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Der Orient · 1843-09-12 · 37 (12.9.1843) · p. Spalte 583-584

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Journal
Der Orient
Volume
1843
Issue
37 (12.9.1843)
Article
Die Menschenopfer der alten Hebräer [Rezension]
Date
1843-09-12
Page
Spalte 583-584 (sequence 2)
Language
German
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583 Kurze Anzeigen. — Wiener Kalender und Jahrbuch 584 wirkliche Hörnerso blciör immer noch zu erweisen, ob die bei den jüdischen Altären die Gestalt von Hörnern hatten, indem nach den Textworten „vmrip UDft" solche von demselben Material, wie der Altar selbst gefertigt wurden. Nach ■ dem Talmud 23) waren solche viereckige Pföstchen, die an den vier Ecken des Altars angebracht waren, eine Elle im Geviert, hatten und zum Auffaffen des Opferblutes dienten. Josephus2*), der solche „Gehörnte" nannte, mag wohl diese. Benennung von den heidnischen Altären genommen haben,, und er, der seine Schriften für die Römer schrieb, verdient hierin gewiß weniger Glauben, als die Rabbiner der mischnaischen Periode. Ob der Gestalt und 'Form der Altäre und den allerheiligen Geräthschaften eine symbolische Bedeutung-3), eine Akomodation oder Opposition zu Grunde liegt, gehört nicht in den Bereich unserer Untersuchungz jedenfalls läßt sich aus den Lextworten (Exod. 27, 2), nach denen die Hörner an den vier Ecken des Altars anzubringen seien, mit Gewißheit schließen, daß diese nicht zu einem zw eihörnigen Stierkopfe paffen. Wo ist nun die entfernteste Spur zu finden, daß der Altar ein Srierhaupt hatte? Wie durste überhaupt dem Stiergotte, der nach dem Verf. im Tempel göttlich verehrt wurde, und der bei Persern für den Keim aller Vegetation und Generation, für das Urprincip alles Lebenden und Wachsenden galt, Stiere geopfert werden? Galt es nicht bei diesen Völkern für ein Kapitalverbrechen einen Stier zu tobten, und wurde nicht deshalb ein Bephonas einem Menschenmörder gleich gestellt? Das ewige Feier, das auf dem Altar, als Zeichen der beständigen, ununterbrochenen Verehrung Jah's, und die Liebe, die in des Menschen Herzen nie erlöschen soll (Abrab. Abschnitt Zaw; Bahr!, 350), oder auch, ohne Symbolik, als Opferfeuer brannte, ist dem Vers, ein Sonnenidol und die Gottheit selbst. Das Mgewitter, welches der Süd, bei dem Auszuge Israels aus Egypten, vor sich her peitschte, das Nordlicht, das des Nachts als Wolken und Fäuersäule den Israeliten zu Wegweisern diente, ist dem Verf. Gott selbst. Alle mahlerischen Stellen der h. S.,. in denen mit poetischer Gluth das Niederschmettern der Feinde, die Verheerung ihres Landes, unter dem Bilde eines zehrenden Feuers und dergl. dargestellt ist — Bilder, die wir in den homerischen Schilderungen und in den ossianischen Gemähldm wiedersinden — gelten dem Verf. nicht als bildliche Ausschmükkung des phantasiereichen Dichters, sondern als die wahre, wirkliche Beschreibung der sichtbaren Gestalt Gottes. Welche Exegetik i 22) Spencer: de cornib. alt. 23) Midot c. 3; Sebachim 62. 24) Bel!. Jud. V, 5. 6. 25) Abrab. a. a.O., Bähr I, 470 ff. Auch der Talmud, der (Sev. 62) 4 Stücke als die nothwendigsten Erfordernisse für den Altarbau rechnet, giebt der symbolischen Deutung einiges Gewicht. (Fortsetzung folgt.) Kurze Anzeigen. 21) Kalender und Jahrbuch für Israeliten auf das Jahr 5604. Mit Beiträgen von Dr. I. Auerbach, Adolf Broda, Dr. L. A. Frankl, I. Heller, Dr. I. M. Jost, Meier Letteris, Sv N. Mannheimer, Dr. Ludw. Philippson, Dr. M. Sachs, Dr. I. L. Saalschutz, Dr. Gotthold Salomon, Mi E. Stern, Josef Wertheimer, Dr. L. Zunz. Herausgegeben von Isidor Busch. Zweiter Jahrgang, “nn. Wien, 1843. 8. v. Schmid u. Busch. Schon in der Anzeige des vorjährigen Kalenders und Jahrbuches hat Res. über die Wichtigkeit und allgemeine Nützlichkeit derartiger Volksbücher zur Veredelung und Heranbildung der jüdischen Masse sich ausgesprochen, und die feste Begründung dieses Unternehmens von Seiten der Verlagshandlung scheint auch den Beweis zu liefern, daß die Nützlichkeit desselben von der Masse erkannt worden ist. So viel Nef. bekannt ist, hat sich keine kompetente Stimme gegen dieses Unternehmen vernehmen lassen, und wenn gegen einzelne Stücke des Jahrbuches mancher Tadel ausgesprochen worden ist, so waren doch alle Recensenten mit der Verlagshandlung von der Zeitgemäßheit des Unternehmens überzeugt. Der vorliegende Jahrgang hat durch die größere Zahl der Mitarbeiter an Bedeutung und Gediegenheit gewonnen, und wenn.auch diesmal an einzelnen Stücken so Manches zu tadeln ist, so wird doch Jeder drm Hrn. Isidor Busch für die treffliche Redaktion desselben nur Dank wissen. Ich gehe nun auf das Einzelne ein. Der ersteTheil, oder der eigentliche Kalender, beginnt mit einer „Erinnerungstafel an besonders für Israeliten denkwürdige Ereignisse," wie es von alten Zeiten her bei den Luchot üblich war. Ueber diese Tafel erlaubt sich Res. zu bemerken, daß die Ueberschrist „Zeitrechnung" unrichtig ist, und sie möge künftig auch als überflüssig u n d unrichtig Wegfällen. Ferner ist auch die Form der Tafel nicht bequem und passend, da der Leser nicht Lust hat, die Formel: „211 seit der Geburt Spinoza's" Ln die gehörige Zahl umzurechnen, wenn er z. B. gefragt wird, wann Spinoza geboren worden sei. Die beste Form für dergleichen Erinnerungstafeln, oder besser Zeittafeln ist die, wie Zunz in seiner Zeittafel als Anhang zum Bibelwerke gewählt, mit doppelten Zahlen (nach der Schöpfung und vor und nach Ehr.) und in gleicher einfach fortlaufender Form. Diesem Wunsche schließt sich noch der an, in jedem Jahre andere Gegenstände aus der jüdischen Geschichte für die Zeittafel auszuwählen, so daß selbst diejenigen, welche die srühern Jahrgänge haben, aus -der Zeittafel etwas lernen könnten. Hierauf folgt der Kalender der Juden, welcher Theil ebenfalls in jedem Jahre anders und neu bearbeitet werden möge. Der darauffolgende übrige Theil des Kalenders ist wie gewöhnlich , und dieser kann seiner Natur nach nicht wechseln, und ich hätte nur zu erinnern, daß anstatt p&yn man schreiben muffe, da die kürzere Form nicht richtig ist, anstatt Chemische es Chemisch: heißen soll, und daß zur Abwechselung entweder für die kathol. oder für die prot. Namen

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