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Der Orient · 1843-06-20 · Heft 25 (20.6.1843) · p. Seite 198

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Journal
Der Orient
Volume
4 (1843)
Issue
Heft 25 (20.6.1843)
Article
Leipzig: Tendenz der Zeitschrift "the Occident" ...
Date
1843-06-20
Page
Seite 198 (sequence 2)
Language
German
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198 einer j üdischen Kolonie in den vereinigten \ (Staaten, was wir nächstens in deutscher.Übersetzung mittheilen werden. 4. Das Leben eines frommen Israeliten, vom verewigten Dr. Creizenach. Dieser Artikelist aus dem Isi'uvIitvL" entnommen, welche ihn wieder aus 'den „Israeliten des neunzehnten Jahrhunderts" entlehnte. 5. D ie Z uden in Osten, aus einer Korrespondenz der A. Z. d. I. 6. Sonntags-Schule für de n religiösen Unterricht der Israeliten zu Philadelphia, was wir ebenfalls mittheilen werden. 7. Ueber die H. H. Dr. . Meigs, Dr. Ludlow und Prof. Wines. Wird mitgetheilt. 8. Die amerikanische Gesellschaft zur Verbesserung des Zustandes der Juden und ihr Organ, the Jewish Chronicle. Wird auszüglich mitgetheilt. 9. Dankbarkeit gegen Gott, ein Gespräch aus dem Deutschen übersetzt. 10. Nekrolog des Oberrabb. Hirsche!, der in Nr. 2. des Or. mitgetheilt worden ist. 11. Verschiedene Zeitungnachrichren und Notizen, aus deutschen, französischen und englischen Blattern entnommen, Ms denen wir die intereffanten und noch unbekannten hervorheben werden. — Wir glauben den vielen deutschen Juden in Amerika; . einen Dienst zu leisten, wenn wir Hrn. Leeser aufmerksam machen, daß er auch der Besprechung der Zustande der Juden in Deutschland einen Theil seines Blattes widmen möchte; die deutschen Juden werden gewiß das Schicksal ihrer Mitbrüder in der frühern Heimath kennen wollen, und wenn sie auch nichts Erfreuliches lesen werden, so werden,sie doch wenigstens von der Qual der Ungewißheit befreit sein. Oesterreich. Pvag, 1. Juni. Audiatur et altera pars! Die Berichte, welche Ihnen bisher über die „Reisfrage" zugekommen sind, haben alle zu deutlich den Stempel einer Parthei aufgedrückt gehabt, als daß sie der andern Partei hätten Gerechtigkeit widerfahren lassen können. Wenn ich daher sage: audiatur et altera pars, so geschieht dies nur, um Ihnen zu zeigen, daß diejenigen unserer geistlichen Vorsteher, welche den Genuß der Hülsenfrüchte am Pe'sach nicht erlauben wollten, blos die gegenwärtigen religiösen Zustände unserer Gemeinde vor Augen hatten, und daß sie wohl im Principe, in der Theorie für die Erlaubniß sein konnten, der Anwendung, der Praxis aber sich entgegensetzen mußten. Unsere Gemeinde besteht nämlich aus zwei Hauptmassen: aus Orthodoxen und Indifferenten. Die Orthodoxen — oder die Alten — sind noch aus jenem goldenen, nunmehr entschwundenen Zeitalter, wo unsere Jugend noch die Bibel studiren mußte, das begeisterte Wort der Propheten das jugendliche Herz zur Frömmigkeit entflammte^ das elterliche Haus die Schule für das Leben war, wo aber zugleich der Jugend das Heer der Ceremonien als das „unsterbliche" dargestellt wurde, das immer und ewig in Positur bleiben müsse, als eine große Kette, von welcher kein Ring abgebrochen werden dürfe Die Indifferenten — oder die Jungen — sind aus jener aufgeklartseinwollenden Schule hervorgegangen, welche mit einem kahlen Religionsunterricht sich begnügt, das Studium der Bibel in hebräischer Sprache für unnöthig oder unnütz erklärt und daher das Joch der Ceremonien ganz von sich abwerfen möchte. Die Alten verschreien jede Neuerung als Ketzerei; die Jungen betrachten sede geringfügigste Neuerung als das Signal zum Kriege gegen das ganze Ceremonienheer. Ich frage nun, was hat ein besonnener Seelenhirr bei solchen Umstanden zu thun? Kann er seine Gemeinde zur Wahlstatt emes Ceremonienkrieges machen? Nimmermehr! Ec wird vielmehr die Schroffheit beider Partheien auszugleichen streben, wird bei den Alten dem Neuen, bei den Jungen dem Alten Eingang zu verschaffen suchen, wird, mit einem Worte, mit der Theorie und nicht mit der Praxis den Anfang machen. Dies genüge zur richtigen Verstandniß des Verhältnisses unserer geistlichen Vorsteher zu ihrer Gemeinde. H. R u ß l a n d. 17. Mai. (Schulbericht.) Den Lesern des Orients, die so selten in Ihrem Blatte aus hiesiger Stadt einen Bericht lesen, wird es vielleicht nicht unlieb sein, wenn ich von Zeit zu Zeit einige. Nachrichten einsende. Es ist zwar diesmals nur eine unscheinbare Begebenheit von rein-lokalem Interesse, worüber ich mein Referat abgeben will: aber — maxima miranda in minimls; icb will Ihnen nämlich überden Akt berichten, mit dem gestern die Wiedereröffnung der hiesigen israelitischen Schule nach den diesjährigen Osterferien gefeiert wurde. Jeden Menschenfreund muß es wahrhaft freuen, das Gedeihen dieser Schule zu sehen, die unter der Leitung des Herrn Ehrenbürgers und Direktors B. Stern — eines sehr kenntnißreichen Mannes — mit jedem Jahr einen Schritt weiter auf der lichten Bahn der Eivilisation macht. Juden und wir Christen haben schon zu wiederholten Malen dieser Schule, die nun in ihr 17. Jahr tritt, manches gerechte Kompliment gemacht; aber daß sie sich diesmal so ungalant benahm, und uns gerade an ihrem Geburtstage auf eine so grandiose Weise langweilte, mag wohl selbst bei ihren eifrigsten Anhängern ein unwilliges Nasenrümpfen zur Folge gehabt haben.— Doch zur Sache. Im Zimmer — das Sie bei einiger Einbildungskraft für einen Saal ansehen können — wo dies Schulfest begangen werden sollte, harrten Männer und Frauen mit gespannter Miene des Augenblicks, wo der Herr Lehrer der deutschen Sprache (den ich, um alle Persönlichkeiten zu vermeiden, nicht nennen will) seine Rede ablesen sollte. Und er las sie ab... Was wir da vernahmen? Nichts als Phrasen, einen Spaziergang auf hohen Wörterstelzen in einer

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