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Der Orient · 1843-11-14 · Heft 46 (14.11.1843) · p. Seite 366

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Journal
Der Orient
Volume
4 (1843)
Issue
Heft 46 (14.11.1843)
Article
Aus dem Nassauischen: B. Auerbach über die Stellung der Juden ...
Date
1843-11-14
Page
Seite 366 (sequence 2)
Language
German
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366 in diesen Staaten, abgesehen von der Besugniß, Grundeigenthum zu erwerben, wesentlich dieselben Rechte wie im Mittelalter, im Mittelalter aber waren sie autonomisch, und der Polizeistaat hatte keine Macht, sie durch ein solches Gesetz zu entsittlichen; die Autonomie und die corporative Stellung der Juden ist aufgehoben worden, sie sind als seit Jahrhunderten Eingeborene des Landes Staatsbürger geworden, sie haben alle Pflichten des Staatsbürgerthums übernommen, kein Gesetz kann sie mehr dieser Pflichten entheben, um den daraus resültirenden Rechten auszuweichen, so sehr man dies auch in Preußen zu versuchen geneigt sein mochte. In den vorher genannten Ländern aber besteht nun ein Gesetz, wie es keine mittelalterliche, oder heidnische Barbarei je versuchte; wurde es je in der Geschichte gewagt, eine andere Konfession durch solche Maßregeln niederzuhalten? Der moderne Polizeistaat, der doch überall nur die Hebel der äußern Gewalt ansetzt, hat es hier und dort gewagt, sich einen christlichen zu nennen; im Namen der fortgeschrittenen Vernunft, im Namen des Christenthums selber muß dagegen protestirt werden, denn das wahre Christenthum anerkennt nur die Macht der Ueberzeugung und keine äußere Polizeigewalt als heilig und göttlich. (Beschluß folgt.) Oesterreich. Von der österreichische» Grenze, im November. Eine wahre Landplage für die Juden Oesterreichs sind die belehrenden und singenden Zugvögel, oder die wandernden Darschanim und Chasanim. Nicht nur, daß jene durch ihre witzelnden, allegorisirenden und sophistischen Vortrage, welche einen Bibelvers so lange auf der Folter der Verdrehung spannen, bis er wirklich verrenkt und verdreht das gewünschte Geständnis; ablegt, den ohnehin verdorbenen Geschmack noch mehr verderben, und einer gesunden, nüchternen Exegese den Eingang. erschweren, und daß diese das Gotteshaus zu einem Theatersalon machen, profane Melodien — die nicht selten einem vaulleville entlehnt sind — aus die ernstesten Gebete übertragen: sind sie auch einer der Hauptursachen, warum in den meisten Städten Oesterreichs der Gottesdienst in seiner alten Form verharrt. Gleichnisse, Epigramme, dmunols sind die zahlreiche suite eines wandernden Darschans. Verbreitet sich nun in einer Gemeinde die Nachricht von der Ankunft eines solchen herumirrenden Ritters — dessen Zweck, wenn auch nicht die Befreiung eines bezauberten Fräuleins, doch gewöhnlich die Verheirathung seiner eignen Tochter ist — so freuen sich schon die Gemeindeglieder auf die Erschütterung des Zwerchfells. Der Darschan seinerseits bietet auch in seiner humoristischen Vorlesung Alles auss um seine Zuhörer mit reichlichem donmols-Proviant zu versehen. — Kann nun da die Predigt, das ernste, gottbegeisterte Wort sich Bahn brechen, wo die Gemeinde an Zwerchfelletschütterungen im Gotteshause gewöhnt ist? Können da die Gebete in ernsten, passenden Melodien von einem Chor vorgetcagen werden, kann da Ordnung und Stille im Gotteshause herrschen, wo man das Geschrei des Choragus, den Singsang der Sänger pur exceilence (Meschorrerim) mit Vergnügen anhörr? — Dieser Mißbrauch, der noch dazu auf Kosten der Gemeindekassen sich erhalt, herrscht noch vorzüglich in den meisten Städten Mährens und Ungarns, und wirkt in der That sehr nachtheilig auf die Gemeinden ein. Möchten doch die Gemeindevorstände und Rabbiner diesen schädlichen Einflüssen entgegenarbeiten, da ohnedies die Regierung selbst diese singenden und predigenden Gastrollengeber nicht begünstigt. Licht- und Schattenbilder* aus der jüdischen Vergangenheit und Gegenwart. Urkunde« zur Geschichte der Juden im Mittelalter. Serie I. Siebenzehnte Urkunde. Schiedsrichterlicher Spruch zwischen dem Erzbischof von Köln und der Stadt Andernach wegen der in Andernach verfolgten Juden. Andernach. 1287. 3. August. Nos de Eppenstein chorepiscopus Trevirensis, >V. Wir von Epp enstein, Weihbischos von Trier, W. scolasticus et Johannes de Renneberg canonici Colonien- Schulmeister, u. Johann von Rennebecg, Canonici

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