Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 4 (1843)
- Issue
- Heft 33 (15.8.1843)
- Article
- Berlin : Nothwendigkeit einer offenen Darstellung der Principien, ... [Nachricht]
- Date
- 1843-08-15
- Page
- Seite 257 (sequence 1)
- Language
- German
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Vierter Jahrgang Berichte, Studien und Kritiken für Tm7?JZ jüdische Geschichte und Literatur. Man abonnirt bei allen löbt. Postämtern und Herausaeaeben allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. v§n Nr. Julius Fürst. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. J\(o 33» _Leipzig, den 15, August _ 1843. Deutschland. Berlin, Nothwendigkeit einer offenen Darstellung der Principien, welche von der Redaktion des ,,Encykkopadie des Judenthums" werden befolgt werden. Berlin. Ansichten eines vorurtheilfreien Christen über die preußischen Luden und das bevorstehende Judengesetz. Leipzig. Gleichstellung in der Wissenschaft. Schwerin. Jüd. Zustande im Großherzogthum Meklenburg-Schwerin. (Beschluß.) — Oesterreich. Prag. Vertheidigung der Löw'scherr Erziehungsanstalt gegen eine öffentliche Verunglimpfung. — Lichtu. Schattenbilder ausd. iüd. Geschichte der Vergangenh. u. Gegenwart. Die neue jüdische Sekte. Erklärung des Dr. Rieß er über die von mehren Seiten behauptete Lheilnahme desselben. — LB. des Or. Deutschland. Berlin, 6. August. Den öffentlichen Organen des Judenthums zufolge sollen die clisjecta menvbra der jüdischen Wissenschaft gesammelt, zu einem Ganzen, zu einem Körper verbunden werden. Welcher Geist wird aber diesen Körper durchströmen, ihm Leben und Frische einhauchen? Welches geistige Fluidum wird durch alle Theile des zu schaffenden Körpers fließen? Zwei Momente sind es nämlich, welche Jeden, der für die „Encyklopadie der Wissenschaft des Judenthums" sich mehr als gewöhnlich intecessirt, zur Stellung dieser Frage berechtigen, und deren Beantwortung von Seiten der löblichen Redaktion gewiß sehr willkommen sein würde. Diese sind: der religiöse Kampf innerhalb des Judenthums und der Standpunkt, den die eigentlich philosophische Wissenschaft jetzt einnimmt. In Beziehung auf das erstere Moment, ist es nöthig, daß die Redaktion ihr Glaubensbekenn miß, oder wenigstens das zu vertretende, ablege; das letztere fordert, daß das durch das ganze Werk sich hindurchziehende philosophische Princip ausgesprochen werde. Oder kann etwa von diesen beiden Momenten abstrahirt werden? Abgesehen davon, daß wir, so nicht ein gewisses philosophisches Princip, eine bestimmte Weltanschauung den Ausgangs- Durchgangs- und Endpunkt des ganzen Werkes bildet, ein bloßes Aggregat von einzelnen Artikeln, aber nie und nimmermehr ein Ganzes, einen lebendigen, in sich einigen, mit sich harmonicenden Körper erhalten, so kann doch der dogmatische Theil des Werkes von der unmittelbaren Berührung mit der Gahrung innerhalb des Judenthums, —- die eine nicht wegzuläugnende Thatsache ist — von dem Konflikte mit gewissen herrschenden, zu bekämpfenden oder zu unterstützenden dogmatischen Ansichten nicht fern gehalten werden. Was würde dem Judenthum ferner der geistige Proceß der Philosophie, der Alles mit Nothwendigkeit im Zusammenhangs als Ganzes begreifenden Philosophie nützen, wenn nicht die Macht eines bestimmten Principes die losen Theile nicht blos aneinander kitten, sondern sie einander durchdringen, aufeinander einwirken ließe, um ein lebendiges, nicht maschinenattiges Ganze herzustellen. Allerdings giebt es gewisse Theile, wie z. B. Numismatik, Geographie und dergl., die der Herrschaft des Princips in einem gewissen Sinne nickt unterworfen sind; allein diese Theile sind, um das Bild vom Körper festzuhalten, äußere Momente, an denen der Körper des Judenthums gebunden war, und müssen daher in Rücksicht auf den Körper berücksichtigt werden. —■ Sollte nun die löbliche Redaktion der Real-Encyklopädie — die wir um Beachtung dieser Zeilen bitten —- eine detaillirtere Ausführung dieser Gedanken für nöthig erachten, so wollen wir es mit dem größten Vergnügen und in der Hoffnung, daß die Leser dieses Blattes über diese Punkte werden verständigt werden, unternehmen. * Berlin, 10. August. Ich glaube Ihren Lesern einen willkommenen Dienst zu leisten, wenn ich ihnen die Ansichten eines vorurtheilfreien Christen, die er vor einigen Mo- 33