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Palästina · 1902-01-01 · Heft 1 (Januar 1902) · p. Seite 41

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
1 (1902)
Issue
Heft 1 (Januar 1902)
Article
Die Asphalte und bituminösen Kalke Palästinas
Date
1902-01-01
Page
Seite 41 (sequence 1)
Language
German
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_ 41 — DIE ASPHALTE UND BITUMINOESEN KALKE PALAESTINAS. Unter diesem Titel veröffentlicht Ingenieur Chemiker C. Elschner in der „Chemischen Revue für die Fett- und Harz-Industrie" (Heft 8 und 9, 1901) einen mit Karte versehenen Aufsatz, dem wir folgendes entnehmen: Der Palästina-Asphalt ist der beste' im Handel und dient zur Darstellung der feinsten Lacke. Hauptsächlich findet er sich in der Gegend des Toten Meeres, auf dessen Wasser nach Stürmen zuweilen Stücke reinen Asphaltes schwimmen; es ist anzunehmen, dass dieselben sich vom Lager am Boden des Sees abbröckeln. An manchen Orten lassen die Bitumenkalke Thränen reinsten Asphaltes ausschwitzen, der von den Arabern gesammelt wird. Lager von reinem Asphalt und Asphalt-Konglomeraten finden sich am Südufer des Toten Meeres, solche von bituminösem Kalk hauptsächlich zwischen Jerusalem und Jericho und etwas südlich von diesem Lager ein weiteres am Nordwestrande des Toten Meeres am Nebi-Musa („Moses-Stein"). Diese nördlichen Lager, deren Gehalt an Bitumen 10—30 und vereinzelt noch mehr Prozent beträgt, Hessen sich gut ausnutzen, da die Nähe der Jerusalem—Jaffa-Bahn die Verschiffung sehr erleichtert. Aehnlich liegen die Transportverhältnisse bei den Asphalt-Kalk- Lagern des Dorfes MVani im Jarmukthale, zwischen dem Tiberias-See und M'zerib, der derzeitigen Endstation der Beirut—Damaskus — Hauran-Linie, deren ganze Länge 150 km beträgt. Zwischen MVani und M'zerib sind passierbare Wege vorhanden. Bisher wird der sehr reiche Asphalt-Kalk dieser Lager von den Arabern verwendet, um den Kalk zur Mörtelbereitung zu brennen. Im Osten des Toten Meeres soll nach Aussage der Beduinen sich eine Quelle flüssigen Asphalts befinden. Etwas asphalthaltig, wenn auch meist in geringem Grade, ist ein grosser Teil der Kalke des Ostjordanlandes; eine bessere Qualität findet sich an einer Stelle der arabischen Wüste, ca. 3 Stunden östlich von Madeba. Was die Ausnutzung der am Südende des Toten Meeres gelegenen Deposite betrifft, so wird es sich empfehlen, dieselben zu Schiff bis zum Norden des Salzsees zu bringen und dann gleichfalls via Jerusalem per Bahn nach Jaffa. Da die Konzession für die Benutzung des Toten Meeres vergeben ist, so muss um die Erlaubnis zur Schiffahrt erst nachgesucht werden. Zu diesem Zwecke — wie überhaupt zur Erlangung aller Bergwerkskonzessionen — hat man sich zunächst an den Wali (Generalgouverneur) in Damaskus zu wenden. — Der Verfasser sagt wörtlich: „Eine regelmässige Gewinnung der Asphaltprodukte existiert noch nicht; bei einer industriellen Erschliessung des Landes wird dieselbe jedoch von hoher Bedeutung für das Land werden können."

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