Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1843
- Issue
- 42 (17.10.1843)
- Article
- Dreisprachige biblische Geschichte [Nachricht]
- Date
- 1843-10-17
- Page
- Spalte 667-668 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/8555529-9897774-9897934--3185-2370723- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Rashi 4× ep/1002670
- Jelgava 1× ep/1000666
OCR text
067 Ar. Nachrichten und Miscellen. Jehuda bar Jlai's Exegese. 068 Literarische Nachrichten und Miseelle». Dreisprachige biblische Geschichte. Unter dem Mel: xipD, odcku/zc Darsrcilung der heiligen Urkunde für die Jugend, in möglichst reiner Bibel-Sprache, nebst einer leisten tlebersetzung in deutscher und französischer Sprache" geben zwei junge Leute, M. Löwenöerg aus Mitau und B. Zeitlin, eine treffliche, in Anlage und Ausführung gut gearbeitete dreisprachige biblische Geschichte heraus. Die jungen Leute, beide aus den deutschen Provinzen Rußlands, die ihre Studien ans deutschen Universitäten gemacht, und mit gründlichen philologischen Kemttniss'N versehen sind, lassen ihr Werk in Quartformat in Hemburg drucken, und gcrn empfiehlt der Redakteur dieses.Blattes jene Arbeit, die er zur Ansicht hatte, dem Publikum. Res. hatte auch das Vergnügen, Hrn.Löwcnberg persönlich kennen zu lernen und sich von seiner Befähigung und von seinem Eifer zu üoerzeugen. Der biblischen Geschichte wird ein historischer Abriß über sämmtliche Religionsbücher, biblische Geschichten, Katechismen, Spruchbücher :c. die seit Mendelssohn erschienen sind, gegeben werden. Talmrrdische Gxegetik. Ueber die biblischen Auslegungendes Talmuds bei seinen Gesetzbestimmungen. Von Ni. S cy w a r z a u e r. (Schluß.) Daß R. Jehuda hier nicht an den Derasch dachte, ergiebt sich daraus, weil er das Wort D^nnon wählt; eben so wenig kann er unter lm'iiO gemeint haben „buchstäblich", er hätte sonst sicher aiTOS oder lyDOTD, und nicht das in dieser Verbindung nicht noch einmal zu findende trntSD gebraucht. Es ist der Ausdruck dieses Wortrs so eigentlich gewählt und genau bezeichnend — als habe der Dum die böswillige Verdrehung eines spätern.Kritikees gefürchtet. 41). Betrachten wir den Kommentar Raschi's zu dieser Stelle: 41) Dem ungeachtet aber, und als Beweis, daß R. I. keine Autorität, sondern die Wahrheit nur, auf wessen Seite sie ihm auch dünkte, anerkannte, verläßt er dennoch zuweilen das Largum Onkelos und hält sich zu der griechischen Uebersetzung: Nasir 34 1>, Anfang: „Was sind Charzanim und was Sagim? Charzanim das ist das Aeußere, (der Weinbeere), Sagim das ist das Innere, Worte des R. Jehuda; R. Jose sagt, damit du dich nicht irrest, (es ist) wie die Schelle des Lhieres, da ist das Aeußere Sug und das Innere der Klöpsel". Ebenso wie R. Jehuda übersetzt nun die LXX: dno GzsiMpvXcov sag . . . Vulg. ab uva passa usqiie ad acimim. Peschito ^jso |‘^oä Diese Abweichung von der Onkelos - Uebersetzung von Seiten R. Jehuda's wird auch in dcrGemara (ibid. 39 u Anfang) ausdrücklich bemerkt: ly) ]\JsniDD ^D.nnD *pV> 1DN 'Dl'» 'ID piwy. S. hierzu Raschi und Tosefot O^inDtNlD Vergl. noch W. Gesenius hebr. und chald. Handwörterbuch und Fürst's Concordanz sub yoce. „Wer dm Vers nach seiner Gestalt übersetzt, d. h. er will die Zusätze unseres Largums weglassen, und sagt, ich will diesen Vers nur nach seiner Gestalt übersetzen, z. B. (Ex. 23, 2) av) njyn N'b „Lege kein Zeugniß ab bei einem Rechtsstreit", der ist ein Lügner; „und wer hinzufügt", d. h. er denkt, da einmal gestattet ist hinzuzufügen, will auch ich hinzufügen so oft ich will, der ist ein Lästerer, schmähet Gott und verändert sein Wort. Was die Zusätze des Onkelos jedoch begrifft (die seltenen), so sind sie nicht seine Erfindung, sondern rraditiv. S. Megilla 3. u," Tosefot, im Ganzen, neben unbedeutenden Bemerkungen, mit Raschi gleich, citirt R. Ehananel, welcher noch zu hören ist: „Wer den Vers nach seiner Gestalt übersetzt," B. (Ex. 24.) „und sie sahen den Gott Israels"^^^ ww der ist ein Lügner; denn Gott selbst sahen sie nicht, wie es heißt (ibid. 3.), „mich sieht kein Mensch und bleibet am Leben"; wer aber hinzusügt und übersetzt, sie sahen einen Engel Gottes, der lästert und schmähet, sondern so muß man übersetzen: sie sahen die Herrlichkeit Gottes." Und in der Lhat har auch das Largum Onkelos zu dieser Stelle ipi rp Ms. So viel ist nun bestimmt Jedem klar gewodren, R. Jehuda selbst entscheidet sich eigentlich für gar kein Largum, er tadelt blos eine geistlose Vergötterung bes Buchstabens, wie die willkürlich ausschweifende Paraphrasi's. Die Gemara hingegen, der es dort bei einem speciellen Falle darum zu thun ist, ein aurorisirtes Largum zu haben, vindicirt dem R. Jehuda ganz folgerichtig, als ein solches unser Largum Onkelos, der auch Ln der Lhat die richtige Mitte hält. Ganz in diesem Sinne faßt es Raschi, Losefot und R. Chananel auf. - r'- Vergleichen wir nun das Verfahren des Verfassers der Skizze, so ist nach ihm R. Ichudcsis Ansicht hier, „nur das recipirte Verfahren der Derascha sei einzig berechtigt"; ohne darauf zu achten, daß hier LälllD.I und nicht Enm steht: ohne darauf zu achten, daß hier demnach nur von den Largumim die Rede ist; ohne darauf zu achten, daß der Anonymus der Gemara dem N. Jehuda als das einzig berechtigte das Largum Onkelos vindicirt; — es müßte denn sein, daß der Herr Vrsffr. d. Skz. sich ebenso das richtige Verständniß der Barajta, wie das der Tora Vorbehalt, und Rabina und Rab Aschi, biete wie jene nicht verstanden hätten!!! Allein der Herr Vers, hat entweder diese Barajta nicht verstanden, oder hat es auf eine absichtliche Täuschung abgesehen. Denn es bleibt derselbe seiner Auffassungsweise nur von der Seite 146 — 158 treu. Auf letzterer Seite — von der angeführten Stelle redend — sagt er wieder „und es wird daher ausdrücklich auch blos das recipirte Targum gebilligt." Also S. 146 der Skz. muß unser R. Jehuda nur „die Ausdeutung, das recipirte V erfahren der Derascha" und S. 258 „nur das vecipi'rte Verfahren des Largums billigen. Zum wahren Nonsens aber wird diese Auffassung, wenn man bedenkt , daß ja gerade das recipirte Verfahren der Derascha dem Latgum ähnlich ist, von welchem R. Jehuda sagt: PPD1 rpno nt nn. —