Mitteilungen aus dem Verband der Vereine für Jüdische Geschichte und Literatur in Deutschland
- Journal
- Mitteilungen aus dem Verband der Vereine für Jüdische Geschichte und Literatur in Deutschland
- Volume
- 1896
- Issue
- Heft 3 (Oktober 1896)
- Date
- 1896-10-01
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Dies ist aber nicht möglich, so lange die die Ziele des Verbandes naturgemäß mit sich bringenden Aufgaben noch immer mir auf den Schultern einzelner hochherziger Männer ruhen, solange, nicht sämmtliche Vereine es für eine Ehrenpflicht halten, den Verband in seinem Bestreben zu unterstützen. Die .alljährliche Publikation einer Rednerliste vereint mit'der Bemühung des Ausschusses, Redner für Vortragsreisen zu gewinnen, gewährt. nur den Vereinen in größeren Gemeinden manchen Vortheil, weniger aber den Vereinen in kleinen und unbemittelten Gemeinden. Diese können sich nicht immer den Luxus gestatten. Vor- - tragende für Honorar zu berufen; diese müssen, wenn ihre, fernere Existenz gesichert sein soll, vom Verband unterstützt werden. Der Verband würde daher für die Aufbringung eines Fonds zu sorgen haben, der es ermöglicht, unbemittelte Vereine, die zugleich aus Mangel an geistigem Material nur ans auswärtige Redner angewiesen sind, mit Rednern zu versehen, ohne daß diesen Vereinen irgend welche Ausgaben hieraus erwachsen. — Jndeß darf an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben, daß auch diese Vereine, nach wie vor die in. ihrer Mitte vorhandenen geistigen Kräfte zu verwerthen suchen. Sie wandten sich behufs Beschaffung des wissenschaftlichen Materials zu Borträgen an das Secretariat, das stets' bemüht war, die Vereine nach dieser wie nach jeder anderen Richtung hin zu fördern. Diese Einrichtung hat nicht bloß in den kleinen und mittleren, sondern auch in vielen großen Vereinen eine segensreiche Wirksam- . keit erzielt, indem sie zugleich den Anlaß zur Gründung von Vereinsbibliotheken und Lesehallen gegeben hat, und es ist erfreulich, an dieser Stelle konstatieren zu dürfen, daß die meisten Vereine bereits ansehnliche Bibliotheken besitzen, die, was die Hauptsache ist, von den Mitgliedern stark benutzt werben. Der Verband war bemüht, die Vereine auch in dieser Beziehung nach Kräften zu fördern, und wir können schon jetzt die Versendung weiterer, Publikationen ankündigen. Doch würde .der Verband wesentlich mehr leisten, wenn die vielgepriesene jüdische Einigkeit nicht blos in der Phantasie unserer Feinde existirte.