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Der Orient · 1843-09-05 · Heft 36 (5.9.1843) · p. Seite 287

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Journal
Der Orient
Volume
4 (1843)
Issue
Heft 36 (5.9.1843)
Article
Leipzig: Ein Judengesetz der Inquisition im Kirchenstaate ...
Date
1843-09-05
Page
Seite 287 (sequence 2)
Language
German
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287 Man erzählt in Paris?, daß das neue Edikt der päbstlichen Inquisition gegen die Juden daher.,xühre, daß Rothschild sich geweigert habe, eine neue Anleihe mit der päbst- Uchen Negierung abzuschließen; hierauf wäre die Anleihe mit Lorlonia negociirt worden und dann sogleich dieses berüchtigte Edikt erfolgt. Die meisten dieser jüdischen Familien werden sich nach Frankreich und Algier wenden, wozu ihnen von der sranzös. Negierung aller möglicher Vorschub geleistet wird. Licht- und Schattenbilder? aus der jüdischen Vergangenheit und Gegenwart. Der EmaneipatLonskampf i m Friesenland. (Fortsetzung.) Wer Unfreie. Antwort des christlichen Angennnnten auf die Entgegnung des Herrn H.. Antwort auf den P ro test gegen das VoLu m in der I u d e n f r a g e. Das hätte freilich nicht geschehen sollen; aber waren sie, die Juden, denn immer der unschuldige, die Christen und Muhammedaner immer der schuldige Lheil? Freilich müssen wir zur Steuer der Wahrheit bekennen, daß die Juden wohl nicht.immer an den ihnen aufgebürdeten heimlichen Unthaten, als Nrunnenvergiftungen, Brandstiftungen n. schuld gewesen, daß sie vielmehr auch wohl unschuldig verfolgt und gedrückt worden sind. Aber es wäre eine unauslöschbare Schande für die Christen, wenn dies immer der Fall gewesen wäre, wenn die Bekenner der Religion Jesu das unter ihnen ruhig und friedlich lebende, treue, ehrliche, gehorsame, sittlich-edle, liebenswürdige und dem Staate nützliche Volk der Juden aus religiösem Fanatismus gedrückt und gequält hätten; daß somit Letztere immer im Unrecht gewesen wären. Sollten denn wirklich die Juden nie Dolche geschliffen und mörderische Anschläge gegen die Christen gemacht haben? Das stände denn doch von dem Protestführer historisch zu beweisen, wenn wir Christen mit Schaamröthe uns überzeugen sollen, daß die Nachkommen des frommen Abraham immer in der edlen Gesinnung dieses ihres Ahnherrn geblieben sind, wie der Protestführer in seiner Schrift zu behaupten scheint. Daß sie in späteren Jahrhunderten keine Rebellionen gegen den Lhron und den Staat stifteten, in welchem sie in sehr beschränkten Verhältnissen geduldet wurden, lag doch wohl mehr in ihrer Ohnmacht, als in ihren socialen Lugenden. Sie waren seitdem stets und überall der schwächere Lheil und konnten keineswegs die Hoffnung nähren, einen christlichen oder muham- Der Zweite Entgegnung des Herrn H. auf die erste Antwort des Arrgenannten. Das Votum, der Protest und die Antwort in der Judenfrage. Durch diese einfache Lhatsache wäre das Votum, das ja eben nur aus dem willkürlich gebildeten Begriff des Judenthums heraus spekulirte, total mit allen seinen Folgerungen der Nichtigkeit überwiesen — selbst, wenn sich zeigen sollte, die Juden hätten in der Khat überall Fürst und Land verrathen. Ein solcher Verrath wäre dann nämlich nichts Anderes, als eine Versündigung gegen eben jenen Gott und jene Lehre gewesen, von denen der Votant behauptet, sie forderten Verrath gegen Fürst und Land. Allein in dem klaren und ruhigen Bewußtsein, daß nicht nur die jüdische Religionslehre den Verrath an Fürst und Land verabscheue, sondern auch die auf weiter Erde in die verschiedensten Länder und Staaten zerstreueten Juden in dem ganzen Laus vergangener Jahrhunderte, stets im Ganzen dieser heiligen Pflicht eingedenk geblieben und die Blätter der Geschichte keine Tbatsache aufzuweisen hätten, vor denen die Juden im Ganzen in Rückblick auf ihr Verhältniß zu den Ländern und Fürsten, die sie ausgenommen, zu erröthen hätten, keine Lhatsache aufzuweisen hätten, die der Behauptung „sie werden Land und Fürst verrathen "?c. auch nur zur beschönigenden Folie dienen könnten — fragte der Protest allerdings nach den geschichtlichen Beweisen für solche kühne Behauptung, fragte allerdings: „welche Dolche haben sie geschliffen, welche Complotte haben sie geschmiedet rc." Denn in irgend so etwas müßte doch sich der Verrath geäußert haben, den die Juden an Land und Fürst begehen sollen, sobald nur ihre materiellen Interessen dabei bestehen

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