Mitteilungen aus dem Verband der Vereine für Jüdische Geschichte und Literatur in Deutschland
- Journal
- Mitteilungen aus dem Verband der Vereine für Jüdische Geschichte und Literatur in Deutschland
- Volume
- 1898
- Issue
- Heft 6 (Dezember 1898)
- Date
- 1898-12-01
- Page
- Seite 35 (sequence 35)
- Language
- German
- Belongs to
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Witte des Ausschusses. An die Herren Vorstände, bezw. Schriftführer der Vereine richten wir wiederholt die ergebene Bitte, alle an sie seitens des .Sekretariats gerichteten Anfragen sofort beantworten zu wollen. Die Vereine, welche die Angaben über Mitgliederzahl und einen Bericht über die literarische Leistungen vermissen, dürfen dem geschäftsführenden Ausschuß keinen Vorwurf darüber machen; es war von ihnen das Material trotz mehrmaliger Aufforderung nicht zu erlangen. Diejenigen Vereine, die durch das Sekretariat leihweise Bücher oder Broschüren bezogen haben, werden hierdurch dringend ersucht, dieselben baldthunlichst an das Sekretariat zurückzufenden. Der auf dem Verbandstag am 26. Dezember 1897 gefaßte Beschluß, einen Fonds für Wanderredner zu schaffen, ist nunmehr anläßlich der Begründung des hundertsten Vereins zur Ausführunggelangt. Der aus Beiträgen von Privaten und Vereinen zusammengebrachte Fonds verfügt gegenwärtig zusammen mit den von Frau Ginsberg zum Andenken an ihren verstorbenen Gatten als Adolph Ginsberg-Stiftung gespendeten 2000 Mark über ein Capital von ca. 8000 Mark und führt den Namen Dr. Gustav Karpeles-Stiftung. Zugleich mit dem Fonds, der bis auf weiteres vom Vorstand des Verbandesverwaltet wird, wurde dem Vorsitzenden des Verbandes am 11. November 1898, gelegentlich seines 50. Geburtstages eine von sämmtlichen Vereinen gewidmete künstlerisch ausgestattete Adresse sowie eine Gesetzrolle überreicht. Indem wir allen Spendern für ihre Opferwilligkeit auf diesem Wege verbindlichst danken, verweisen wir auf den ersten Artikel dieses Heftes und richten an alle Freunde unserer Bestrebungen die dringende Bitte, uns zu helfen, das begonnene Werk zu vollenden. Einem Jeden dürste es gelingen, unter Freunden und Bekannten einige zu finden, welche bereitwillig einen Jahresbeitrag von 3 Mark für den Fonds spenden würden. Nur müssen wir an jedem Orte Vertrauensmänner haben, die mit Liebe und Eifer an das Werk herangeben. Listen und Beitritts-Erklärungen versendet in jeder beliebigen Zahl gratis und franko das Sekretariat. Der Berliner Verein subventionirt die in der Oranienburgerstr. 28 belegene jüdische Lesehalle und Bibliothek, welche wöchentlich von iy2—4J/3 Hfa, Sonntags, Sonnabends und an den Feiertagen von 11—2 Uhr geöffnet und durchschnittlich von ca. 50 Personen besucht ist. Die Bibliothek wird auch außerhalb der Leseräume von rund 200 Personen fleißig benutzt. Von diesen beständigen Abonnenten sind dem Berufe nach: -53 Kaufleute, 44 Gymnasiasten, 32 Studenten, 32 Damen, 11 Lehrlinge, 10 Schriftsteller und Redakteure, 4 Rabbiner, 3 Rentiers, 2 Juristen, 2 Lehrer, je 1 Arzt, Bankbeamter, Professor, Baumeister, Kantor, Maler und Lithograph. Die Bibliothek besteht augenblicklich aus 2514 Bänden.