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Der Orient · 1843-09-19 · Heft 38 (19.9.1843) · p. Seite 297

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Journal
Der Orient
Volume
4 (1843)
Issue
Heft 38 (19.9.1843)
Article
Aus Ostpreußen : Anzahl der im vorigen Jahre getauften Juden [Nachricht]
Date
1843-09-19
Page
Seite 297 (sequence 1)
Language
German
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Vierter Jahrgang iE ❖ Berichte, Studien und Kritiken Das Abonnement für ein Jahr ist 5 Lhlr. Man abonnirtbei allen löbl. Postämtern und allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. für jüdische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von Dr. Julius Fürst. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. 38» Leipzig, den 19. September JL843» Deutschland. Aus Ostpreußen. Anzahl der im vorigen Jahre getauften Juden. Köln. Vernachlässigung der Schule und Kultus in der Rheinprovinz. Resultat des rhein. Landtags. Hamburg. Wochenbericht. Frankfurt a. M. Plan zur Errichtung einer talm.-rabb. Schule. Die Reform-Partei. Mannheim. Zustand der isr. Schulen in Baden. (Schlu.) — Oesterreich. Prag. Verhandlungen über die böhm. Judensteuer. Die jüd. Steuerdireklion und die Pachter. Vorschlag zum Vesten der armern Juden. — Ungarn. S t. MiNos. Ueber die Beerdigung der Tobten. Der ungar. Landtag. Unthatigkeit der modernen Rabbiner. — Lichtu. Schattenbilder aus d.jüd. Geschichte der Vergangen!), u. Gegenwart. Der Emancipationskampf im Friesen lcind. -— LB. des Or. Deutschland. Aus Ostpreußen, 7. Sept. In der Provinz Preußen sind im vorigen Jahre 24 Juden und Judenkindec getauft worden. Drei derselben waren kleine Kinder, 5 in einem Alter von 10 — 17 Jahren, die übrigen in einem Alter von 21—35 Jahren. Nur ein neugeborenes Kind hat durch einen katholischen Geistlichen die Taufe empfangen, die übrigen 23 sind durch evangelische Geistliche getauft worden. Unter den 15 männlichen Proselyten sind 4 Kausteute, 4 Dienstboten und Gesellen und 6 Lehrer und Studenten. — Eine eigentümliche Statistik, die man auch für Berlin, Wien, Warschau, Prag haben möchte, um daraus zu ersehen, wie viel Hefe noch aus jener unglückseligen Zeit der Aufklärerei vorhanden, und wo es noch am Meisten der schädlichen Elemente giebt. Das Taufenlassen kleiner Kinder war ehedem eine eigenthümliche Krankheit der berliner Juden, die ihre Kinder am besten versorgt glaubten, wenn sie dem Schutze der Dreifaltigkeit anvertraut waren. Und doch sind die meisten in der Wiege Konvertirten Einfaltspinsel geblieben, gleich ledig des Christenthums und des Judenthums, und in der Gesellschaft höchstens mit dem Epitheton „getaufte Juden" beschenkt. Dergleichen seltene Exemplare trifft man in Königsberg, Berlin, Wien und anderswo, die als Warnungszeichen für Leichtsinnige dienen können. Köln, 1. Sptbr. Der rheinische Landtag hat die vielen jüdischen Gemeinden am Rhein mächtig aufgeregt und man giebt sich der Hoffnung hin, daß diese Aufregung die Gemeinden endlich auf ihre innere Reorganisation führen wird, da in der That ihr Zustand sehr bedauerlich ist. Alles Vas, was bei einer konsesstonellen Körperschaft als Ausdruck ihres geisten Lebens zu betrachten ist, namüch gute Schulanstalten und veredelter Gottesdienst, ist bei den Gemeinden der Rheinprovinz sehr vernachlaßigt. Wir haben keine Schüler und keine Rabbiner; die Orthodoxie ist nichts als ein todtes Erbtheil des achtzehnten Jahrhunderts, ohne eine Spur von Lebenskeim, und die Neologie nichts als platter Jndifferentismus, mit sinnlicher Schrankenlosigkeit gepaart. Köln, Mainz, Aachen, Düsseldorf, Frankfurt haben keine Rabbiner. — Das Resultat des rheinischen Landtags wird Ihnen aus den Blattern des Tages bekannt sein; mit 54 gegen 18 Stimmen wurde das Gesuch an den König für völlige Emancipation genehmigt und um die Aufhebung des sogenannten kais. Dekrets wurde gebeten. Das Letztere erwarten wir gewiß; denn unmöglich kann die Regierung diesen Schandfleck, der Gesetze länger dulden. Es scheint mir aber überflüssig, wenn Sie die Verhandlungen selbst, wie Sie in Ihrem Blatte schon längst angezeigt, im Orient veröffentlichen wollen, da wir sie bereitsin allen Blättern zu lesen bekommen haben und erst kürzlich Freund im zweiten Hefte seiner Judenfrage zum Ueberflusse abgedmckt. Hamburg, 4. Sptbr. (WB. v. 27. Aug. bis 3. Sptbr.) Die neue religiöse Frankfurter Erneute, wie man die jüngsten Händel in der freien 38

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