meisten gefehlt und die am höchsten zu schätzen ist, weil ihr die grösste Fruchtbarkeit innewohnt. Eine besondere Bedeutung gewinnt die neue Gründung durch den Umstand, dass sie von jungen und tüchtigen, an den europäischen Hochschulen fachmässig aus- NOTIZEN. gebildeten Männern ins Leben gerufen wurde. Das „Agronomisch-Kulturtechnische Bureau für Palästina" zu Chai'fa umfasst zwei Sektionen: die agronomische, welche von den Agronomen Dr. S. Soskin und D. Aaronsohn geleitet wird, und die Sektion für Geodesie undBodenmeliorationen, welche dem Geometer und Wasseringenieur J. Treidel untersteht. Das Bureau unternimmt folgende Arbeiten: Organisation und Leitung von landwirtschaftlichen Untersuchungen, wie Plantationen, Domänen usw.; Versuche neuer Kulturarten: Organisation und Leitung neuer Kolonien; Urbarmachungen, Trocknungen von Sümpfen durch Drainagen und Plantätionen; Bewässerungsarbeiten; Bau von Wegen und engschienigen Kleinbahnen für das Land; Parzellierung und Begrenzung von Grundstücken für die Zwecke einer rationellen Kultur; Herstellung von Plänen und Landkarten; Entwurf von Projekten für landwirtschaftliche Unternehmungen. Informationen stellt das Bureau kostenfrei zur Verfügung. Noch ein Punkt liegt im Programm des Bureaus, welcher für die von uns verfolgten Zwecke speziell in Betracht kommt. Die Herren Soskin, Aaronsohn und Treidel sind auch bereit, wissenschfatliche Expeditionen ins Innere des Landes zu organisieren. Wir hoffen demnach für das Werk der Palästina-Erforschung in ihnen die berufensten Mitarbeiter zu finden. * Bagdad - Eisenbahn. Der „Times" wird unter dem 26. d. M. aus Konstantinopel gemeldet, dass die Konvention wegen der Bagdadbahn in der letzten Zeit dem Abschlüsse näher gebracht worden sei. Von deutscher Seite wurden folgende Forderungen gestellt: 1. der Bau der Hauptlinie von Konia nach Basra via Adana, Mosul und Bagdad, 2. der Bau von fünf Zweiglinien, und zwar nach dem Golf von Iskanderun, nach Aleppo, Orfah, Hanekin und Kazinca mit einer Erweiterung nach Koweit, 3. die Option auf den Bau von sieben weiteren Zweiglinien, 4. das Recht der Errichtung von Dampferlinien auf dem Euphrat, dem Tigris und den Shat el Arab, die Ermächtigung zum Bau von Häfen an den Plätzen, wo die Eisenbahn die Küste berührt, und das Recht auf den Betrieb der Minen, die sich in einem Umkreise von 20 Kilometern an jeder Seite der Bahnlinie befinden. Ferner wird verlangt eine Garantie von 13 000 Frcs. Netto-Einnahmen pro Kilometer nach Abzug von 4500 Frcs. Betriebs-Ausgaben pro Kilo-