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Der Orient · 1843-09-19 · 38 (19.9.1843) · p. Spalte 605-606

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Journal
Der Orient
Volume
1843
Issue
38 (19.9.1843)
Article
Zur Etymologie des Wortes 'pizmon'
Date
1843-09-19
Page
Spalte 605-606 (sequence 1)
Language
German
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605 Lit. Analekten, Lit. Nachrichten und Miscellen. 606 Literarische Analekten. Zur Etymologie des Wortes j i d T d. Die Schwierigkeit, welche die Erklärung der Termen in der Pijut-Liturgie dem Forscher entgegenstellt, ist, wenn auch die glückliche Losung derselben, sich eben nicht sonderlich dankbar gegen uns beweist, gleichwohl anregend genug, als daß wir uns über das Unentschiedene, nicht glücklich oder zum Wenigsten nicht befriedigend Gelöste hinwegsetzen und es dabei bewenden lassen könnten. Wie gern aber der Forscher jeden, noch so geringen Beitrag, der, wenn auch nicht allemal direkt, doch vielleicht indirekt zu dem gewünschten Resultate führt, entgegennimmt, weiß Jeder, der auch nur zuweilen über Schwieriges ernst denkt; und nur in dieser Ueberzeugung erlaube ich mir meine Vermuthung über die Etymologie des Wortes jIDID in Beziehung auf die Forschungen der Herren A. Ink und Leop. Dukes in diesen Blättern auszusprechen. (Vergl. LB. d. Orients Nr. 6. S. 90. Note 7 und ibid. Nr. 33. S. 519. Note 35 d. I.) Daß schon das Mer dieser Benennung die Parallele mit dem französischen „Pseaume“ nicht gestatte, weiset sowohl Herr Ink als auch Hr. Dukes!. e. richtig nach, wie uns auch die aus Levisohn's JOD1 2 3? citirte Herleitung von fD keineswegs befriediget. Vergebens aber glaube ich, dürsten wir den Ursprung dieser Benennung (wie die des Wortes in den semitischen Sprachen suchen; und wenn ich auch von einer frühern Vermuthung einer nicht streng regelrechten Zusammensetzung von poesis mit hymnus zurückgekommen bin: so glaube ich sie vielmehr wie die gleichfalls musikalische und schon bei Daniel vorkommende N\3}DDD ov/icpcovicc griechischen Ursprunges. Befriedigend dürfte vielleicht die Vermuthung einer Zusammensetzung aus nag und vftvog oder v^ivlu sein, bei welcher das aspirirte v wie in noXv/xvia ausgefallen, und in der Bedeutung Gesammtgesang= Choralgesang, sowohl den Charakter als auch die Vortragsweise des' Gebetstückes bezeichnen *)> Wer übrigens die Verstümmlung derartiger Gräeismen bei ihrer Hebraisirung kennt, den wird die Entstellung (ebenso pß'-in uptuov/a Einklang, Eintracht daher Zustimmung; yyeiuoyux der Oberbefehl, die Oberaufsicht u. v. a.) dieses Wortes weniger befremden, an dem sich doch noch äußeres Gepräge und innerer Gehalt ziemlich kenntlich kund geben. I. H. Jacobson in Kempen. *) Das nag in einer Zusammensetzung gerade nicht immer in der regelmäßigen Weise nuv erscheint, sieht man schon aus dem adj. nciciyvcozog, und in sehr vielen Eigennamen hat sich noch diese Art der Zusammensetzung erhalten. Es ist also möglich, daß beim Verblüthsein des klassischen Ausdrucks, in welche Zeit die Aufnahme fällt, ein solcher, wenn auch spätgriechischer Ausdruck ausgenommen worden sei. Literarische Nachrichten und Miseellen. Das Werkchen Ruach Chen (jr, nn) von einem unbekannten Tibbornderr. Auf dem Titel des Merkchens }n NN, welches in 11 Kapiteln über den philosophischen Ausdruck im Neuhebräischen handelt — ich habe vor mir die Ausgabe zu Iesniß 1744. 8 mit dem Kommentare von I srael Samosc, dem Vers, des Nezach Iisrael') — steht ausdrücklich, daß dieses Büchlein von John da Ibn-Tibb o n verfaßt worden sei und daffelbe sagen die Verfasser von Seder ha - Dorot und Sifte Ieschenim. Aber diese Angabe ist ganz unrichtig, da dieser erste Tibbonide vor Maimonidcs gelebt, und er ihn immer mit dem Beisatze gedenkt (s. R. G. A. Maim. o. 143 und in den Briefen); in unserem Büchlein aber wird Maimonides mit dem Beisatze viermal erwähnt (in c. 4, c 8 Ende und in c. 11 zwei Mal) und im Vorworte wird ausdrücklich gesagt, daß das Büchlein nur eine Einleitung zum More sei, wie auch dieses Buch im Ruach Chen erwähnt wird -). Wahrscheinlich hat dieses Büchlein ein Gelehrter geschrieben, der lange nach Maimonides gelebt und als Nachkomme der Tibboniden mag er wohl auch Jehuda geheißen haben; jedenfalls ersieht man aus dem Merkchen, daß es ein Mann war, der tief in die Philosophie jener Zeit eingedrungen. Wenn es aber im Sifte Ieschenim und in Seder Ha-Dorot heißt: das Büchlein wäre aus dem Arabischen übersetzt, so ist das ein bedeutender Irrthum; denn ein Blick in dieses Buch zeigt deutlich, daß es in der Sprache ursprünglich geschrieben, in der wir es vor uns haben. Reifmann. Das Buch Jesod Mora (tniD HD1’) von Zbri- Esra. Der Name des Buches, nämlich * frOIE) *TID? rrnn 2) ist gereimten, und gemessen mit Ieted und zwei Tenuot (v— ( —— | v— |-), sowie in seiner bekannten Abhandlung: ETlDI ' HDpnri nöTön, die wir im 4. Therle des Kerem Chemed (Brief 11) mitgetheilt,erhalten, gereimt und gemessen ist, nämlich nach Ieted und 4 Tenuot. Diese gereimten und gemessenen Büchertitel hat Ibn-Esra von den Arabern entlehnt, deren Fußtapfen Ibn-Esra gefolgt. Das Eingangsgedicht noch vor dem Vorworte, welches da beginnt: rPtt/frO ^3° mn D totf, ift vom Verfasser, was, wie ich sehe, schon Cr. angemerkt, so wie er auch schon v. 9 die Verbeffe- 1) In dieser Ausgabe, wo, so viel mir bekannt, dieser Komm, dazu von Js. Samosc zum ersten Male gedruckt ist, verspricht der Drucker zu Iesnitz, Israel den Abraham, in gleichem Format den Cbobot Ha-Lebabot zu drucken, aber dieser Drucker verließ Iesnitz und siedelte mit seiner ausgezeichneten Druckerei nach Wansbeck über. Mit dem Wegzuge Israels verschwand auch die hebr. Typographie aus Iesnitz. Red. 2) Schon de Rosst' (Art. Ieh. Ibn-Tibben) hat schon das Richtige, daß Sam. Ibn-Tibbon der Vers, sei, was auch noch daraus einleuchtend wird, daß es als Einleitung zum More erscheint. Red. 3) Hr. Creizmach hätte daher in seiner Ausgabe nicht blos den ersten KheU des Titels geben sollen. Red.

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