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Der Orient · 1843-11-14 · Heft 46 (14.11.1843) · p. Seite 364

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Journal
Der Orient
Volume
4 (1843)
Issue
Heft 46 (14.11.1843)
Article
Hamburg : Verzeichnis der Männer ... [Nachricht]
Date
1843-11-14
Page
Seite 364 (sequence 2)
Language
German
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364 bürg. L. Philippson, Dr., Red. d. Allgem. Zelt, des Zudenth. Breslau, 18. Oktbr. (Schluß.) Durchdrungen von dieser Ansicht vereinigten sich zu Ende des Jahres 1832 mehre hier konditiomrende jüdische Hand- Lungsdiener „ um einen, diese Tendenz verfolgenden, Verein zu bilden. Wie schnell diese Idee zur Ausführung gelangte, bezeugt der erste Aufruf, dem sich sofort 102 hier konditionirende Handlungsdiener anschloffen, und auch im Kreise, der hier etablirten Herren Kaufleute traten, durch die wohlmollende Mitwirkung des Hrn. Robert Dyhrenfurth sel. Andenkens, eine gleiche Zahl Ehrenmitglieder dem Institute bei. Der Verein konstituirte sich, nachdem die Statuten, unter Zuziehung des Herrn Ober-Landes-Gerichts-Rathes Crelingor, entworfen und die hohe Genehmigung erlangt hatten, am 1. April 1834, während bereits am 3. März, unter Vorsitz des durchs Loos bestimmten ersten Direktors, Hrn. E. Pototzky, in einer deshalb abgehaltenen General-Versamm- Lung, das Komite gewählt war. Wir können hierbei in dankbarer Anerkennung nicht unerwähnt lassen, wie wohlwollend die hohen Behörden dem Entstehen rmsers Instituts forderlich waren; auf ein, unterm 17« September 1834 eingereichtes, Gesuch um hohe Genehmigung unserer Statuten, erfolgte bereits am 24. September 1834 die Ertheilung derselben, und noch in demselben Jahre waren wir in den Stand gesetzt, diese Statuten unfern Mitgliedern bchändigen zu können. Eine gleich günstige Berücksichtigung erfuhr unser , gehorsames Gesuch um Bestätigung unserer, den. Bedürfnissen der Zeit mehr entsprechend-umgearbeiteten Statuten, und es ist uns heute schon die Ehre geworden, dieselben überreichen zu können. Die erste Sorge des Komite bestand darin, ein das Institut beaufsichtigendes Kuratorium zu ernennen, und mit besonderer Bereitwilligkeit nahmen die Herren Robert Dyhrenfurth, sel. Andenkens, P. Mannheimer jun. und B. L. Schweitzer die auf sie gefallene Wahl an. Mit dem Winter 1834 begann der erste Unterricht für eine namhafte Anzahl Kommis und Lehrlinge, nach einem vom Komite verfaßten Schulplane, und dauerte dieser Unterrichts- Kursus bis Ende März 1835. Besonderes Verdienst erwarb sich hierbei der würdige Hr. Dr, Munk, welcher im Interesse des Instituts es nicht scheute, trotz seines damals geschwächten Gesundheitszustandes, seine Zeit und seine Mühen der Anstalt zu widmen. Der Ausdruck unseres Dankes wird immer unserer aufrichtigen Anerkennung dieser liebevollen Uneigennützigkeit nachstehen. Wiewohl nun aber an der Tüchtigkeit der Lehrer und der Obhut der Verwaltung nichts zu wünschen übrig blieb, so trat doch an die Stelle der Anfangs bewiesenen Theclnahme, der des Unterrichts Benöthigten, in den folgenden Jahren eine Lauheit und Theilnahmslosigkeit, welche für die Erreichung des vorgesteckten Zieles nicht ohne Besorgniß bleiben ließ. Die Verwaltung richtete daher ihr Augenmerk daraus, das Interesse für das Institut neu zu beleben jund die deshalb getroffenen Maaßregeln waren nicht ohne Erfolg. Vorzüglich aber den lehrreichen uud gediegenen Vorträgen des Herrn Dr. Wilhelm Freund über Geschichte der neueren Zeit, haben wir ..es zu danken, wenn das, etwas schwankend gewordene Interesse unserer Mitglieder wieder geweckt wurde, und von Neuem sahen wir die Theilnahme am Fortbestehen und der Verfolgung desjenigen Zieles, welches die Tendenz unserer Anstalt ist, in. unfern Mitgliedern erwachen. Herr Dr. Freund hat sich daher in den Annalen unseres Instituts ein bleibendes Andenken gestiftet und gern sprechen wir, in Anerkennung seiner Verdienste, unfern ungeheuchelten Dank gegen denselben aus. Die Aquirirung des Hrn. Dr. Pinno f für den Unterricht der Lehrlinge war eine glückliche; denn sein, mit gründlichen Kenntnissen verbundener, unermüdlicher Eifer, für die Ausbildung dieser jungen Leute, wurde von denselben anerkannt, und der frequente Besuch der Lehrstunden hat, an der sittlichen Ausbildung der Betheiligten, sichtlich Früchte getragen. Mit besonderer Bereitwilligkeit gewährte uns Herr Rabbiner Dr. Abraham Geiger das an ihn gerichtete Gesuch, Vorträge über die jüdische Geschichte in unserm Institutslokale zu halten; hier, wie überall, löste er die sich gestellte Aufgabe mit jener Würde und geistig hohen Einsicht, d'e seine Stellung und sein Wirken auszeichnen. Im Namen Aller, die seinen gehaltreichen Vorträgen mit so vielem Interesse und intellektuellen Nutzen beiwohnten, statten wir hiermit dem Herrn Rabbiner Dr. Abraham Geiger Ehrwürden unfern tiefgefühlten Dank ab, verbunden mit dem Wunsche, daß es ihm gefallen möge, sein Interesse unserem Institute auch fernerhin zu bewahren. Auch der, in diesem Sommer neu eingeführte, Sonntags- Unterricht im Schonschreiben, unter Leitung des Hrn. St.übler, war zu unserer Freude und der Betheiligten Nutzen sehr besucht. Die umsichtige Thätigkeit der mehrjährigen früheren Direktoren, der Herren E. C. Pototzky und Louis Berliner, so wie die mehrfach bekundeten Verdienste des Herrn S. Wurm, verpflichten uns zum aufrichtigen Danke gegen dieselben. Sie haben uns die innern Angelegenheiten unserer Anstalt in geregeltem und geordnetem Zustande übergeben; durch eine zweckmäßige Verwendung der Einnahmen hat die Kasse, die sorgsam und streng rechtlich von unserm würdigen Mitgliede, Herrn Horrwitz, seit dem Entstehen des Instituts verwaltet wird, bis ult. März a, c. einen Fond von 1,712 Thlr. 10 Sgr. 9 Pf. gesammelt, nachdem wir bis zum gegenwärtigen Augenblick 190 Thlr. 24 Sgr. zur Unterstützung an hilfsbedürftige Handlungsdiener verabreichen konnten, und wir haben die Genugthuung, daß diese Unterstützungen, so gering auch der Summe nach, fast allen Benesiciaten Heilbringend waren. Auch nach außen hin bekundete sich der Wohlthä'tr'gkeits-

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