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Der Orient · 1843-12-19 · 51 (19.12.1843) · p. Spalte 811-812

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Journal
Der Orient
Volume
1843
Issue
51 (19.12.1843)
Article
Die jüdische Kurrentschrift
Date
1843-12-19
Page
Spalte 811-812 (sequence 2)
Language
German
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811 812 Gutachtliches Work von den Koran $ u verstehen. In dem Vertrag der Anterthanenschaft von Juden und Christen in muhamedam'schen Landern kommen auch die Worte vor: „Wir machen uns vstrbi ndlich, nicht mir ihren (derMuhamedaner)Worten zu sprechen,nicht mit ihrerSchrift zu schreiben"^). Freilich wurden oft diese Gesetze nicht so strenge gehandhabt. Aus einer Aeit aber, wo wirklich drauf gesehen wurde, stammt diese angeführte Schrift. Etwas ähnliches hat sich auch in Spanien bei den Moriskos zugetragen, diese schrieben oft arabisch mit sp an i s ch en L e t t e r it und Spanisch mit arabischen Settern5 6). Wenn daher von jüdischen Gelehrten arabischer Junge gesagt wird, daß sie arabisch schreiben könnten, so hat dies allerdings einen andern Sinn, als wenn wir jetzt sagen, es kann jemand schreiben. Dies gilt z. B. -auch von der berühmten Stelle des Jbn Csra von Saadja, wo es heißt Drnra:! imy .Tann o:nn myD '71, wo darunter die arabische Schrift verstanden ist.7) Leopold Dukes. Stimmen nnd Nrcheile Über den Frankfurter Reform - Verein. n. Gutachtliches Wort von Sam. Dav. Luzzatto. (lieber den in der Augsburger Allgemeinen Zeitung, 3. August 1843 besprochenen jüd. Reformverein.) (Aus dem Italienischen, von einem Schüler des Unterzeichneten übersetzt.) Der Misbrauch des Wortes und die Ausschmückung häßlicher Dinge durch schone Namen ist nichts Neues, und je- 5) Wiener Jahrbücher der Literatur. B. 84. S. 153. 6) Viardot Studien zur Geschichte der Staatseinrichtungen der Literatur u. f. f. in Spanien, ins Deutsche iibertzagen von Th. Hell. Leipzig 1836. S. 145. 7) Herr Samuel M e k l e n b u r g hat (Jbst's Ammlen 1839, S. 228) die Vermuthung ausgesprochen, daß DraTUm zu lesen sei, dessen Nothwendigkeie durch das Gesagte nicht emzusehen ist. Der Beweis, den derselbe für seine Vermuthung bringt von Jesod Olam, der sich das von S a m u e l h a - Nagid braucht, ist nicht hinreichend, denn auch dort kann es LM^IQlheißen d. h. er war ein Schönschrerber. Da es bekannt ist, wie großen Werth im Morgenland auf eine schöne Schrift gelegt wird-, wird dies Lob sehr begreiflich' sein. Bei- Abraham Ben Baud ntap) fehlt übrigens der ganze. Ausdruck. Bei. ihm heißt es bws nSJDD ’pH iTHI Es' ist aber, nicht zu-, bezweifeln, daß er ein Schönschreiber war. Auch jüd.. Schriftsteller, die unter arabischem Einflüsse lebten, haben befondern Werth gelegt.auf das Schönschreiben. Samuel Dav. Luzzatto. mehr Kultur und Sirtenverftinerung zunehmen, desto größer wird der Abscheu vor unschönen Ausdrücken. Wohl uns, wenn mit der Vermeidung der unschönen Benennungen auch alles Häßliche vermieden würde; allein das ist' nicht immer dir Fall. Die Leichtigkeit daß Häßliche durch ehrenvolle Namen zu beschönigen, dient oft dazu, den minder scharfsichtigen Augen das Verabscheuungswürdige desselben zu verhüllen, und dessen Verbreitung immer mehr zu befördern, und die Auffindung eines verblendenden Namens wird oft die Quelle nachdrücklicher Uebel. Ein trauriges Beispiel hiervon stellte sich eben in den jüngsten Tagen dar. Einige Israeliten, denen die an das Judenthum geknüpften Religionsübungen zur Last geworden, wünschen sich mit einem Schein von Legalität von demselben loszusagen, ohne jedoch als sündhafte Uebertreter des göttlichen Gesetzes angesehen zu werden; sie gaben daher ihrem Vorhaben, das mosaische Gesetz gänzlich abzuschaffen, den verführerischen Nachen einer Reform. Ist aber ein solcher Name der Absicht dieser Männer angemessen? Luther reformirte die Kirche, denn er reinigte sie von manchen Glaubenspunkten und Uebungen, welche sich im Laufe der Jahrhunderte in dieselbe eingedrängt hatten, und stellte das Christenthum wieder so her, wie es bei dessen Ursprung wirklich, oder nach seiner Ansicht gewesen war. Ebenso glaubten die Karcuten durch strenge Beobachtung dessen, was sie für den Sinn der Worte unseres Gesetzgebers anerkannten, das Judenthum zu reformiren. Allein mit welcher Stirne wagen es Männer, sich Reformatoren des Judenthums zu nennen, welche sich von allen „verwerflichen ausschließenden Satzungen und exclusiven Gebräuchen förmlich lossagen"? Das Judenthum war seit seiner Entstehung eine ausschließende Religion. Abrahams Familie har sich von jeher für eine erwählte Nation, für ein Priestervolk gehalten. Die Israeliten waren in der That die Bewahrer jener heiligen Lehren, die sich von ihrer Mitte aus nach allen Punkten der Erde verbreiteten, und die Finsternisse der moralischen Wett zerstreuend , jenes viele oder wenig Gute erzeugten, dessen sich die moderne Civilisation rühmen darf, die jedoch von ihrer Vollkommenheit noch ziemlich entfernt ist, da das griechische Element derselben mit dem abrahamitischen in fortwährendem Konflikt begriffen ist. Als Priester des Menschengeschlechts wurden die Israeliten durch mannigfache exklusive Gebräuche ausgezeichnet, denen sie eine Erhaltung und Existenz verdanken, welche zu behaupten, so viele weit größere und mächtigere Nationen außer- Stande' waren. Noch haben die Israeliten ihre Sendung nicht vollbracht, die abrahamitischen Principien sind) noch nicht vochevrschend auf dem ganzen-Erdkreise Mit vollem Recht dürfen daher die Israeliten auf ihre Sendung stolz sein^ und nicht ohne Grund dürfen ihnen die ausschließenden Gebräuche,- welche sie auszoichnen, theuer sein. Ja, wäre selbst .ihre Mission zu Ende, und „die Erde

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