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Der Orient · 1843-10-10 · Heft 41 (10.10.1843) · p. Seite 327

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Journal
Der Orient
Volume
4 (1843)
Issue
Heft 41 (10.10.1843)
Article
[Nachricht]
Date
1843-10-10
Page
Seite 327 (sequence 2)
Language
German
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327 scharfen Kritik eines Gegners des Vereins, und da ich die Aktenstücke nicht wiederholt abdrucken lassen kann, so habe ich auch die Kritik weggelassen. Ich bin aber der Meinung, daß man sich bei diesem Vereine vorläufig nur auf die Sammlung der Lhatsachen beschränken müsse, so weit das äußere Erscheinen des Vereins berücksichtigt wird, die Principien des Vereins aber, d. h. die ausgesprochenen 3 Erklärungen mögen immerhin, wenn nur objektiv gehalten, mit den Waffen der Wissenschaft bekämpft werden. Hier nur einige Lhatsachen. Vom Programme ist ein zweiter Abdruck besorgt worden, die erste Auflage ist in alle Welt versendet, Creizenach und seine zwei Kollegen haben deshalb die Schreiben nicht unterzeichnet, weil sie die Reform nicht zu einem persönlichen Gegenstände machen wollen. Die Anzahl der Vereinsmitglieder in Frankfurt beträgt jetzt 53 z die Frage über die Beschneidung ist, nach Erklärung der Mitglieder, keine des Vereins, daher die Circular-Anfragen des Rabbinats den eigentlichen Verein unberührt läßt. Licht- und Schattenbilder aus der jüdischen Vergangenheit und Gegenwart. Der Emaneipatiouskampf i m Friesenland. Zusatz des Herausgebers der Frifia. (Schluß.) Welchen Erfolg auch die Emancipation habe, so verlangt doch die Gerechtigkeit-, daß sie geschehe. Nur darf freilich die Frage, wie sie geschehen solle, nicht blos von dem Gesichtspunkte der allgemeinen Menschenliebe, wie früher geschah, entschieden, sondern muß auch als eine politische, staatsrechtliche behandelt werden. Hören wir, was darüber der berühmte Lehrer der Geschichte und des Staatsrechts, Dahlmann in seinem ausgezeichneten Werke „die Politik" 1. Wd. p. 328 sagt: „Die Aufnahme der Israeliten zu gleichen Rechten bleibt, wie sehr man sie auch ausschließlich aus den Gesichtspunkt der leidenden Menschheit zurückführe, immer doch eineStaatssrage. Wo Widerwillen mindestens Gleichgültigkeit gegen wesentliche Westandtheite unserer gesellschaftlichen Ordnung obwaltet, wo eine den Gegenständen unserer Verehrung feindselige Geschichte ihre unverkennbare Macht übt, da ist weder die Frage nach der Zahl der so Beschaffenen überflüssig, noch nach der Stärke ihrer Association, auch keinesweges unbillig der Unterschied ihrer Behandlung im Einzelnen und Allgemeinen nach der Art ihrer Betriebe und dem Grade ausgebildecer Standesehre, nach dem Mehr und Minder der nationalen Privatrechte, welche sie als Lheile ihres Glaubens heilig zu halten fortfahren, nach der Stimmung, mit welcher die christliche Bevölkerung auf einen Richter, einen militärischen Vorgesetzten aus diesem Volke Hinblicken würde. Der richtige Gesichtspunkt ist, zu verhindern, daß sie nicht blos die Vortheile hinnehmen, den Verbindlichkeiten sich entziehen. Fortschritte mögen mit Fortschritten stufenweise belohnt werden. Die Gebrechen unserer bürgerlichen Gesellschaft gestatten keine politische Wagstücke mehr." Mit diesen gehaltvollen Sätzen, die zu weiterem Nachdenken über diese höchst wichtige Angelegenheit reichlichen Stoff geben, beschließen wir vorerst die Mittheilungen über die Emancipation der Juden. Anmaaßgebliche Gedanken des Einsenders, als Noten zu den eingesandten Artikeln aus der Emdner „Frrsia". Wir haben hier drei Männer vor uns, von denen zwei scheinbar, der dritte gewiß, insgesammt nach einem und demselben Ziele ringen. Es gilt, die Nothwendigkeit der völligen Judenemancipation darzuthun. Die beiden christlichen, soidisant Freunde der bürgerlichen Gleichstellung der Juden, der Ungenannte <—u) und Dr. Schweckendieck, der Red. der „Frisia", betrachten jedoch dieselbe nur als Heilpflaster für vermeintliche hartnäckige und durch keine andere Operation besiegbaren Uebel. Der Ungenannte will dadurch das Land vor Verrath schützen und zwei Fliegen mit einer Klappe zu treffen meinend, die Juden urplötzlich, ohne Kosten und Mühe, wie sie die Bekehrung verursacht, in Christen verwandeln. Herr Dr. Schw. glaubt die sogenannte moralische Besserung der Juden auf dem beliebten sächsischen Wege d. h. dem der Allmäligkeit erreichbar. Gegen Beide (wenn auch direkt nur gegen den Ungenannten) behauptet Hr. Rabbiner Hirsch in Emden die Nothwendigkeit einer völligen Emancipation aus Gründen des Rechts und einer rationellen und humanen Politik. — Uns liegt nur ob, auf zwei von Dr. Schweckendieck für seine Ansicht gewählte Gewährsmänner einzugehen. —

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