Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1843
- Issue
- 34 (22.8.1843)
- Article
- Kurze Anzeigen [Rezension]
- Date
- 1843-08-22
- Page
- Spalte 537-538 (sequence 2)
- Language
- German
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537 538 Notiz über die äußeren Formen der Pijutim. Akrostiche. bensregeln, über alle Zweige der Moral und Weltkenntnis sich erstreckend, die noch dazu so trefflich und ausführlich vorgetragen werden, daß die Jugend sie nur mit Vergnügen, lesen wird. Nach diesen (von S. 1—87) folgen die bekannten „goldnen Lehren von I. B. Basedow", die einst in keinem Schulbuche fehlten (S. 88—92). Hierauf folgt eine „Sammlung schöner Stellen aus den Schriften der..edelsten Geister Deutschlands", von welchen der Verfasser 76 aussuchte. Die Auswahl ist mit Geschmack und schönem Takt geschehen, und . der Verfasser hat sehr wohl daran gethan, daß er das Allgemeinmenschliche verwalten ließ. Diesen Stellen folgt dann: „Väterlicher und wohlgemeinter Rath an reisende Handwerksgesellen", „Wohlgemeinte Erinnerungsregeln für Kauf- und Handelsleute, zur sichern Führung ihres Geschäfts" und zum Schluffe die „Weisheitssprüche von B. Franklin". Wir können das Büchlein den jungen Leuten empfehlen, welche von der Schule weg nicht gleich den Romanen oder dem Sinnengenuß verfallen wollen. Neuhebräische Poesie. Notiz über die äußeren Formen der Pijutim. Bon Leop. Dukes, in Tübingen. (Schluß.) V. Besondere Eigenheiten der P a j t a n i m. Es ist eine alte Sitte der Pajtanim, ihren Namen in den Anfangsbuchstaben der Pijutim zu zeichnen, und zwar entweder zu Ende oder zu Anfang derselben. Zuweilen ist der Name in allen Strophen vertheilt, so daß jede Strophe mit einem Buchstaben des Namens beginnt. Die Ursache dieser Sitte konnte wohl eine doppelte sein, entweder um Ruhm zu erwerben, oder dem literarischen Diebstahl entgegenzuwirken. Denn das Geschlecht der Plagiatoren gehört zu dem ältesten. Abraham Gavison klagt schon, darüber cIergl. oben'Note 23). Rabbi- Jannai, Kaliri's Vorgänger, ist der erste der Pajtanim, welcher diese Sitte einführte; Kal irr folgte ihm hierin nach. Ob Saadja auch dieser Sitte folgte, ist jetzt nicht zu bestimmen. In den Gebeten desselben, welche wir bis jetzt Gelegenheit -zu sehen hatten, haben wir dieses nicht bemerkt. Später wurde dieses bei spanischen sowohl als bei französisch-deutschen Pajtanim allgemeine Sitte. Unter den weltlichen Autoren ist S a b b a ta i Donolo, dessen Tachkemoni von Josef Karo und in dem * Kommentar eines Ungenannten zu Job fCod. Bib. Hamb. Nr. 32) citirt wird, der erste, welcher dieser Sitte huldigte. Das Vorwort des genannten Werkes hat Geiger im M e (o Ch o fn a j im bekannt gemacht. Josef ben Abitor ist der erste spanische Pajtan, welcher diesen Gebrauch angenommen. Salomo Jbn Gabi rol folgte nach. Isaak Arama, der berühmte Verfasser des Akeda, wirst ihm diese öftere Wiederholung seines Namens tadelnd vor 2/)), welcher Tadel aber unverdient ist, da dies alle Pajtanim thaten. Der Literaturgeschichte hat diese Sitte manchen Nutzen gewährt. Auf diesem Weg'e ist das Mein und Dein der Autoren leicht zu unterscheiden. Bei gleichen N'amen derselben, muß die Kritik den wirklichen Verfasser auszumitteln suchen, was freilich mehr negativ als positiv gelingt. Die Pajtanim zeichneten entweder ihren Vornamen allein oder fügten zuweilen noch den ihres Vaters hinzu, oder auch den ihrer Vaterstadt. Letzteres geschah gar nicht häufig. Außerdem fügten sie die Worte hinzu — pin *—’pONl pTH, ny'^> tp — D'E'jmi miro bip — min1? mb' — m irnvV'. Zuweilen bilden die Anfangsbuchstaben der Verse Worte, die auf den Tag, wofür dieses Gedicht bestimmt ist, Bezug haben; so trägt z. B. das Gedicht D von Iehuda ha - Lewi außer dem Namen des Autors noch die Worte D’niQDn om pjnx1? minnn an der Stirne. Zuweilen sind die Anfangsbuchstaben der Verse gar Worte aus Bibelstellen und sind nach der Ordnung derselben angereihet. Ein Gedicht oder eine Reihe von Gedichten hat einen Bibelvers an der Spitze z. B. das im deutschen Ritual für den Versöhnungstag befindliche ^vnv> ■'D pTTi, Im romanisch en Sidur finden sich ähnliche mehr. Die Pajtanim liebten ferner, ihre Pijutim zum Theil in 39) In dessen DIAKON T (letzte Seite) findet sich folgende Stelle: *?x -|t£/DJ (n"x im b mbn nwyi>) pjyn nn 'D En cnnx de»! onw nn nmn“? fpso onnnrix nsptyn1? nbnnn ix nbn.n min tddh3 nn ipn nnyw nn b nnpE' idd m\n bm nn bn nnn nunntn nur n^np p 18dn nniE/on b bmnj in nob nnnn lb nn.ity Dmnx d’üps de/ nD'ty onsn dp bat nnnn nb de/ rnum nnm byn xb ny nm iw nnn ab Enipmn Dtyn f]xi in nbn dph nnsnE/ npmxn nnm nDDD px ibi o'oys 'n dn n nap nyn ’b E/npon 'b dxi m nnb de' '’mntt' niDipon tax dw .wn pnn 1 d ru’Ni nix nan rbönn nnny nno ipnty Weit von Seder Aboda die Rede ist, mag auch folgende Stelle aus Manhig (~\q jqiq srf'P HD^H) mitgegetheilt werden: Qbr O rrnny tid iw nnny '*y nro "nyi mny mo tvrm -ino n.|]] ^n- 'iji mb f)DiD3 d^njj düd) nnn*]** utkv *npiN m on^y Mn — .DJinjöD dy'Qrb m v>n Auch von Moses Jbn Esra befindet sich im Machasor v on K a r p e n t r a s sür S ch a ch a r i t des Versöhnungstages eine kurze Seder Aboda, ansangend: nirr mti? — )üi 'mm rwyn. Das nmo inyx Yfl, welches in allen spanischen Machäsorim sich befindet, ist allem Anschein nach die Einleitung dazu, eben so das nttfN py im Machasor von Karpentras und von Avignon bildet den Beschluß dazu.