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Palästina · 1902-01-01 · Heft 1 (Januar 1902) · p. Seite 26

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Journal
Palästina
Volume
1 (1902)
Issue
Heft 1 (Januar 1902)
Article
Über Aufbewahrung und Verpackung von Weintrauben
Date
1902-01-01
Page
Seite 26 (sequence 2)
Language
German
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— 26 — vor dem Einpacken abgeschnitten werden müssen, und dass die Beeren nicht mit den Händen berührt werden dürfen. Diese Verpackungsmethode ist in Südrussland schon seit langer Zeit in Gebrauch. Hamm berichtet in seinem „Weinbuche", Leipzig 1874, 'S. 447 ff.", darüber folgendes: Die Weingärten Astrachans liefern „Trauben, welche zu den schönsten und köstlichsten-Tafeltrauben der "Welt gehören und einen bedeutenden Handelsartikel bilden. Man findet sie in Moskau und Petersburg den ganzen Winter hindurch in . vortrefflichstem Zustande von seltener Grösse und exquisietem Wohlgeschmack. Kaiserin Elisabeth litt keine anderen auf der Tatel. Die Aufbewahrung ist ebenso eigentümlich wie einfach. Man schneidet die Trauben ab, ehe dieselben ihre vollkommene Reife erlangt haben, ohne die Beeren irgendwie mit den Händen zu berühren, sondert von diesen alle nur im entferntesten schadhaften ab, legt nun die Trauben so, dass sie sich nicht berühren können, in ungeheuere irdene Töpfe (von 30 bis 40 Liter Inhalt) und füllt die Zwischenräume mit Hirse aus. Eine Hauptsache ist sodann, den irdenen Deckel des nach oben ziemlich eng auslaufenden Topfes (es sind hier wohl die in Russland allgemein üblichen zwiebeiförmigen Töpfe gemeint) so luitdicht als möglich zu schliessen. Dies geschieht auf chinesische Weise, indem man die Fuge so dick als möglich mit Glaserkitt ausstreicht, und zuletzt noch darüber mehrfache Lagen Papier klebt. Sind diese Erfordernisse gehörig erfüllt, so halten sich die Trauben, wie Petersburger Kaufleute versichern, länger als zwei Jahre." * * * Wo, wie in Palästina, Trauben aller Arten gedeihen und früher - zur Reife gelangen als in den meisten anderen Weinländern, dürfte sich die Nachahmung dieser Methode sehr empfehlen. Bei den hohen Preisen, welche die frühen Tafeltrauben erzielen, würde sich den jüdischen Weinbauern auf diese Weise ein äusserst lohnendes Arbeitsfeld eröffnen. Sollte Hirse für Verpackungszwecke nicht verfügbar sein, so liesse er sich wohl durch Durra oder eine andere kleine Körnerfrucht ersetzen. Ob für die Emballage Blechkästen oder grosse Töpfe sich besser eignen, wird sich am besten aus der Praxis ergeben. In jedem Falle würde auch die Herstellung der Verpackung jüdischen Handwerkern zu gute kommen können. Bei grösserer Ausdehnung des Traubenversandes wäre auch die industrielle Herstellung der Behälter in Betracht zu ziehen, besonders da solche Industrien sich ja nicht auf die Fabrikation dieser einen Spezialität zu beschränken brauchten.

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