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Der Orient · 1843-11-14 · Heft 46 (14.11.1843) · p. Seite 365

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
4 (1843)
Issue
Heft 46 (14.11.1843)
Article
Breslau: Bericht ... über das zehnjährige Wirken des isr. Handlungsdiener-Instituts
Date
1843-11-14
Page
Seite 365 (sequence 2)
Language
German
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365 sinn unserer Mitglieder, indem es uns möglich wurde, den Ertrag einer im Mai 1842 veranstalteten Sammlung, mit 106 Thlr. 10 Sgr., für, beim Hamburger Brande verunglückte Handlungsdiener, an Geh. Kommerzienrat!) Herrn v. Löb decke, zur weitern Verwendung zu übergeben Eine andere Tendenz unsres Vereins, den außer Kondition sich befindenden Handlungsdienern neue Stellen zu verschaffen, ist zwar theilweise erlangt worden, indem es uns gelungen ist, eine ziemliche Anzahl solcher Individuen zu placiren, allein auch hier trat bis jetzt, der vollen Erreichung dieses Awc-ckes, jener hemmende Umstand entgegen, daß nur selten die Herrn Prmcipale.sich an den Verein wandten, wenn sie eines Kommis denöthigt waren. Wir erlauben uns daher die Herren Principale, namentlich die geehrten Gönner unsers Instituts, zu ersuchen, bei etwaigen Vakanzen in ihren Häusern, uns geneigtest davon Anzeige zu machen und versichert zu sein, daß wir es uns werden angelegen sein lassen, ihnen nur solche Kommls zu empfehlen, die der Empfehlung werth sind. Um den Mitgliedern, bei ihrem etwaigen Ausscheiden aus dem Institute, eine Erinnerung an dasselbe zu lassen, wurde im Jahre 1838 der Beschluß gefaßt, demjenigen Mitgliede, welches durch drei auf einanderfolgende Jahre sich moralisch geführt und seinen Pflichten gegen das Institut pünktlich nachgekommen, ein Diplom zu behändigen; und, zur Ehre unserer Mitglieder sei es gesagt, wir haben bis zum 13. Januar 1843 bereits 161 solcher Diplome gewissenhaft vertheilen können. Die Theiknahme, welche unser Kurator, Herr Robert Dyhrenfurth sel. Andenkens, dem Institute bei seinem Leben schenkte, bewies sich auch bei seinem, leider zu früh erfolgten Tode, indem derselbe den Fond unseres Instituts, mit einem Legate von 100 Thlr., vergrößerte. Dieses Vermächtniß sowohl, als auch der bisher gesammelte Fond wurde in 2 außerCours gesetzten Posener Pfandbriefen über 1500Thlr. 1 außer Cours gesetzten Staatsschuldschein - 100 - Zusammen 1600 Thlr. beim Kuratorio niedergelegt und die Zinsen statutenmäßig verwandt. Noch haben wir den Verlust von 5 Mitgliedern, die uns der Tod entrissen, zu beklagen. Es sind dies der im Jahre 1839 verstorbene Neumann Oelsner, - - - 1839 - Peirels, - - - 1841 - Landsheim, - - - 1842 - Guttentag, - - - - 1842 - Horrwitz. Friede ihrer Asche! Die, durch das Dahinscheiden des sel. Hrn. Dyhrenfurth im Kuratorio entstandene Lücke, wurde durch die gütige Annahme der, auf die Herren Kommerz.-Rath Jonas Frankel, E. Friede,berg und Moritz Schreiber gefallene Wahl ersetzt, so daß das Kuratorium statt der frühern 3, jetzt aus 5 Mitgliedern besteht. Die Bereitwilligkeit, mit welcher das WohllLbl. Ober- Vorsteher - Kollegium den Miethzins für das, in der Königl. Wilhelmsschule innehabende Unterrichtslokal, von 50 Thlr. auf 25 Thlr. ermäßigte, verpflichtet uns im Interesse unserer Anstalt gegen dasselbe, und gern sprechen wir hiermit unfern Dank aus , denn es ist der Kaffe unsers Vereins, durch jene Ermäßigung, ein wesentlicher Vortheil geworden. Wenn wir die Schwierigkeiten und Hemmnisse erwägen, die dem Zusammenhalten der, oft mit dem Wohnorte, wechselnden Mitglieder entgegentreten, und wir dennoch die Namen von 147 ordentlichen und 149 außerordentlichen Mitgliedern in unfern Listen aufführen können, so dürfen sich die frühern Verwaltungen, so wie die gegenwärtige schmeicheln, sich durch die Bewerbung, um neue Mitglieder, ein bleibendes Verdienst um das Institut erworben zu haben. Mögen die Herrn Gönner und Mitglieder unseres Vereines sich versichert halten, daß wir, den früheren Verwaltungen nachahmend, stets dahin arbeiten werden, daß das Institut, soweit es in unfern Kräften steht, keiner derartigen Anstalt nachstehen soll. Unter der Mitwirkung des ebenso tüchtigen als thätigen Herrn Dr. Ginsberg, der bereits im ersten Jahre seiner Wirksamkeit, den Schulplan einer geregelten, und der Intelligenz seiner Schüler angemessenen, Einrichtung unterworfen hat, wird es uns hoffentlich gelingen, auch die wissenschaftliche Tendenz unseres Instituts in ihrer ganzen Ausdehnung zu erreichen. Wir werden gern in der treuen Erfüllung der uns obliegenden Pflichten beharren und wünschen, daß unsere Nachfolger nur immer günstige Resultate, in ihren spätern Berichten, mögen mittheilen können. Gott schenke dem Institute Gedeihen, seinen Gönnern und Mitgliedern den reichsten Seegen! Das zeitige Komite. Aus dem Naffauischen, 1. September. Der bekannte Schriftsteller Berthold Auerbach (Israelit) liefert im Freihafen eine so ausgezeichnete und treffliche Darstellung über unsere Glaubensbrüder in diesem Herzogthume, daß ich nicht an stehe, sie hier vollständig mitzutheilen. „Auffallend ist, daß in einigen naffauischen Orten die Juden nicht nur alle Steuern, Bürgerlasten und Frohnen gleich wie die christlichen Bürger leisten müssen, sondern auch noch einige jährliche besondere Beisatzsteuern zu bezahlen haben (das alte sogenannte Schutzgeld ist gesetzlich aufgehoben); entweder oder — gilt auch hier, entweder sollten sie nur das eme, oder nur das andere zu bezahlen haben, oder soll man für mindere Rechte doppelte Steuern bezahlen? Diese Doppelsteuer wird nur in einzelnen Orten des naffauischen Landes erhoben, und ist daher um so auffallender. Von dm Juden in Nassau, darf eben so wie in Hohenzollern-Sigmaringen und Baiern stets nur der älteste Sohn heirathen, die übrigen sind zu unfreiwilligem Eölibat verdammt. Die Juden haben

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