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Palästina · 1902-01-01 · Heft 1 (Januar 1902) · p. Seite 37

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Journal
Palästina
Volume
1 (1902)
Issue
Heft 1 (Januar 1902)
Article
Schlussnotiz
Date
1902-01-01
Page
Seite 37 (sequence 2)
Language
German
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- 37 — von Gemüse-Export und anderen an sich sehr langweiligen Dingen . . . und siehe da, wie durch Zauberei belebt sich die vermeintliche Wüsten-Szenerie: Am Rande des Nachal Mizrajim erhebt sich eine Stadt von 4000 Einwohnern mit Moscheen und Minarets, von denen der Gesang des Muezzin die Gläubigen zum Gebete ruft. Auf einem Hügel in der Nähe ragt eine Festung, die Soliman der Prächtige gebaut, und die vor 100 Jahren dem General Bonaparte Widerstand geleistet hat. Oestlich und westlich von der Stadt mischen viele Tausende von Dattelpalmen und Feigenbäume ihre lachenden Farben mit dem Gelb des Sandes und dem Blau und Weiss des Meeres und seiner Brandung. Lange Kamelkarawanen ziehen die Landstrasse entlang, vorbei an verbogenen Telegraphenpfosten — Bilder der Gegenwart und der Urzeit vereinigend. Im Maimonat sehen wir fast die ganze Bevölkerung gen Gaza ziehen, um bei der Ernte zu helfen, und während es bei uns Herbst ist, verlassen Weiber und Kinder, 10 000 an der Zahl, nochmals die zahlreichen Dörfer und verbringen drei' Monate unter den Palmenbäumen, und während sie die Früchte ernten, klingt das Gezwitscher der Vögel zusammen mit den Liedern der arabischen Frauen und dem Jauchzen der Kinder. . . . Ist das ein Bild der Wüste? * * * Der Volksmund sagt: „Ein Sperling in der Hand ist besser als zehn auf dem Dache. Mehr als diese recht simple Logik ist aber auch nicht nötig um einzusehen, dass e i n Tausend Quadratkilometer Palästina, in denen Einwanderung und Kolonisationsthätigkeit heute möglich sind, zur Zeit mehr wert sein müssen als der ganze Rest des Landes, auf dessen Eröffnung noch unbestimmbare Zeit gewartet werden muss — um so mehr als die Thätigkeit auf diesem Gebiete uns den grösseren, türkischen Teil des Landes zeitlich wie räumlich näher bringt! Nichts kann klarer sein, als dass das Interesse an Palästina allenthalben wieder aufleben wird, wenn eine wohlvorbereitete zielbewusste Thätigkeit begonnen wird, — und ebenso klar dürfte es sein, dass dieses neuerwachte Interesse sich in greifbarerer Weise äussern wird als je bisher — auch in Bezug auf die schwierige Frage der Geldbeschaffung. Was bisher auf diesem Gebiet geleistet worden ist, kann für unseren Fall nicht massgebend sein, denn bis jetzt wurden — höchst sonderbarer Weise — Gelder verlangt für einen verbotenen Zweck: für die jüdische Palästina-Kolonisation, die gleichzeitig nicht nur vom Sultan, sondern auch von der zionistischen Parteileitung — auf unbestimmte Zeit hinaus — verboten war! Kein Wunder, dass das Resultat da nicht grösser war. Aber das wird anders werden durch den Beginn der Thätigkeit auf diesem Gebiete, einer Thätigkeit, gegen welche weder Sultan noch Partei- Disziplin etwas einwenden können! Und unaufhaltsam wird sich aus

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