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Der Orient · 1843-07-04 · Heft 27 (4.7.1843) · p. Seite 213

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Journal
Der Orient
Volume
4 (1843)
Issue
Heft 27 (4.7.1843)
Article
Von der mährischen Grenze : Nachtrag zu dem Hofdekret ... [Nachricht]
Date
1843-07-04
Page
Seite 213 (sequence 2)
Language
German
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- 213 - des Or.) befindet sich ein Hinterpförtchen, durch welches die schrankenlose Willkühr unserer Beamten wieder leicht durchdringen kann. Dort heißt es nämlich: „Was die im 3. Abschnitte sul d. anbefohlenen Maaßregeln der Ueberwachung jüdischer Religionsvortrage anbelangt, darüber ist, wie sich von selbst versteht, eine Kundmachung an die Judengemeindenvorstände nicht zu veranlassen, sondern das Wirth schuft samt hat hierüber bis Ende dieses Monats (Februar) gutachtlichen Bericht zu erstatten." — Wirthschaftsamter sollen über Religionsvortrage urtheilen! — Wenn Seine apostolische Heiligkeit dies wüßten! Doch, es sind ja nur Juden, die Gott von sich gewiesen. Licht- und Schattenbilder aus der jüdischen Vergangenheit und Gegenwart. Der Emaneipationskampf i m Friesenland. (Fortsetzung.) Wer Unfreie. Die Emancipatkousfrage. Auch ein Votum. Aber eben so unrecht verstanden ist diese Emaneipation, wenn sie von Juden gewünscht, als wenn sie von Christen verworfen wird. Denn so lange das Iudenthum in seiner ursprünglichen Nationalität besteht, so lange die Juden von dem Staatsverbande christlicher Bölker, als ein nur aus Noch geduldetes Volk, gänzlich ausgeschlossen sind, so lange werden sie , als eine gezwungene Oppositionsparthei, schon nach dem Grundsatz des Widerspruchs, an ihrem Partikularismus, an ihren theokratischen Ideen und ihrer alten angestammten Religion halten, und man wird die, aus dem Patriotismus und der allgemeinen Menschenliebe hervorgehenden Tugenden vergeblich bei ihnen suchen. Sie nmden, wenn sie auch noch so schön thun, wenn sie auch noch sosehr das Land rühmen, in dem sie ihren Schacher treiben, wenn sie auch dem Landesfürsten bei dessen Huldigung oder Besuch Kränze und Kronen flechten und Ehrenbogen mit den schönsten Inschriften errichten — dennoch Land und Fürst verrathen, wenn nur ihre materiellen Interessen dabei bestehen können. Sie werden, so lange ihre politische Absonderung besteht, niemals ihre Relig ion fahren lassen und zum Christenthum übergehen» Das hat die Geschichte von beinahe zweitausend Jahren bewiesen. Wird aber das Wesen des Judenthums selbst erschüttert, und der Boden, in dem ihre Religion steht, hinweg genommen, so wird diese von selbst verdorren und ihre Synagogen werden Wer Freie. Protest eines Juden gegen das Votum eines Christen für die Emanckpatio» der Zuden. Das ist jüdische Pflicht d e s I u d e n gegen jeden Staat, der ihn ausgenommen, unbekümmert darum, wie viel Recht oder Unrecht der Staat seinerseits ihm angedeihen lasse. Seine religiös e Pflicht ist es, dem Staate treu zu dienen» Nicht „weil sie in ihrer Ohnmacht nicht anders können" gehorchen sie der Obrigkeit, sondern weil ihre religiöse Pflicht, weil das göttliche Gebot sie dazu verpflichtet, und weil sie wie jeder Andere den Boden lieben, in dem ihre Vater schlummern, auf dem die Wiege ihrer Kindheit gestanden, auf dem die Wiege ihrer Enkel steht und ferner, Paulus hat es gesagt: die Obrigkeit ist von Gott! warum sagte Paulus dies 2 Weil Paulus ein Jude war, und jeder Jude in noch viel tieferem als paulinischem Sinne beim Anblick jedes Fürsten, auch dessen, „der nicht Gewalt über ihn hat", zu seinem Gott aufschaut und „Benedeiung" spricht, dem Ewigen, der von Seiner Herrlichkeit dem Sterblichen verliehen!" Denn dem gotterfüllten Juden ist nicht nur die Ordnung in der Natur göttliche Ordnung, sondern auch die Ordnung der Menschengesellschaft ist ihm von Gott, auch dort verehrt er Ihn. Das ist jüdische Pflicht, das ist jüdische Gesinnung — und zeigen etwa die Blätter der Geschichte, daß die Juden diese Pflicht nicht begriffen, diese Gesinnung nicht bewährt? Schlagen Sie auf Votant die Annalen der Zeiten: wo sind die Beweise dafür, daß die Juden Land und Fürst verrathen werden, wenn nur ihre materiellen In-

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