Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 4 (1843)
- Issue
- Heft 28 (11.7.1843)
- Article
- Meklenburg-Schwerin: Zwei Aktenstücke
- Date
- 1843-07-11
- Page
- Seite 224 (sequence 2)
- Language
- German
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Religionsschulen wird der israelitischen' Gemeinde zu in - 'dem''Anschlüsse' zur -Nachachtüng - Und mit dem Anfügen mitgetheilt, - - - ' - - - dm unterzeichnetew-Kommissarien die Anzeige, daß daselbst eine Religionsschule 2C.‘ in Wirksamkeit sei, bis zum 30. September d. I. ' ' zugehen zu'lassen. Schwerin 29. Mar 1843.- - Die Landesherclichen Kommissarim im israe- ' litischen Oberrath. Müller, Meyer, Geh/ Kanzleirath. Schulrath. An die israelitische Gemeinde ■"1 in - -- ' - ' WirFriedrich Franz, von Gottes Gnaden, Groß- Herzog von Meklenburg rc. Die von dem israel. Oberrath Hierselbst nusgearbeitete, Uns durch den Geheimen Kanzleirath Müller und den Schulrach' Meyer Hieselbst vorgelegte Synagogen- Äpdnüng für die israelitischen Gemeinden Unseres Großherzogthums hat Unsere Genehmigung gefunden, und autorisiren, Wir hiermit d^N israelitischen Oberrath, diese Synagogen-Ordnung in sammtliche Synagogen des Landes, einzuführen. Gegeben durch Unsere Regierung, Schwerin den 29. Ml 1843.; Friedrich Fraüz^ An L. v. Lützow. den israel.'Oderrath Hieselbst. . - - Die Bekanntmachüng und respektive Einführung der fraglichen Synagogenordnung geschah gleichfalls durch die landesherrlichen Kommissarien in nachfolgendem Eirkulare. Die allerhöchst genehmigte in einem gedruckten Exemplar hierueben augeschlossene Ordnung für die Synagogen des GrößherzogtyUms Meklenburg Schwerin wird dem Vorstande der Gemeinde in ..... mit dem Anfügen übermittelt. Dieselbe in die dortige Synagoge einzuführen, bei eigner Verantwortlich daraus zu halten, daß ste in ihren einzelnen Bestimmungen zur Anwendung komme. Schwerin, den 12. Juni 1843. Für dem Oberrath die landesherrlichen KoMmissarien in demselben. Müller, Meyer, Geh. Kanzleirath. Schulrath. Eirkulare an die israelitischen Gemeinden des Großherzogthums Meklenburg-Schwerin, betreffend ' die Einführung der aUechochst genehmigten Synagogen - Ordnung. Verlag von C. L> Fritzsche. Berlin, 1/ Jul. Seit einigen Tagen wird' eine Dankadresse der angesehensten hiesigen Juden an den rheinischen Landtag vorbereitet undist bereits mit vielen Unterschriften'bedeckt, an deren Spitze zwei große Bankiechauser stehen. Einer der Unterschreibenden hat sogar den Vorschlag gemacht,, daß sich eine Deputation der hiesigen Judenschaft nach Düsseldorf, begebe, um in Person die Gefühle des Dankes auszusprechen, die hier um so eher am Orte waren, als die rheinischen Staude rein den Rechtsgrundsatz ohne Ansehen der Person festgehalten hatten (die jüdischen Dorfbewohner der Rheinprovinz stehen namentlich noch auf niederer Stufe). Die Sache ist auch bereits an die Aettesten und Vorsteher der Judenschaft abgegeben worden, und diese haben sich in einer außerordentlichen Sitzung damit beschäftigt. ..... D. A. A. D e st er re r ch. Von -er mährischen Grenze, 28. Juni. Es geschehen Aeichen und Wunder! In Proßnitz haben die Juden nach vielen Gesuchen und Kommissionen die Erlaubnis erhalten, ihr Ghetto um sechs angrenzende Hauser auf sechs Jahre zu erweitern! Es ist .als wollte man sich zuerst überzeugen, ob die Aufhebung, einermittelalterlichen Grenzsperre für das Christenthum nicht nachtheilig sei.. —. Auch ist es einigen jüdischen Kaufleuten dort verstattet worden, in ^christlichen Häusern Laden zu, »niethen.,. was man^als. einen bedeutenden Fortschritt betrachten kann. — 3« Nikols bürg wurde von einigen Gemeindegliedern ein gewisser Hr. Nascher, der,, .wenn ich mich so ausdcücken darf, zum germani sieten Rabbinenthum gehört, als Lokalrabbiner vorgeschlagen, wurde aber durch die Bemühungen der orthodoxen Partei, nicht einmal zum Predigen zugelassen. — Genug, die Zeit macht überall ihre Ansprüche, die, wenn auch oft zurückgewiesen, endlich doch erfüllt werden müssen. Personalchronik,md Miseelten Die Gesinnung, welche Hr. Dr. Frankel in seinem Schreiben, an den Minister Eichhorn ansgesprochen, wurde auch von christlichen Blättern gerühmt. Doch haben jene Blätter, außer der Leipziger Zeitung, nicht den „Orient" als Quelle angegeben. Man schämt sich also noch immer die jüdischen Blätter als öffentliche Organe anzuerkennen!' Die Auswanderungen baierischer Juden/nehmen immer zu. So sind am.21. Juni 12 jüdische Auswanderer aus Baiern hier durchgereist. Druck von I. H. Nagel.