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Mitteilungen aus dem Verband der Vereine für Jüdische Geschichte und Literatur in Deutschland · 1908-12-01 · Heft 16 (Dezember 1908) · p. Seite 3

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Journal
Mitteilungen aus dem Verband der Vereine für Jüdische Geschichte und Literatur in Deutschland
Volume
1908
Issue
Heft 16 (Dezember 1908)
Article
Zur Geschichte des Verbandes
Date
1908-12-01
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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8 jetzt rächen. Die Vereine haben nicht immer gesucht, mit der Zeit fortzuschreiten, und so hat ihr Leben stagniert. Vor allem war man häufig bei der Wahl der Redner und der Themata nicht volkstümlich genug. Man sah bei den Rednern zu sehr auf die klangvollen Titel, ohne zu fragen, ob sie den Vereinen etwas bieten können. Und auch bei der Wahl der Themata war man nicht immer glücklich. Man suchte gelehrte, entlegene Gebiete und vergaß ganz, daß man dem Manne aus dem Volke der Frau und der Jugend Anregung und Belehrung geben sollte. Das soziale Leben und das ganze Gebiet der modernen jüdischen Kultur wurde bis jetzt selten herangezogen. Man muß den Vereinsmitgliedern zeigen, daß die Judenheit nicht nur eine Vergangenheit, sondern auch eine Gegenwart und eine Zukunft hat." Nun, auch wir wissen, daß nicht alles, was glänzt, Gold ist, daß unsere Vereine nach mancher Richtung hin sich besser gestalten könnten, aber wir müssen entschieden in Abrede stellen, „daß die Vereine in vielen großen Gemeinden immer mehr an Kraft und Bedeutung verlieren und daß ihnen hie und da die Gefahr der Auflösung droht". Ein Blick in den Bericht über die literarische Tätigkeit der Vereine im abgelaufenen Geschäftsjahre besagt das Gegenteil und bekundet zugleich, daß in den Vereinen nicht bloß Vorträge über die Vergangenheit, sondern auch über die Gegenwart und Zukunft des Judentums gehalten werden. Freilich sind nicht alle, die sich zu Vorträgen melden, auch immer die geeigneten Kräfte, allein wo gibt es ein Mittel, das vor solchen Eindringlingen schützen könnte? Uebrigens beschäftigt dieser heikle Punkt unausgesetzt die Leitung des Verbandes, und wir hoffen zuversichtlich, daß es uns nach und nach gelingen wird, diese unberufenen Redner innerhalb der Literaturvereine unmöglich zu machen. Bis dahin aber wollen wir auf der von uns betretener: Bahn fortfahren und tatkräftig an der Entwickelung und Vervollkommnung unserer Vereine arbeiten, zur Ehre des Judentums und zum Segen seiner Bekenner.

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