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Der Orient · 1843-12-26 · Heft 52 (26.12.1843) · p. Seite 416

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Journal
Der Orient
Volume
4 (1843)
Issue
Heft 52 (26.12.1843)
Article
Urkunden zur Geschichte der Juden im Mittelalter : Serie I.: Zwanzigste Urkunde
Date
1843-12-26
Page
Seite 416 (sequence 1)
Language
German
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416 Urkunden zur Geschichte der Juden im Mittelalter. Serie I. Zwanzigste Urkunde. König.Adolph bestätigt, daß die Juden von Mainz und dem zum Erzbisthum gehörigen Ortschaften dem Erzbischöfe wie der Kirche von Mainz als Lehen gehören, und denselben die gewohnten Dienste zu leisten haben. Bonn. 1292. 28. Juli. Adofphus Dei gracia Romanoruin Rex scmper Augustus. Universis Christi fidelibus tarn presentibus quam futuris ad quos presentes littere penenerint, graciam suam et omne bonum« Expedit, ut res geste, ne propter labilem hominum nienioriam in oblivionis labantur caliginem, Scripturaruni testimonio roborentur. Ad Unixersitatis igitur xestre notieiam presentibus cupimus pervenire; quod promisimus et promittimus, Nos in hys scriptis Venerabili Gerhai'do Archiepiseopo, Principi Consanguineo et Archicancellario nostro Karissimo, Successoribus suis Archiepiscopis et Ecclesie Älaguntine sine excepcione qualibet obligando nos effecturos et curaturos efficaciter, quod iidem Gerhccrdus Archiepiscopus, Successores sui et Ecclesia Maguntina, Judeos Civitatis Maguiitine, quos a Nobis et Imperio dinoscuntur habbere in fco dum, libere rehäbeant, •eorumque iuri revocent, et retrahanfc potestati; Ita, quod cessante impedimento quolibet, Archiepiscopo Maguntino qui pro tempore fuerit, et Ecclesie sue, consueta impcndant servicia in Precariis, Exactionibus, ac modis aliis, adinstar aliorum Judeorum qni in.eorundem . . Archiepiscopi et Ecclesie Maguntine Opidis seu Villis morantur; Quos similifcer confitemur ipsum Archiepiscopum Magunt. et Ecclesiam suam a nobis et Imperio feodali jure obtinere. Si vero, quod absit, de prefatis Judets Maguntinis id sicut predicitur efficere non possemus, ipsis . . Archiepiscopo efc Ecelesie sue contra CiresMagunt. bona fielen consilio et auxilio, Regali potencia assistemus, Et quia premissa omnia corporali iuramento interposito promisimus inviolabiliter *)bservare, Nos in eius testimonium et evidentiam omnium premissorum, presentes Litteras üeri fecinms, et Sigilli nostri munimine roborari. Datum Bunne V Kal. Augusti Anno Domini MCC.. Ndnagesi?no secundo; Regni nostri anno Primo. (Guden Cod. dipl. 1. 866—868). (cf. Würdtivcin diplom, Magunt I. 18—20. Uetof.) Ado lph von Gottes Gnaden römischer König, immer Mehrer des Reichs. Allen christlichen Gläubigen, sowohl gegegenwärtigen als zukünftigen, zu denen diese Urkunde kommen wird, seine Gnade und alles Gute. Es ist gut, daß Verhandlungen, damit sie nicht wegen der vergänglichen Erinnerung der Menschen in Vergessenheit gerathen, durch das Zeugniß der Schrift bekräftigt werden. Wir wünschen also, daß es zur Kenntniß euer Aller durch diese Urkunde komme: wie wir versprochen haben und versprechen dem ehrwürdigen Erzbischof Gerhard, unserem Fürsten Oheim und theuersten Erzkanzler, so wie seinen Erzbischöflichen Nachfolger und der Kirche von Mainz ohne allen Vorbehalt, zu bewirken und wirksam dafür zu sorgen, daß derselbe Erzbischof Gerhard, so wie seine Nachfolger und die Kirche von Mainz, die Juden der Stadt Mainz, die sie von uns und dem Reiche zu Lehen habenfrei wieder haben, unter ihre Gerichtsbarkeit wieder rufen, und in ihre Gewalt wieder bringen können;, so daß sie ohne alles Hmderniß dem jederzeitigen Erzbischöfe von Mainz und der Kirche desselben die gewohnten Dienste in Bittsteuern, Schatzungen und den andern Arten leisten, wie die andern Juden, welche in den Städten und Dörfern des Erzbischofs und der Kirche von M a i n z wohnen, von denen wir ebenso bekennen, daß sie derselbe Erzbischof von Mainz, so wie dessen Kirche von uns und dem Reiche zu Lehen besitzen. Wenn wir aber, was fern sei, das Vorerwähnte von den Mainzischen Juden nicht erlangen könnten, so werden wir dem Erzbischöfe und seiner Kirche wider die Bürger von Mainz mit guten Treuen, mit Rath und Hilfe und königlicher Macht beistehm. Und da wir alles Versprochene mit einem leiblichen Schwur unversehrt zu erfüllen versprochen haben, so haben wir zu Zeugniß dessen und zur deutlichen Kenntniß des Versprochenen, diese Urkunde anfertigen und mit unsecm Siegel befestigen lassen. Gegeben Bonn den 28. Juli. Im Jahre des Herrn 1292. Im ersten Jahre unserer Herrschaft. Vertag von C. L. Fritzsche. Druck von I. H. Nagel.

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