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Der Orient · 1843-10-03 · Heft 40 (3.10.1843) · p. Seite 316

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Journal
Der Orient
Volume
4 (1843)
Issue
Heft 40 (3.10.1843)
Article
Hamburg : Einweihung des Heine-Betty-Hospitals [Nachricht]
Date
1843-10-03
Page
Seite 316 (sequence 2)
Language
German
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316 ler, die mit ausgezeichneten Apparaten versehen sind. — Unsere Zeitungen Lieferten theils noch an demselben Abend, theils am andern Morgen ausführliche Berichte über die Einweihung. — Vom 12—22. Sptbr. ist das neue Krankenhaus dem Publikum zum Besuche geöffnet. — Uebec die in Folge dieser schönen Feier im Tempel am Sonnabend den 9. Septbr. erfolgte Weihe berichte ich Ihnen das nächste. Mal ausführlicher; eben so über die gestern (d. 10.) seit einer Reihe von Jahren wieder zum ersten Male gehaltenen Prüfung der Zöglinge der Talmud Tora, die überraschend gut ausgefallen. Für diesmal scheide ich mit dem Wunsche, daß das Betty-Heine-Hospital den Leidenden Genesung bringen, und daß der edelmüthige Gründer noch lange das Weck seiner Liebe zum Wohlthun in freudiger' Blüthe sehen und das Gebäude selbst lange eine Zierde der Gemeinde und der Vorstadt bleibe. Breslau, 20. Septbr. Endlich ist der Kaufmannschaft der Beschluß mitgetheilt, daß Anfangs Oktober hier eine Börse eröffnet werde, woran alle Kaufleute Litrn A (Juden nicht ausgenommen) Antheil nehmen sollen. — Am 18. Aug. ist der Bürger und Kaufmann Hr. Joseph Fla tau zum Leutenant in der 15. Komp, des Vürgergarde-Regiments ernannt worden. Das ganze Regiment hat 22 Kompagnien, jede Komp, circa 150 Mann excl. Unterofsiciere, Ofsiciere und Obere, das ganze Regiment 88 Ofsiciere, unter denen außer Hrn. Leurenant Flatau noch ein jüd. Ofsicier, ein jüd. Hauptmann. Mittwoch den 6. Sptbr. wurde Hr. Leutenant Flatau als wachthabender Ofsicier beordert (Ofsicier du Mir). Nachdem demselben von den Stabstrompetern ein Morgenständchen gebracht, ihm darauf das Ofsicierpatent übergeben, begab sich Leutenant Flatau um 10 Uhr zur Parole, hielt um 11 Uhr den Parademarsch bei klingendem Spiele ab, theilte die Mannschaft der Kompagnie in 6 Theile zur Besetzung der 6 Hauptwachen ein, versah seinen Dienst, welcher als Ofsicier du Mr nicht leicht ist, zur Freude Aller. Die Breslauer Bürgecgarde hat ganz die Verpflichtung des stehenden Militärs, ist militärisch uniformier, rhuL besonders zur Zeit, wenn das stehende Heer zur Uebung ausmarschlrt, die ganzen 'Verpflichtungen des stehenden Heeres, dessen Dienste zu übernehmen. Das Bürgermilitär steht mit demstehenden Heere in engster Kameradschaft. München, 20. Sptbr. Verschiedene Nachrichten in öffentlichen Blatten über die Weigerung eines jüdischen Vaters in Frankfurt a. M. sein Kind beschneiden zu lassen, veranlassen mich zu folgender Mittheilung, die vielleicht jetzt nicht unwichtig ist, da daraus hervorgeht, wie die hiesige Regierung diese Frage beantwortet hat. Im Monat April d. I. weigerte sich ein jüdischer Bürger, sein Kind beschneiden zu lassen- Nach den hier bestehenden Vorschriften aber darf nur der Rabbiner und außer ihm ein dazu ernanntes Mitglied der Gemeinde diese Operation vornehmen. Auf die an den Vater des Kindes ergangene Aufforderung antwortete dieser, daß einer seiner Bekannten diese Ceremonie, obgleich unvollständig, an seinem Kinde vorgenommen habe (und dies ist sicher nur ein Vorgeben, um Zeit zu gewinnen), daß er überdies mit seiner Frau und seinen Kindern in kürzester Zeit zum protestantischen Glauben überzugehen gedenke, außerdem bei diesem Kinde noch ganz subjektive Verhältnisse bestehen (die ebenfalls nicht weiter nachgewiesen werden), und daß sich die jüdische Gemeinde also vorläufig beruhigen könne. Die Polizeidirektion antwortete ihm aber in ganz bestimmten Ausdrücken, daß er verpflichtet sei, sich den Anordnungen des Rabbiners zu unterwerfen und die Beschneidung vorgenommen werden müsse, weil er zur Zeit noch zu israelitischen Religion gehöre und sich also den Religionsgebrauchen dieses Kultus zu unterwerfen habe. D. A. Z. Italien. Bou der italienischen Grenze, 15. Sept. Die jüdische Gemeinde von Ancona hat an den Baron v. Rothschild eine Bittschrift um dessen Verwendung zu ihren Gunsten beim Papste gerichtet. Sie giebt als Ursache des berüchtigten Edikts des Großinquisitors Salina an, daß Hr. v. Rothschild eine Schuldfoderung an den Pabst der russischen Regierung cedirt hatte, wodurch der Unwille des Inquisitors erregt worden wäre. Wir hören indeß, daß mittlerweile die ankonaer Juden der pabstlichen Regierung eine Anleihe gemacht und aus die Schritte der römischen Israeliten das Edikt zmückgenommen worden ist. D. A. Z. As i e n. Transkaukasische Länder. In der berühmten Reisebeschreibung von Koch, nach dem kaukasischen Isthmus finden sich auch einige Notizen über die dortigen Israeliten, und obgleich'sie kein Bild der dortigen Juden gewahren, so verdienen sie doch gesammelt zu werden. Die Einwanderung der Juden in Grusien ist. sehr alt, denn, nach alten Geschichtschreibern, .waren sie schon vor der letzten Zerstörung Jerusalems in den transkaukasischen Ländern heimisch, und sie haben sich schon in frühester Zeit hier einen bedeutenden Einflußzu verschaffen gewußt. Ja Moses von Ehorene (Geogr, Lib. 1. c. 21) behauptet, daß schon Jahrhunderte vor der gewöhnlichen Zeitrechnung Juden in die südkaukastschen Länder gekommen und der Gau Jspira (Sber,Jsber) ist ihnen ganz zum Wohnsitz übergeben worden. Nach grusischen. Chroniken (fl Klaproths Reise Bd. II. S. 87) habe eine Anzahl Juden in frühester Zeit den König von Grusien um Land gebeten und sollen gegen Erlegung einer Abgabe eine Gegend an der Aragua, die

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