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Mitteilungen aus dem Verband der Vereine für Jüdische Geschichte und Literatur in Deutschland · 1898-12-01 · Heft 6 (Dezember 1898) · p. Seite 3

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Journal
Mitteilungen aus dem Verband der Vereine für Jüdische Geschichte und Literatur in Deutschland
Volume
1898
Issue
Heft 6 (Dezember 1898)
Date
1898-12-01
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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demnächst erscheinen wird, zu einem noch billigeren Preise als jetzt abzugeben. Freilich würden ans diese Vergünstigung nur unbemittelte Vereine Anspruch erheben dürfen. Für die Vereine in großen Gemeinden aber wird es auch ferner Ehrensache sein müssen, nach dem bekannten Ausspruch des weisen Hiltel: Wenn ich nur für mich bin, was bin ich dann? die Ziele des Verbandes zu fördern, und sich nicht durch Sonderinteressen von der gemeinsamen Arbeit loszureißen. Der Verband verfolgt weder religiöse noch politische Tendenzen, seine Aufgabe ist einzig uud allein: Die Kenntniß der jüdischen Geschichte und Literatur unter den Juden in Deutschland zu verbreiten. Dies ist das Ziel, das er sich gestellt, die Aufgabe, die er zu erfüllen bestrebt ist, ohne sich um das Facit zu kümmern, das der Eine oder Andere aus der Kenntniß dieser Disciplinen zieht. Leider betrauert der Verband in diesem Jahre das Hinscheiden zweier Männer, die von der richtigen Würdigung unserer Bestrebungen durchdrungen stets mit Begeisterung für unsere heilige Sache eintraten: Es sind die Rabbiner Dr. Pleßner in Ostrowo und Dr. Rippuer in Glogau, deren Andenken in unseren Vereinen stets in Ehren fortleben wird. Auch des frühen Todes eines Mannes wollen wir an dieser Stelle gedenken, der, von Begeisterung für das Judenthum getragen, stets die Aussendung von Wanderrednern als das „beste Mittel zur Bekämpfung des Jndifferentismusempfohlen hat. Wir meinen Herrn Adolf Ginsberg, dessen edle so früh verwittwete Gattin dem Verband die Summe von 2000 Mark als Adolf Ginsberg- Stiftung mit der Bestimmung überwiesen hat, die Zinsen' für Wanderredner zu verwenden. Haben wir dieser nach verschiedenen Richtungen hin uns theuren Todten wehmüthig gedacht, so wenden wir uns nun an die Lebenden, und "rufen alle, die Sinn und Herz für die Erhaltung des Vermächtnisses unserer Väter haben, zu gemeinsamer Arbeit auf: Mit Gott für die Verbreitung der Kenntniß der Geschichte und der Literatur Israels.

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