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Der Orient · 1843-08-29 · Heft 35 (29.8.1843) · p. Seite 279

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Journal
Der Orient
Volume
4 (1843)
Issue
Heft 35 (29.8.1843)
Article
New-York : Synagogeneinweihung ... [Nachricht]
Date
1843-08-29
Page
Seite 279 (sequence 2)
Language
German
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279 tion aus der Hölle sorgen. Ein Herr I. S. C. §> Frey, ebenso berühmt durch die Lange seines Namens als durch die vielen Glaubensbekenntnisse, welche er angenommen, sucht der an Altersschwäche leidenden Gesellschaft beizustehen und durch Predigten, Vorlesungen rc. manchem dummen Schaf die Haut zu scheeren. — Die Geschichte dieser im Jahre 1816 gegründeten Gesellschaft ist so launig undunterhaltend wegen der vielen misglückten Versuche und gerauften Apostel, daß wir nicht umhin können, sie nächstens mitzutheilen. Philadelphia, im April. Am 12. April wurde eine neue Synagoge, genannt: Rodef Schalom mit den üblichen Ceremonien hier eingeweiht. Was besonders hervorgehoben zu werden verdient, ist, daß sowohl eine Instrumentalals Vokalmusik dabei mitgewirkt. Für Ihre Leser wird es vielleicht von besonderem Interesse sein zu wissen, daß die alte deutsche Gemeinde darin ihren Gottesdienst verrichtet. — Der Geist der Salomonischen Reden weht auch uns an. Eine gewisse Anna Maria Goldsmid hat zwölf Predigten des berühmten Kanzelredners S a l o m o n in's Englische übertragen. Wahrscheinlich wird die Uebertragung seiner übrigen zahlreichen Reden bald Nachfolgen. Licht- und Schattenbilder aus der jüdischen Vergangenheit und Gegenwart. Der Emancipatioilskampf i m Friesenland. (Fortsetzung.) Der Unfreie. Antwort des christlichen Ungenannten auf die Entgegnung des Herrn H. Antwort auf den Protest gegen das Votum in d er Iud enfrage. Der Verfasser dieses Protestes, H. in E., nimmt den Mund gewaltig voll, um mit prahlerischen Worten die Juden als ein exemplarisches, gehorsames und tugendhaftes Volk darzustellen, worin denn indirekt ein scharfer Tadel gegen die Christen wegen des fanatischen Wahns und der blinden Leidenschaftlichkeit liegt, welche ihm „die Scheiterhaufen anzündete und es zur Schlacht- und Scheerbank schleppte." Den von ihm genannten „Votanten" beschuldigt er, keck genug, der Unkunde der Geschichte und behauptet, daß derselbe nicht so habe schreiben können, wenn er davon Kunde gehabt hätte. -Pathetisch ruft er aus: ,,Wo ist der Fürst, wo ist das Volk, wo ist der Staat, der sie des Verraths anklage?" Aber weiß denn der Protestführer nicht, daß die Juden ihren Religionseifer oft in Aufruhr ausbrechen ließen z. B. unter den beiden römischen Antoninen, unter Julian rc.? „Welche Dolche haben sie geschliffen, welche Komplotte haben sie geschmiedet, welche Städte haben sie verrathen, welche Empörung haben sie gefördert, welchem Bubenstück haben sie als ewig bereite Der Freie. Zweite Entgegnung des Herrn H. auf die erste Antwort.des Ungenannten« Das Votum, der Protest und die Antwort in der I u d e n f r a g e. „Thut nichts — der Jude wird verbrannt." — Das war und ist, vor und nach Lessing, nun einmal der nicht selten immer und immer wiederkehrenden langen Reden kurzer Sinn, so oft einmal einem für Juden und Iudenthum eingelegten Protest eine Antwort gegeben werden muß. „Thut nichts — der Jude wird verbrannt." In allen übrigen Bestrebungen der Geister apellirt man nie umsonst an den Ausspruch der Wahrheit, der Vernunft und der Gerechtigkeit — in der Iudensrage wiegt das oft alles nichts — der Jude wird verbrannt. In allen übrigen Bestrebungen der Geister hält sich ein Jeder, der zumal öffentlich das Wort nimmt, verpflichtet, die seiner Meinung entgegengestellten Einwürfe ruhig und parreilos zu prüfen, zu widerlegen, wenn sie ungegründet, mit ehrenhafter Aufrichtigkeit anzuerkennen, wenn sie gegründet, — in allen übrigen Bestrebungen der Geister zwingt schon die Achtung vor dem Publikum, zu dem man hinantritt, zu einem möglichst denkgerechten, ehrenhaften Verfahren, selbst wo es gilt dem Gegner entgegenzutrerm, und

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