Mannheim
Compact Memory

Der Orient · 1843-07-11 · 28 (11.7.1843) · p. Spalte 437-438

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
1843
Issue
28 (11.7.1843)
Article
Neuhebräische Poesie
Date
1843-07-11
Page
Spalte 437-438 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/8555529-9897774-9897882-2369865--2934-2369907
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

439 Kurze Anzeigen. — Lit. Analekten. 438 der neuhebr.P. S 38^ erwähnt haben, stehen mit der Form der Gedichte in keiner Verbindung. Vergl. weiter unten die einzelnen Artikel. Hebräische Benennungen giebt es nur für die allerwenigsten Gedichte, und auch diese finden sich nur in deutschen Sammlungen z. B. Das Wort jiftiD ist in allen Ritualien. Der Ursprung dieses Wortes ist problematisch. tVergl. weiter unten. Nr. 33.) Eine oberflächliche Betrachlung dieser Form zeigt schon, daß es deren einfache und zusammengesetzte giebt. Die Pijutim der d e ut s ch - fr an z össi sch e n Pajlanün bewegen sich m einfacheren Formen, als die der spanischen; bei Letzter« ist eine reiche.-Frille von schwierigen Kunstformen sichtbar. Die Verfasser wollten ihre Produktionen mit a r a b i s ch e n sich messen lassen; sie suchten Schwierigkeiten sich entgegentreten zu lassen, welche glücklich zu überwinden sie sich für ein Verdienst anrechneten. Die Benennung für Strophe ist bei den später» Dichtern CP 2 -4). Die erste Hälfte eines Halbverses heißt die ant>eve aber (Fortsetzung folgt.) Kurze Anzeigen. 7. Saul und David, ein Drama der heiligen Geschichte von Fried/ Rückert. Erlangen, 1843. 8. S. 304. Der große Meister der Dichtkunst, der unnachahmliche Rückert, hat an diesem Drama den Beweis gegeben, daß selbst die größte Meisterschaft nur dann sich bewähren kann, wenn der Stoff einen Quell der Poesie abgiebt. Als Rücker: die sogenannte heilige Geschichte des neuen Testaments zu einem religiös-dichterischen Produkte versisicirte/ zuckte man die Achseln ob seines verloren gegangenen Ruhmes; denn die Schöpfung war mislungen. Bei der Schöpfung dieses Drama's aber hat der alte Heros wieder seine Meisterschaft bewährt, und man sieht jetzt ein, daß das Mißlingen jenes Produkts nicht durch den Dichter, sondern durch das Unpoetische und Dürre des Stoffes veranlaßt worden sei. Das alte Testament ist eine reiche und unerschöpfliche Quelle zu poetischen Produktionen; aus dieser Vorrathskammer haben schon so viele Dichter ihre Sujet's geholt, da das alte Testament durch Fülle, Kernigkeit und Erhabenheit den Dichter vorzüglich anregt und gegeistert, ja ihn sogar der eigenen Erfindung überhebt. Bei diesem Stoffe, wo sich ein so mannigfaltiges Leben, so ausgeprägte Persönlichkeiten und abwechselnde Lagen finden, wo man tief in das menschliche Herz blicken kann, da har sich Rückerts Dichtergabe wieder 24) Dieses Wort kennt schon D u n a sch Ben Li br ü t, Vgl. unsere vorläufige Notiz über TnsnD , welche in diesen Blättern bekannt gemacht worden ist.' ' bewährt. Nun zum Inhalte des Gedichts. Als Vorspiel behandelt Rückert die Erwählung Sauls zum Könige, wo Samuel als Hauptperson , und die Wahl selbst zu Mizpah als Mittelpunkt erscheint. Aber dem Vorspiele Hab .der Dichter noch die erste Heldenthat Sauls, nämlich die Befreiung der Bewohner von Iabesch im Kriege gegen die Ammonitenhinzugefügt, weil dadurch., die Wahl sich erst als eine glückliche bewahrt. Die Gegenstände des eigentlichen Dramas sind : Die Geschichte der Heldenthat Ionatans, die Verwerfung Sauls und die Wahl , Davids, der Sieg Davids über Goliab, die. aufkeimende und gereiste Feindschaft Sauls, David auf der Flucht, , der flüchtige Held bei Rabat , dieSchauer- Scene mit der Hexe von Endor, Sauls Niederlage, und Tod, die Erwählung in Hebron , der Tod Abners und Bosets, die Begnadigung Mesiboset's und Davids Entschluß, einen Tempel zu bauen.' In Bezug auf Charakterzeichnung hat der Dichter dm des Saul vorzüglich getrosten, und ein Geschichtschreiber der Periode jener Zeit könnte daraus viel lernen. Eben so ausgezeichnet ist der redliche, heldenmüthige Abner, der arglistige, blutdürstige Doeg,. nur Davids Charakter scheint nicht in seiner ganzen Tiefe aufgefaßt. Im Ganzen ist aber das Drama eine Mosaik historischer Gemälde, trefflich nach der Geschichte entworfen. In Bezug auf Einheit, so steht das Vorspiel isolirt, die Scenen des Drama's selbst haben keinen großen Zusammenhang und der größte Mangel ist, daß ein Schlußpunkt, wie der Tod Sauls, oder der Einzug Davids in Hebron, fehlt. Der jüdische Dichter des bwitf rote, der ebenfalls nach einem deutschen Muster gearbeitet hat, war hier glücklicher. Es wäre zu wünschen, das einer unserer neuhebräischen Dichter sich dieser Dichtung zum Muster bedienen möchte, um ein ähnliches über dasselbe Thema zu arbeiten. Literarische Analekten. Einige Erläuterungen itoxrrüp Die in diesem Büchlein vorkommenden Namen Beria, Krsra, E l fa r u k, O m a r sind arabisch, nämlich , \gjvS, 0^;UM u. s. w., was aber freilich noch nicht beweist, daß das Büchlein aus einer arabischen Quelle geflossen, da es dadurch hinlänglich erklärlich ist, daß es von einem Juden, der unter Arabern lebte, geschrieben wurde. Auch das Vorkommen von -DDy Ambra, pp]D M o schus, sowie die Bedeutung von ruHft für S tad t und für Mau r itanien beweist dieses noch nicht, da die ersten zwei auch sonst Vorkommen, z. B. bei Ibn-Efta im Komm., .die andern überhaupt im Mittelalter so gebraucht werden. Der Beweis also, daß es eine Uebersetzung aus dem Arabischen sei, müßte demnach ganz .anders geführt werden, als. Sengelmann (das Buch von den sieben weisen Meistern tc. Halle, 28*

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.