Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 4 (1843)
- Issue
- Heft 52 (26.12.1843)
- Article
- Insel Marmora : Juden daselbst [Nachricht]
- Date
- 1843-12-26
- Page
- Seite 410 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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410 Ein Konnte europäischer Juden, überzeugt von der Furchtsamkeit der türkischen Juden und in Betracht, daß sie des Türkischen unkundig sind, richteten ein Bittschreiben an Lord Stratfo rd C anning, den englischen Gesandten daselbst, daß ec den unglücklichen Juden in ihrem Prozesse beistehen und namentlich die türkische Regierung auf den Fanatismus aufmerksam machen möchte. Bon der Humanität dieses Mannes dürfen wir dieses auch gewiß erwarten. Wilna, 12. Decbr. (Palästina-Spenden*). Vor. ungefähr 15 Monaten brachte uns ein Landsmann vollständige Exemplare der israelitischen Annalen von Dr. Jost, und da wir nicht deutsch lesen können , so ließen wir uns mündlich von den Deutschverstehenden das Beste daraus mittheilen. Da hörten wir denn zum ersten Male, daß darin über die Palästina-Spenden und die Verwaltung derselben ein großer Aussatz enthalten sei, der dem Amsterdamer-Konnte manche harte Beschuldigung aufdrückt, und wir hielten es für unsere heiligste Pflicht, als Pekidim und Gabbaim unseres kleinen Jerusalems, diesen Aufsatz näher zu prüfen, um m nicht auf uns eine Sünde zu laden. Auf unser Verlangen wurde jener Aufsatz für uns in's Hebräische übersetzt, und da man uns später sagte, daß auch die A. Z. d. I. und der Orient über dieses Thema sehr Vieles mittheilen, so haben wir die Veranstaltung getroffen, daß uns alle jene Blatter zugekommen, deren wichtigste Mittheilungen hebräisch übersetzt unter uns cirkuliren. Wir bitten die Leser dieses Blattes, dessen Redakteur uns durch seinen Ari Nohem lieb geworden ist, diese Einleitung zu entschuldigen; wir^halten es für eine hcilige Pflicht, hier auch zugleich der Wege zu gedenken, auf welchen wir zur Kenntnis dieses jetzt so heftig gewordenen Streites gelangt sind, damit nicht die Verläumdung sage, daß Neuerungssucht und D'p'TO QH'Dn TOD pD uns dazu gelrieben, und damit unsere deutschen Brüder, 'TON »TOTO1? DH1? rnDDnn, es ejnseben mögen, wie unumgänglich nöthig es ist, daß sie das was ^nto' bnp ho betrifft, in der heiligen Sprache mitthejlm. . Was aber den Streit selbst betrifft, so wagen wir kaum die Beschuldigungen, die zwei Männer aus Frankfurt a. M. mit so tiefverwundender Schneide gegen die PnTO’1 ’TDH ausgesprochen, zu erwähnen, und die frommen Männer in Amsterdam, welche, wie wir aus dieser Zeitschrift rnion sehen, auch diese Zeilen lesen werden, mögen überzeugt sein, daß wir bis auf diese Stunde noch nicht uns erlauben, jene Anklagen richtig und. bewährt zu finden. Aber es ist unsre heilige Pflicht über pDD PnTO'1 zu wachen und vor Gott und Menschen rein zu sein. Hier wo die Notb der cTOTOD Pnto^ \3p .imy so groß ist, wo Tausend Hungrige jeden Tag aufstehen R. und wünschen pny ]rv> ’D und hungrig schlafen gehen und wünschen IpD jrp 'v, wo wir so schmerzlich und grausam das nto bty fühlen, und wo das Sammeln von *?NTO' pN mjJD die Dn’pD nach Sibirien bringen würde, hier ist es Pflicht, zu prüfen TOI D\3D dk DTOJnon, oder nicht. O Gott, wie haben wir im Stillen Thränen über diesen Streit vergossen! Wehe uns, wenn die Anschuldigungen wahr sind, wo gäbe es eine That, die schrecklicher ist; aber auch wehe uns, wenn sie nicht wahr sind, denn wie tief muß die n?mn rOHN gesunken sein, wenn von den i?NTO> pN rnyD so wenige Spuren Zurückbleiben, daß die Brüder in Deutschland solche Anklagen führen können! Doch wir wollen unseren Brief nicht mit Klagen anfüllen, sondern eine Bitte an die Herren in Frankfurt hier aussprechen, deren Erfüllung wir mit Sehnsucht hoffen. Es wurde dem Publikum versprochen, eine ausführliche Geschichte über die Palästina-Spenden zu veröffentlichen, worin ohne Zweifel Alles das, was in den Blattern zerstreut umhecliegt, auszüglich mit ausgenommen werden wird. Da aber jene Geschichte vermuthlich nur in deutscher Sprache erscheinen wird, so ersuchen wir den Hrn. Herausgeber gleichzeitig, wo nicht noch früher, auch eine hebräische Geschichte dieser Spenden zu veröffentlichen, damit die D^.l pN Mv auch erfahren TO ton Tnn nN. Wir würden aus dem schon Geschriebenen selbst eine Geschichte zusammengestellt haben, iroyD nmVTOSn N1?]^ Der Hr. Red. dieses Blattes ist von uns angewiesen: 1) Wenn dem Herausgeber die npnym »TOyD zu schwer wird, der Hr. Red. solche in Leipzig besorgen lassen kann; 2) die Druckkosten der Broschüre zu bestreiten*). Wenn dann das Konnte in Amsterdam die Schrift nicht beantwortet D'Dnm nOM ^D, wie es für fromme Leute sich ziemt, wenn sie nicht dann pwi pt&wn by priN priN >y) sich vor Gott und Israel reiniget, dann sagen wir uns feierlich von diesem Konnte los, und wir suchen, wenn überhaupt diese. Geldsammlungen noch fortbestehen, andere Anknüpfungspunkte. Deutschland. Königsberg, 22. Nov. In Nr. 43 des „Orients" sagt der Bericht aus Königsberg, daß der daselbst abgedruckte Aufsatz aus der Kon. Allg. Zeit, eine Kritik des Stceckfuß'schen Buches, und als Entgegnung gegen Streckfuß gerichtet sei. Es ist aber dieser Aufsatz, wie übrigens schon die Ergäuzungszeilen ganz ausdrücklich sagen, gegen die Aeußerung des Recensenten des Streckfuß'schen Buches, nicht gegen Streckfuß, gegen welchen Hr. L. unmöglich in solchem Tone hätte schreiben dürfen, wenn er auch dasselbe hatte zu sagen gehabt, und wenn übrigens auch dieser Ton durchaus nicht ohne R. *) Aus dem Hebräischen frei übertragen. *) Ist der Wahrheit gemäß.