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Der Orient · 1843-12-19 · 51 (19.12.1843) · p. Spalte 809-810

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Journal
Der Orient
Volume
1843
Issue
51 (19.12.1843)
Article
Argumente gegen die allgemein angenommene Meinung,
Date
1843-12-19
Page
Spalte 809-810 (sequence 2)
Language
German
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809 Lrt. Ztnalekten. Die jüdische Kurrentschrift. 810 R. Jos., die fast immer entgegengesetzter Meinung waren, sich über die Version des Pentateuchs, des eigentlichen Gegenstandes ihres Streites, vereinigen konnten. Nach dem Ier. aber verfaßte Onkelos die Version, und zwar, wie der Zusammenhang lehrt, in griechischer Sprache, wornach der angebliche Widerspruch, den unser Gloffator in dem Satz des Rab (der Nedarim 37 b vorkommt), daß man sich schon zu Nehemij.'s Zeit einer chaldäischen Version bediente, findet, von selbst zusammenfällt. Der Gloffator scheint aber aus die bekannte chaldäische Version hingewiesen zu haben, (er sagt: 'Dl min bw Dinn im Ier. hingegen: D.nn 'Dl minn 1.in), und die Mähr muß daher sehr spät entstanden sein und ermangelt aller historischen Basis. Noch andere Einwände gegen diese Mähr können sich die Leser anderswoher holen. ■— 13) Ier. 6 b: „N. Aba b. R. Chija b, Aba, N. Chija im Namen des R. Iochanan sagt, es sei Halacha, daß beim Zusammenhesten der Pergamentrollen oben und unten etwas frei bleiben muffe, damit es beim Zusammenrollen nicht reiße; man klopfte ihm aber aufs Hirn (unser: auf die Finger klopfen), denn ist's Halacha, wozu die Ursache, haben wir die Ursache, wozu die Halacha". Im bab. T. 19 b heißt es aber: "*nDN N3N “D N^n '*“) TONI “IDm nw pni\ Nun heißt's aber in Halachot Ged. <25 ci, 6d. ZoLk.): ->1D Ntw ton NniDN 'b inoi 'ö‘Vl 'wob rahn TOnn -\w }DpM Man müßte also annehmen, daß Halachot Ged. dem Ier. gegen den bab. Talmud gefolgt sei, (denn nach dem Ier. bleibt es unentschieden, ob es Halacha sei oder auf die angegebene Ursache sich gründe, und die Hal. Ged. mußten sich fürs Erschwerende bestimmen, und daher ließen sie den Namen des Gelehrten weg, — was sonst ihre Art nicht ist — weil deffen Meinung nicht zu ermitteln ist,) aber diese Annahme ist sehr unwahrscheinlich, und wir glauben daher, daß im bab. T. eine Verfttzung stattgefunden, cs muß heißen: ® bn TOTO "TO NrilDN .76 inoi pap1 N'bitf na NbN 'TON. Der Widersprach ist offenbar und der Talmud fand nicht nöthrg, auf ihn hinzuweisen. Auch das Waw in zeugt für die Versetzung. Die Rabbinen, die die Stelle in Ier. und Hal. Ged. nicht sahen, betrachteten natürlich dies Gebot für sehr geringfügig. Uebrigens waltet auch hier eine Verschiedenheit in den Gelehrten-Namen zwischen beiden Talmuden ab. — Literarische Analekte. Dre jüdische Kurrentschrift. Der Ursprung dieser Schrift ist ohne Zweifel in Spanien zu suchen, und zwei ganz verschiedene Ursachen haben zu ihrer Einführung Anlaß gegeben. Von diesen zwei Ursachen ist eine davon im Judenthum selbst begründet, d. h. in der Ansicht des damaligen Zeitalters, die andere liegt aber außerhalb derselben. Diese Kurrentschrift ist aus der altern spanischen Schriftart entstanden, welche bei den arabischen Juden mZHD'PN tuib auch heißt. Maimonide s*) und Simon den Zemach D u r a n 2) erwähnen dieselbe. Von M ai m 0 n id e s erfahren wir, daß eine solche Schrift seit undenklichen Zeiten in Spanien unter den damaligen Juden existirte, und daß die Scheu, die heilige Schrift zu weltlichen Dingen zu gebrauchen, die Erfindung derselben veranlaßte. Alle Schriften hingegen, die nur irgend mit dem Ceremonialgesetz in Verbindung standen, z. B. Gesetzrollen (min TOv) Pfostenröllchen (nntö) dürfen nur mit assyrischen Buchstaben geschrieben werden, und nicht mit „Hangender Schrift" (rp&n HDTD) 3)* Von Spanien aber ging diese Schrift, allem Anschein nach, nach Afrika und Italien, wo sie sich unter verschiedenen Modifikationen bis auf den heutigen Tag erhalten. hat. Es ist diese Schrift eine verschnörkelte Art der sogenannten Raschischrift und unsere Kurrentschrift hat sich daraus gebildet. Dies wäre die innere Ursache des Entstehens dieser Schrift, die äußere Ursache aber ist nun folgende. Aus verschiedenen Quellen wissen wir, daß es den Juden nicht immer erlaubt war, sich der arabischen Schrift zu bedienen, weil die Muhammedaner der Ansicht waren, ihre heilige Schrift würde durch den Gebrauch der Ungläubigen entweihet. So z. B. erfahren wir von Grobergs^), daß es den Juden in Marokko nicht erlaubt wäre, arabisch Lesen und schreiben zu lernen, weil sie nicht würdig seien, 1) Gutachten -mn 1ND Nr. 7. nanna HNtpjn nNin mran n yro "ft wn pi nnan mm*? nnaj nai minn na »toto po irrnt^N mp ’D’di tnpn 'mm pn na wnmrb tod WM m nnai oniDDn nnm pnna rm hnd pmu nn nie nriN niN qbipb npdj N'bi nap anaa nnbip bin Nb) patTO N'b ktuy mNtC^O N2TO "Dia "TON anan ona'na D'mson nvp bpvnap anaa ban n<< paa n trancrob ton anaa ntvym ist mniN nniniN toi tun dn ainab pjta b’t mbn ^di’ 'h bin nana mb nn potra mm abw na mibnn ntoh wro anaa nattro nun nama mn ainab DnaiDn nom uw I’N) onb toni m' bp aap nr dji min “©oa ton namiaa anai bax babab Nan D'nb* anao nn trontw Nin nn ntt'p'1 ton bai anano mp twba «npjn nnn« — .minn nna bbaa Dieses Gutachten wird auch in mnniN citirt S. 29. 2) Gutachten pb^TO nnwn Th. I. Nr. 8. N,n, pt^ND Nipjn anaa .mm ainab ino rkw mp nnty nn opu n nWa pN * nawn lananu^ xnpjn — .bba na'na NnpJ n^N p^nd ana 3) Bergt. Note 1. Die Benennung rührt daher, weil diese Buchstaben schweben und nicht fest auf der Linie aufliegen wie das Hebräische. 4) 8^eccliio geografico dcll’ intiie.ro di Marocco, Genova 'J835. Bergt. Wiener Jahrbücher der Literatur, Band 71. S. 43.

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