Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 1 (1902)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1902)
- Article
- Der Reiseweg von Kantara nach El-Arisch
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 35 (sequence 2)
- Language
- German
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— 35 — Mazruat finden sich am Wege entlang Steine in regelmässigen Abständen von 1—1 72 km — wahrscheinlich eine Art Meilensteine. Nach Hayanat ... 3 engl. Meilen „ Masaid .... 2 „ „ Brunnen mit gutem Wasser, von wo aus El-Arisch seinen Bedarf bezieht. Nach El-Arisch ... 4 engl. Meilen. Die Landstrasse zwischen Kantara und Juja ist gut und hart; von da bis 5 Meilen vor Katia ist sie schlecht und führt durch schwere Sanddünen, welche zu wandern scheinen. Dann ist die Strasse ziemlich gut durch Katia bis Bir Abu Husum und wird darauf wieder sehr schwierig bis zur Salz-Ebene, nach welcher sie bis El-Arisch gut, zum Teil sogar ausgezeichnet ist. Die ägyptisch-syrische Telegraphenlinie führt an der Strasse entlang. Ausser zwischen Juja und Katia findet sich vorzügliches Kamelfutter längs der Landstrasse. El-Arisch liegt zwischen Sandhügeln ungefähr l1/2 engl. Meilen vom Meere. Es befindet sich 24 engl. Meilen von der syrischägyptischen Grenze und 92 engl. Meilen von Port-Said. Seine Bevölkerung ist circa 4000. Die Häuser sind flach, und so gebaut, dass sie dem (im Winter beträchtlichen) Regen Widerstand leisten. Aut einer kleinen Anhöhe westlich von der Stadt ist ein grosses steinernes Fort, erbaut von Soliman dem Grossen (Sultan von 1520—1566). Darin befindet sich ein grosser schwarzer Stein, der mit Hieroglyphen bedeckt ist und als Wassertrog benutzt wird. Oestlich von der Stadt (? aut der Karte westlich)2) befindet sich ein grosser Palmenhain von 10 000 bis 12 000 Bäumen, der sich bis zur Küste ausdehnt, und weiter nördlich eine grosse Anzahl Feigenbäume, die ausschliesslich durch Regen bewässert werden. Es wird auch Gemüse gepflanzt und die Wasser-Melonen sind berühmt. Die Landung von der See aus ist nur bei sehr gutem Wetter möglich, aber sie lässt sich immer bewerkstelligen in einer Bucht, ein oder zwei Meilen weiter nördlich. Die Stadt hat mehrere Brunnen mit brackigem Wasser; gutes Wasser holt man von Masaid, ungefähr vier Meilen westlich. Im Mai gehen fast alle Bewohner, Männer, Frauen und Kinder, nach Syrien zu den Erntearbeiten. Die Wander-Düne .nähert sich der Stadt von Nordosten her und ist jetzt nur wenige Fuss von der Brustwehr der nördlichen Festungsmauer. Nach der Tradition der Bewohner war zur Zeit der türkischen Eroberung (1520) kein Sand in El-Arisch. Die Stelle, wo die alte Stadt gestanden hatte, nordwestlich von der jetzigen, ist gegenwärtig tief im Sande begraben. Der Wadi-el-Arisch soll jedes zweite Jahr Wasser führen. Katia ist offensichtlich eine alte Stadtanlage, von der noch Trümmer sowie auch ein Signalturm nahe Bir el-Hajjaj sichtbar sind. Es sind da 6 .Bramen und circa 2000 Kamele und 2000 Schafe und 2) Diese zweifelnde Klammer fügt offenbar „Geographical Journal" hinzu. Die beigefügte Karte reicht auch nur bis zum Wadi El-Arisch. Die Erklärung dürfte sein, dass der Autor die Palmenhaine auf der anderen Seite des Flussbettes meint, welche nach der Karte des „Palestine Exploration Fund" sehr ausgedehnt sind. Auf letzterer ist auch daselbst ein Wachthaus verzeichnet. Die Palmenhäine westlich von El-Arisch hätte der Autor wohl auch nicht zu dieser Stadt, sondern zu Masaid und Hayanat gerechnet. Jedenfalls ergiebt sich, dass die ganze Umgegend von El-Arisch ausserordentlich fruchtbar ist. Eine Stadt von ca. 4000 Einwohnern wäre ja hier in unfruchtbarer Gegend auch kaum denkbar. (Die Red.)