Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 4 (1843)
- Issue
- Heft 52 (26.12.1843)
- Article
- Zur Nachricht [Nachricht] / Fritzsche, C. L.
- Date
- 1843-12-26
- Page
- Seite 409 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Vierter Jahrgang Berichte, Studie« und Kritiken für Mische Geschichte mW Literatur. Herausgegcben von Br. Julius Fürst. Das Abonnement für ein Jahr ist 5 Lhlr. Man abonnirt bei allen löbl. Postämtern und allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblattmitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. M 5*. Leipzig, den 26. Decernber 1843. Zur Nachricht. -— Orient. Insel Marmora. Juden daselbst. Beschuldigung eines Mordes. Wilna. Schreiben der Pekidim und Gebbaim über die Palästina-Spenden. — Deutschland. Königsberg. Berichtigung. Synagogeneinweihung in Tuchel. Frankfurt a. M. Hr. L. Stein zum zweiten Rabbiner ernannt. Aufbau des neuen Schul- und Gemeindehauses. Reform-Verein. Posen. Verwaltung des Vorstandes der isr. Korporation. Hamburg. Wochenbericht. — O efterreich. Marienbad. Armenwesen. — Lichtu. Schattenbilder aus d. jüd. Geschichte der Vergangenl). u. Gegenwart. Stimme eines Juden über die Beschneidung. — Erklärung der Redaktion. Urkunden zur Geschichte der Juden im Mittelalter. — LB. des Or. Zur Nachricht. Diejenigen verehrten Leser, welche uns nun vier Jahre hindurch gefolgt sind, werden sich überzeugt haben, daß unsere Versprechungen nicht allein.gehalten, sondern noch durch viele Leistungen ubertroffen wurden, und wir dürfen daher wohl hoffen, daß sie zur Verbreitung dieser Zeitschrift, als zur Förderung einer guten Sache, das Ihrige beitragen werden. Da die Auflage nach den Bestellungen bestimmt wird, so bittet man, dieselben bei der nächstgelegenen Buchhandlung oder beim Postamt, recht zeitig zu machen, damit in der Zusendung keine Unterbrechung erfolge. Leipzig, im December 1843. C. L. Fritzsche. Orient» Insel Marmorn (im Meere gleichen Namens). Die Arcli. isr. de Fr. bringen unter dem Datum des 8. Nvv. d. I. ein Privatschreiben aus Konstantinopel, aus welchem wir Folgendes erfahren: Auf der Insel Marmorn wohnen ungefähr fünfundzwanzig Israeliten, welche sich mit dem Wemhandel beschäftigen, von denen aber vielleicht nur 5 es zu etwas gebracht. Ihre Mitbewohner, gegen welche sie verschwinden, sind Griechen, jenes fanatische Volk, jene slavisi'rte Masse, die im griechischen Freiheitskriege bekanntlich die jüdischen Gemeinden in Griechenland vernichtete. Neid und Fanatismus haben die Griechen bewogen, gegen die Israeliten durch ein selbst begangenes Verbrechen als Verfolger aufzutreten; es wiederholte sich die alte Geschichte. Ein Grieche mordete, vielleicht aus Leichtsinn oder Rache, ein Kind, und um der Strafe zu entgehen, schob er es den Juden zu, was die Menge mit Freuden ergriff. Da der Kadi die Anklage zurückwies, so holte man Instruktionen von Selim-Bey, dem Gouverneur der Insel, welche aber die Verfolgung erst anfachte. Die Sache liegt nun in Konstantinopel vor, wo. 3 Juden und 3 Griechen die Parteien vorstellen. 52